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Wladimir Antonow

ÖKOLOGIE DES MENSCHEN
im multidimensionalen Raum

Polus, 2002
ISBN 5-89455-004-1
© W.W.Antonow, 2002

 

Aus dem Russischen übersetzt
von Andrzej Szypulski

 


 

Das in einer einfachen, gemeinverständlichen Sprache verfasste Buch des russischen Wissenschaftlers Wladimir Antonow spricht vom Hauptsächlichen: davon, was Gott ist, vom Platz des Menschen in der Evolution des Universalen Bewusstseins, von Prinzipien für die Entstehung und Korrektur des Schicksals, davon, wie man Gesundheit und Wohlergehen erlangt, von wirksamen Methoden der psychischen Selbstregulierung und vom Erkennen Gottes.

Die vorliegende Buchausgabe ist die zweite (Titel der ersten, russischsprachigen Ausgabe: “Ökologie des menschlichen Bewusstseins im multidimensionalen Raum”, SPB, Polus Verlag, 1998). Sie enthält unter anderem die wertvollsten Kapitel aus früheren Büchern des Autors von “Kundalini, Atman, Gott. Der Gerade Weg”, und “Göttliches Feuer. Die Praxis des Agni-Yoga” (nur in Russisch), die nicht mehr neu aufgelegt werden sollen.

Das Buch richtet sich an einen breiten Leserkreis.

 


 

Inhaltsverzeichnis


Was ist Ökologie

Was ist der Mensch

Der multidimensionale Raum

Gott

Gott und wir

Vom Sinn des menschlichen Lebens

Schicksal und Schicksalskorrektur

Liebe, Weisheit und Kraft

Was ist Liebe

Die Liebe zu Menschen

Die Liebe zur Natur

Gott ist die Liebe

“Jeder Austritt aus dem Zustand der Liebe…”

Egozentrismus und Gott-Zentrismus

Die Liebe zu Gott

Der sexuelle Aspekt der Liebe

Erziehung der Kinder

Ratschläge zur Ernährung

Die Kleidung

Der Nachtschlaf

Medizin, Gesundheit und Schicksal

Arbeit in der materiellen Welt

Spirituelles Dienen

Bindungen: falsche und richtige

Die Lehre Gottes und Sektierertum

Sanathana Dharma

Stufen des spirituellen Weges (Kommentare zum Patanjali-System)

Yama und Niyama

Asana

Pranayama

Pratyahara

Dharana

Dhyana

Samadhi

Reinigung und Entwicklung der Chakras und Meridiane

Meditationstraining

“Orte der Kraft”

Was ist Atman

Arbeit mit der Kundalini

Vollendung des Weges

Literaturverzeichnis

 

 

Was ist Ökologie

Die Ökologie ist eine Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen Organismus und Umgebung.

Konkrete Richtungen dieser Wissenschaft können sich etwa so nennen: “Ökologie des Flussbibers”, “Ökologie der Störfische” u. dgl. Das Forschungsobjekt kann dabei untersucht werden aus der Sicht seines Lebensraumes, seiner Vermehrungsorte und -bedingungen sowie der Wechselwirkungen mit anderen Individuen seiner biologischen Art, mit Feinden (Raubtieren, Parasiten) oder schlicht mit Nachbarn.

Zum Gegenstand ökologischer Forschung gehört auch der Mensch. Sie bezieht sich in erster Linie auf des Menschen berufsspezifische Bedingungen (Meer, Kohlebergwerke, Weltraumflüge usw.).

Eine gesonderte Richtung der Menschenökologie ist der Schutz menschlichen Lebensraumes. In vielen Ländern bestehen spezielle Umweltschutzdienste sowie die Gesellschaftsbewegung der “Grünen”. Die “Grünen” richten ihre Anstrengungen vor allem auf den Kampf gegen Verschmutzung der Gewässer, der Luftumwelt und des Bodens, auf die Erhaltung der Wälder und der Tierwelt. Die “Grünen” kämpfen gegen Atomversuche, für die Vernichtung nuklearer, chemischer und biologischer Waffen, für ein Verbot der Landminen, welche auch Zivilisten und Tiere verstümmeln, für ein Verbot des Pelztiergewerbes, bei dem Tiere extremem Leid ausgesetzt werden…

Die Humanität der Grünen-Bewegung verdient höchstes Lob und Unterstützung. Auch die “angewandten” ökologischen Forschungen über Lebensaktivitäten des Menschen unter verschiedenen berufsspezifischen Bedingungen sind sehr wichtig. In diesem Buch aber wollen wir Aufschluss darüber geben, dass dies bei weitem nicht alles ist, was die Menschenökologie erforschen könnte.

Der Mensch ist nämlich nicht bloß ein Körper, sondern vor allem ein Bewusstsein. Und er lebt nicht nur in Wechselwirkung mit Luft, Wasser und Erde, mit anderen Menschen, Tieren, Pflanzen, Mikroben und Viren, sondern auch mit nichtverkörperten Einzelbewusstseinen (Geister von Menschen und Tieren). Und das Allerwichtigste: auch mit Gott.

Unser Lebensraum ist in Wirklichkeit multidimensional. Die materielle Welt, die wir mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen, ist nur ein kleiner Teil unserer Umgebung. Die anderen Schichten (Äonen, Lokas) des multidimensionalen Raums werden von uns üblicherweise gar nicht wahrgenommen. Und dies, obwohl sie voller Leben sind, welches uns sieht und auf uns einwirkt.

Eben davon wollen wir jetzt sprechen. Und wir werden sehen, dass der Wirkungsbereich der Wissenschaft Ökologie wesentlich breiter ist als man für gewöhnlich denkt.

Was ist der Mensch

Die Grundlage aller Kenntnisse über den Menschen ist: Der Mensch ist nicht ein Körper, der Mensch ist ein Bewusstsein, das heißt eine zur Selbsterkenntnis fähige, über Gedächtnis und Verstand verfügende lebende Energie. Der Körper ist lediglich eine zeitweilige Behausung des Menschbewusstseins. Wobei jeder Mensch — im Laufe seiner persönlichen Evolution — vielfach die Körper wechselt.

Daran glauben nicht die Materialisten und Angehörigen primitiver religiöser Sekten. Auf der anderen Seite versichert es uns fortwährend Gott u.a. durch Huang Di, Krishna, Gautama Buddha, Jesus Christus, Babadschi, Sathya Sai Baba, andere Göttliche Lehrer und viele Propheten.

Man kann es glauben oder nicht. Ein kleines und schwaches Bewusstsein, das an einem schmutzigen und kranken Körper “klebt”, kann nicht von Glauben oder Unglauben zum Wissen gelangen. Doch man kann das alles durch eigene Erfahrung erkennen, wenn man den spirituellen Weg geht, sich also als Bewusstsein entwickelt.

Der Lebenssinn des Menschen — und nicht nur des Menschen, sondern auch aller verkörperten Lebewesen —, besteht eben darin, sich qualitativ und quantitativ als Bewusstsein zu entwickeln.

Weswegen? Um sich mit Gott zu vereinigen und Ihn — dadurch — mit sich selbst zu bereichern.

Allem Materiellen, das im Universum existiert, also auch unserem Planeten und allem darauf, ist eben das Ziel vorherbestimmt, auf materiellen Trägern die Entwicklung individuellen Bewusstseins zu gewährleisten.

Die Evolution einer jeden Seele beginnt so: Auf wachsenden Mineralien — auf deren Kristallgittern — vollziehen sich die Anfangsprozesse der Herausbildung klümpchenartiger Energien, die sich bis dahin in einem diffusen, zerstreuten Zustand (Protopurusha) befanden. Die sich so bildenden Klümpchen werden danach in pflanzliche, dann in tierische und später in menschliche Körper inkarniert. Hierbei geht ein allmähliches Wachstum jeder verkörperten Seele vonstatten.

Emotionale Reaktionen und einfachste Bewegungsreflexe sind ansatzweise schon bei Pflanzen bemerkbar. Bei evolutionär hochentwickelten Tieren sehen wir eine Fülle von Gefühlseindrücken und mitunter sogar einen entwickelten Verstand. Und im menschlichen Evolutionsstadium wird von uns, neben allem anderen, ein Verständnis für die besagten Prinzipien der Bewusstseinsentwicklung und — auch und gerade — eine aktive Beteiligung an diesem Prozess verlangt. Die meisten Menschen tun dies bedauerlicherweise nicht — auf Grund einer auf der Erde herrschenden philosophisch-religiösen Massenignoranz.

Der multidimensionale Raum

Der Weltraum ist in Wirklichkeit multidimensional. Er ist dem Phänomen ähnlich, wie Sonnenlicht und sauberes Wasser in ein und demselben Raum koexistieren. Das Licht dringt ungehindert durch Wasser hindurch und steht dabei in nur geringer Wechselwirkung mit ihm, etwa so, wie Radiowellen verschiedener Frequenzbereiche ungehindert im tiefsten Raum außerhalb und innerhalb unserer Körper existieren. Analog dazu gibt es überall in der multidimensionalen Tiefe innerhalb und außerhalb aller festen, flüssigen und gasartigen Objekte andere Welten — Wohnstätten von Geistern und Gott.

Das Spektrum der Multidimensionalität ist ein besonderes Spektrum von Energiezuständen, die sich wie die Grundfrequenzbereiche unterscheiden. Der Aufmerksamkeitsvektor beim Erforschen dieses Spektrums sollte nicht nach oben, nach unten oder in irgendeine andere Richtung zeigen, sondern in die Tiefe. Die Schichten des multidimensionalen Raums (sie heißen im Griechischen Äonen und im Sanskrit Lokas) unterscheiden sich voneinander durch den Grad ihrer Feinheit bzw. Grobheit.

Die feinste Energieschicht ist Gott im Aspekt des Schöpfers. Sie sieht aus wie der Länge nach unendliches reinstes Licht, ähnlich dem der zärtlichen und warmen Morgensonne. In Ihm gibt es keine Formen. Einmal in Ihm angelangt, lösen sich alle Formen sogleich auf.

In den verschiedenen Erdensprachen nennen die Menschen ihn verschieden: Gott Vater, Jehova, Allah, Ishvara, Primordiales Bewusstsein, Tao usw. Er ist der Gott jüdischer Propheten, von Jesus Christus, Muhammad, den Rechtgläubigen Chinas, Indiens und anderer Länder, wo richtige Vorstellungen über Ihn bestehen. Nur menschliches Unwissen und intellektuelle Primitivität führen zu der Meinung, dass verschiedene “Namen” auch für verschiedene Götter stünden…

Gerade von der Wohnstätte des Schöpfers aus, aus dem ersten und uranfänglichen Äon wird die “Errichtung” jeder neuen “Insel” der multidimensionalen Schöpfung gelenkt. Als “Baustoff” für feste Materie dient vor allem “Protomaterie” (Protoprakriti, Bhutakasha), eine diffuse Masse von Protonen, Elektronen und anderen Teilchen. Diese Schicht erscheint von innen — beim Eindringen in sie — als unendlicher Weltraum, erfüllt von Sanfter Ruhe und ohne helle Leuchtkraft. Er ist wie eine warme und stille, milde Südnacht mit einer Vielzahl von Sternen.

Äußerst wichtig ist, dass der Schöpfer und die Äonen des Akasha sich im Verhältnis zur gesamten Schöpfung gleichsam hinter einem “Spiegel” befinden, in einem “Jenseits-des-Spiegels”. Wie jeder gewöhnliche Spiegel eine helle und eine dunkle Seite hat, so ist es auch dort, in der multidimensionalen Tiefe des Weltenozeans. Allerdings ist dieser “Spiegel” nicht flach, sondern “räumlich” (ein anderes Wort ist nicht zu finden): Das “Jenseits-des-Spiegels” existiert jenseits jedes Moleküls der stofflichen Welt.

Über dieses Phänomen sinnieren Physiker und versuchen, in ihren theoretischen Berechnungen ins “Jenseits-des-Spiegels” von der Welt der Materie aus zu schauen; sie bezeichnen die Energie der Äonen des Akasha als “Antienergie”, “Antimaterie”…

… Um im grenzenlosen Weltenozean ein weiteres materielles “Inselchen” zu schaffen, bildet der Schöpfer darin zunächst eine örtlich begrenzte Zone mit erhöhter Gravitation. Die Astronomie kennt dieses Phänomen als “Schwarze Löcher”. Dorthin konzentriert sich aus umgebendem Weltraum allerlei kosmischer “Müll”: tote Planeten, Meteoriten und kosmischer Staub sowie Elementarteilchen aus der Protoprakriti-Schicht. Die in diesem Klumpen entstehenden Überdruck und Überhitze lösen Reaktionen der Kernsynthese aus; so entstehen sämtliche Elemente der Periodentafel und so entwickeln sich Moleküle, auch organische. In Letzteren beginnen sich Klümpchen des Protopurusha zu materialisieren. So nimmt eine parallele Evolution organischer Körper und der sich in diese inkarnierenden Seelen ihren Anfang. Die Biologen haben inzwischen recht gut die Evolution organischer Körper erforscht, man muss nur noch die lenkende Rolle Gottes bei diesem Vorgang berücksichtigen.

Unsere — menschliche — Aufgabe hier besteht darin, uns — als Seele (Bewusstsein) — in genügendem Maße zu entwickeln und durch Selbstverfeinerung den Weg von der Schöpfung zum Schöpfer zu gehen, um in Ihn hineinzufließen und Ihn so mit uns selbst zu bereichern.

Das war das “Konzept” Gottes, als Er unsere Erde schuf. Das ist der Sinn unseres Lebens.

Es ist für uns wichtig zu verstehen, dass wir nicht selbstexistent sind; wir haben kein Recht und auch keinen Grund dazu, einen eigenen Egozentrismus zu beanspruchen und uns selbst als besonders “wichtig” zu empfinden. Denn selbstexistent ist nur Gott. Und Er hat das gesamte Schöpfungswerk, uns eingeschlossen, durchaus nicht um unseretwillen eingeleitet, sondern um Seinetwillen, für Seine eigene Evolution.

Daher auch die Qualität unserer Geschicke: Wenn wir uns richtig entwickeln, geht in unserem Leben alles gut, und wenn nicht, dann verweist Er uns darauf durch unseren Schmerz und Misserfolge.

… Nach Verlauf einer unseren irdischen Maßstäben gemäß immensen Zeit erschienen auf unserem Planeten Milliarden von menschlichen Körpern und noch mehr alters- und qualitätsmäßig verschiedene menschliche Seelen. Diejenigen von ihnen, die Vollkommenheit erreichen, fließen in Gott hinein und inkarnieren nicht mehr (es sei denn als Avatare). Die Übrigen inkarnieren wieder und wieder, bis die Bestehenszeit des jeweiligen materiellen “Inselchens” zu Ende geht. Bei dessen Zerstörung werden die Materie und jene Seelen, die sich dem Schöpfer nicht näherten, bis auf den Zustand des Akasha zerstört und bilden so den Baustoff für zukünftige “Inselchen” und für Leben auf ihnen.

… An dem dem Schöpfer entgegengesetzten Ende der Fein-Grob-Skala liegt der diabolische Äon — eine Welt grober, schwarzer Energien, ihrem emotionalen Zustand nach grässlich und “klebrig” wie Öl. Wie man dorthin gerät, davon wollen wir gesondert sprechen.

In verfeinernder Richtung davon gibt es eine Reihe von “Zwischen-Äonen“, die unter dem Sammelbegriff “Astralebene”1 zusammengefasst werden. Weiter folgen jene, die sich Paradies nennen. Jeder kommt in einen Äon, den er in seinem körperlichen Leben auf der Erde verdient hat. Wir sollten jedoch nach höheren Äonen streben.

Es gibt noch die Äonen der Prakriti und des Purusha (siehe unten). Sie sind durchdrungen vom Heiligen Geist in Seinen der Dichte nach etwas verschiedenen Feuer- und Lichtzuständen.

Daneben finden sich im multidimensionalen Universum auch “akasha-artige” Äonen der Protoprakriti und des Protopurusha sowie die Wohnstätte des Schöpfers.

Uns, die wir in einem Umfeld von Atheismus und dominierender religiöser Unkenntnis aufgewachsen sind, fällt es schwer, das Notwendige zu erkennen: Gott Vater lebt nicht hoch am Himmel, nicht auf anderen Planeten, nicht auf irgendeinem Berg oder dergleichen; Er ist überall im ganzen Universum — tief im Inneren unserer Körper und außerhalb von ihnen.

Die “Leiter” zu Ihm hin führt somit nicht nach oben, sondern in die Tiefe. Ihre Sprossen sind Stufen der Selbstverfeinerung als Bewusstsein. Diese Leiter beginnt in unserem Anahata-Chakra.

… Alles Gesagte ist vom Verfasser dieses Buches real erforscht worden; es ist nicht irgendwo abgeschrieben, noch werden damit irgendjemands Worte nacherzählt. Diesen Weg sollte jeder zu gehen versuchen. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass man sich darauf “von Stufe zu Stufe” bewegen soll, nicht indem man “Treppenläufe überspringt”.

Die Wohnstätte des Schöpfers ist durch eine Art “Raumspiegel” von der Schöpfung getrennt. Dieser “Spiegel” existiert überall, unter jedem Molekül der Materie. Von ihm sprach denn auch Jesus — er ist nicht dicker als ein dünnes Papierblatt [21].

Gott Vater ist nicht am Himmel, Er ist überall: in unseren Körpern und rings um sie, unter jeder ihrer Partikeln. Seine Wohnstätte ist äußerst nahe! Aber… versuche sie zu betreten!

Sie zu betreten ist nur mit Seinem Segen möglich. Und den Segen dazu kann nur erhalten, wer sich selbst in nötigem Maße nach den Bestimmungsgrößen Liebe, Weisheit und Kraft entwickelt hat.

… Es gibt noch eine uns zugängliche Erscheinungsform des Primordialen Bewusstseins jenseits des “Spiegels”. Es ist das Göttliche Feuer — ein äußerst feines und sanftes flammenähnliches Licht. Es ist vor allem im Zentrum unseres Planeten, in dessen Kern, erkennbar. In diesem Feurigen Zustand können Göttliche Lehrer vor uns erscheinen: Jesus, Sathya Sai Baba, Babadschi, Huang Di, Krishna, Chaitanya, Ptahotep, Surya, Assyris und andere, auch diejenigen, die erst vor Kurzem in diesen “Rang” aufgestiegen sind: Elisabeth Haich, Anna Besant, Juan Matus, Jenaro…[5]. Sie leben mit der Hauptmasse ihres Bewusstseins in fortwährendem Vereintsein mit dem Bewusstsein des Gott-Vaters als Seine Teile. Aber sie kommen zu uns, um uns mit sich selbst Nachahmungsmuster zu geben, um ihren persönlichen Schülern direkte Empfehlungen beizubringen. Sie stehen — wie Zungen Göttlicher Flamme (Flamme des Heiligen Geistes) — stellvertretend für den Schöpfer, der sich so in der Schöpfung offenbart.

* * *

… Der Weg zur Wohnstätte des Schöpfers ist ein Weg der etappenweisen Selbstverfeinerung als Bewusstsein. Zunächst muss man sich nach Worten des Apostels Paulus “vom Bösen abwenden und dem Guten anhängen” [10], das heißt die Gesellschaft von Trunkenbolden aufgeben, das Milieu grober und rücksichtsloser Menschen verlassen und stattdessen in Natur und wahrer Kunst Schönheit finden. Spirituelle Sucher sollen neue Freunde werden. Als nächste Stufe der Erstarkung in der Feinheit wird damit begonnen, das Potenzial des geistigen Herzens umzusetzen. Danach folgt die Läuterung aller anderen Chakras und der wichtigsten Meridiane einschließlich der Chitrini (Brahma-Nadi). Jetzt gelangt man, indem man durch die Chitrini den Körper verlässt, unmittelbar in den Heiligen Geist, und die “Pranava-Meditation” ergibt erste Verschmelzungen mit Ihm… So gelangen wir, indem wir im multidimensionalen Weltgebäude Stufe um Stufe emporklimmen und hin und wieder Zwischenstopps einlegen, um uns auszuruhen und einzugewöhnen, letztlich in die Höchste Wohnstätte des Vaters, die nunmehr unsere Heimstatt wird.

Das ist der wahre Weg zu Gott. Nicht aber gehässige Kundgebungen mit Aufrufen zur Abrechnung mit “Ungläubigen”, nicht Anathemen (Verfluchungen) gegen einzelne “Andersdenkende” oder benachbarte Sekten oder gar ganze Völker! Das ist ein Weg der Diabolisierung, der Weg in die Hölle.

Gott

Wir haben also die Frage erörtert, wo Gott zu suchen ist: Er ist keineswegs am Himmel zu suchen, nicht oben, sondern in der Tiefe eines multidimensionalen Raums. Und beginnen sollte man die Suche nach Ihm nicht in kosmischen Weiten, sondern in der eigenen Brust — im spirituellen Herzen, dem Anahata-Chakra, dem Mittleren Dantian.

Wir haben noch davon gesprochen, dass unter dem Wort Gott vor allem ein Primordiales Universales Bewusstsein zu verstehen ist, das in der tiefsten, uranfänglichen, feinsten Schicht des multidimensionalen Raums existent ist. Dieses Primordiale Bewusstsein ist einig für das gesamte Universum und entsprechend für dessen alle lebenden Geschöpfe, einschließlich aller Menschen unseres Planeten. Daraus nun, dass das Wort Gott sich in verschiedenen Sprachen unterschiedlich anhört, folgt nicht, dass die Völker verschiedener Länder auch verschiedene Götter haben. Werden doch auch die Wörter “Sonne”, und “Erde” von verschiedenen Völkern unterschiedlich ausgesprochen, woraus keineswegs folgt, dass die Menschen jedes Landes ihre Sonne haben und dass jedes Land auf einem eigenen Planeten liegt.

Und dennoch haben wir noch nicht alle Bedeutungsaspekte des Wortes “Gott” untersucht. So kann der Leser mit Recht fragen: “Und was ist in der Vedanta-Lehre mit der Formel “Gott ist Alles” gemeint?”, “Was ist die christliche Dreifaltigkeit?”, “Was ist Brahman?”, “Gibt es Planetengötter (Demiurgen)?”, “Wie ist die Feststellung zu verstehen, dass jeder — Jesus, Babadschi, Sathya Sai Baba — ebenfalls Gott ist?”, “Wie ist der Leitsatz der Vedanta, Brahman sei das Absolute, das heißt Alles, mit Krishnas Feststellung vereinbar, dass es über Brahman eine noch höhere Ebene des Göttlichen Bewusstseins gibt, nämlich Ishvara, den Gott-Vater?”… Nun wollen wir in all das Klarheit einbringen.

Als Allererstes gilt es, aus der eigenen Weltauffassung märchenhafte Heidengötter zu verbannen, von denen Menschen rund um den Globus phantasierten, bis Kenntnisse über den Einen Gott zu ihnen kamen. Solcher Märchen gab es genug im alten Griechenland, im alten Rom, auch in Indien, bei den Arabern und in Ruthenien. Überlassen wir diese Gestalten doch den Folkloristen und gehen weiter mit einem ernsthaften wissenschaftlichen Gespräch, indem wir uns auf Zeugnisse stützen, die Gott uns unmittelbar mitteilte, sowie auf Erfahrungen beim praktischen Studium der Wahrheit.

Was ist nun also das Absolute? Dieses Wort bedeutet “absolut Alles, was im Universum existiert”. Und was existiert im multidimensionalen Universum? Allen voran Gott selbst. Der materielle Bestandteil der Schöpfung und die Bewusstseine aller Entwicklungsstufen außer dem Schöpfer bilden nur einen kleinen Teil des Absoluten. Mehr noch: Der Schöpfer “durchsetzt” mit sich selbst Seine Schöpfung. Diese besteht aus energetischen Manifestationen in Äonen-Schichten, ähnlich einem mehrschichtigen Blätterteigkuchen, in dem die erste und grundlegende Schicht unvergleichlicherweise über die übrigen dominiert. Und dieser “Teigkuchen” ist eben ein einheitliches Ganzes.

“Es gibt nur Alles, das Einheitliche Ganze Multidimensionale Alles”: Das ist nicht nur eine der wichtigsten höheren Meditationen, sondern auch eine unzweifelhafte Wahrheit, die das Absolute im Großmaßstab nachzeichnet.

Wir sind aber Menschen: Sind wir untrennbare Teile des Absoluten?

Die Antwort ist: ja und nein.

Wir ähneln einerseits gewissermaßen Blutzellen im Universalen Körper des Absoluten — winzig klein im Vergleich zu Ihm, nicht existenzfähig in Loslösung von Ihm und vollkommen von Ihm abhängig, wenn auch mit begrenzter Bewegungsfreiheit innerhalb Seines Körpers.

Betrachtet man dies aber von einer anderen Ebene, nicht aus Sicht des Makroorganismus, sondern der “Zellen” Seines Körpers, dann sind wir als Seelen zweifelsohne ursprünglich getrennt. Mehr noch: Wir verfügen über ein erhebliches Maß an Willensfreiheit, welche Er uns geschenkt hat.

Und eben darum geht es, dass wir, die wir als Seelen im Zustand der Getrenntheit entstanden sind, im Ergebnis unserer Entwicklung zur Nicht-Getrenntheit, “Nicht-Dualität” von Ihm in Seinem “Basis-Äon” gelangen sollen.

Die Behauptungen mancher Denker von unserer angeblich ursprünglichen Identität mit Ihm und sogar vom Fehlen eines freien Willens bei uns sind allenfalls gute meditative Anhaltspunkte, die uns zur Vereinigung mit Ihm auffordern.

In Wirklichkeit aber ist Willensfreiheit eben jener Mechanismus, der für unsere natürliche “Auslese” nach ethischen Kriterien sorgt: Halten wir uns an die uns von Ihm gegebenen Lebensregeln? Streben wir nach der Vereinigung mit Ihm in der Liebe? Unsere diesbezüglichen Entscheidungen bestimmen unser Schicksal.

Unsere philosophisch-religiöse Aufgeklärtheit und die Intensität unseres Bemühens um eine Selbstumwandlung gemäß dem Willen Gottes entscheidet nicht zuletzt über unsere Verlagerungen von Äon zu Äon. Wie aus dem oben Dargelegten verständlich wird, hängt dies nicht von unseren einzelnen Handlungen ab, sondern von unserem emotionalen Status, davon, ob wir es gewohnt sind, in groben oder aber in feinen Gefühlszuständen zu leben.

Wenn wir uns also “schwere”, grobe Zustände von Zorn und Hass angewöhnen, sichern wir uns einen “Wohnsitz” in einem diabolischen Äon unter Unseresgleichen. Haben wir hingegen in feinen und zärtlichen Zuständen der Liebe gelebt, so gelangen wir auf natürliche Weise in die Harmonie und Reinheit einer paradiesischen Wohnstätte.

Oder wenn wir ein “farbloses” Leben lebten, ohne besonders “schwere” Zustände und ohne ein ausgeprägt verfeinertes Bewusstsein, dann finden wir uns auch nach dem Tod des Körpers in einem “farblosen” Heim-Äon wieder.

Unser Ziel sollte freilich durchaus nicht ein Paradies sein, sondern die Wohnstätte des Gott-Vaters. Das sagte Er uns durch Krishna, Jesus, Muhammad, Babadschi, Sathya Sai Baba und andere (siehe Anhang sowie auch [5,7,10]).

Zwischen Paradies und der Höchsten Wohnstätte liegt der Äon des Heiligen Geistes. Um sich darin anzusiedeln und Heiliger Geist zu werden, ist ein verfeinertes Bewusstsein allein nicht ausreichend: Es bedarf noch der Weisheit. Diese wird erworben sowohl durch Erhöhung der allgemeinen Bildung, als auch durch intellektuelle Anstrengung, ein aktives Dienen an Menschen in allem Guten und auch durch ein beharrliches Streben nach Gott-Erkenntnis. (Davon, wie man Heiliger Geist (Brahman) wird uns wie Er ist, spricht ausführlich Krishna in der Bhagavad Gita [10]).

Die Seelen, die zum Bewusstsein des Heiligen Geistes gehören, verweilen in Ihm in einem Zustand der Verschmelzung und wechselseitigen Durchdringung. Diesen Zustand gilt es noch zu Lebzeiten in einem menschlichen Körper zu erlernen. Es ist ein viel höheres Entwicklungsstadium der Liebe als einfach nur Sanftmut und Herzlichkeit. Dieser Zustand setzt auch eine bewusstseinsmäßige Verschmelzung mit dem Objekt seiner Liebe voraus — dem Bewusstsein Gottes. Ein Mensch kann dies lernen zunächst in harmonischen Ehebeziehungen, doch die Hauptrolle kommt speziellen Meditationstechniken zu, die zum Beherrschen einer besonderen Meditation, der “totalen Reziprozität”, führt.

Ein inkarnierter Mensch, der es gelernt hat, mit dem Heiligen Geist zu verschmelzen, erlangt den Rang als Heiliger Geist (Brahman).

Die Kraft der Liebe eines Brahman-Menschen ist, so sei unterstrichen, derartig beschaffen, dass er in den Armen der Liebe nicht mit nur einem Menschen verschmilzt, sondern mit allen, die im jeweiligen Äon verweilen.

Die kosmische Funktion des Heiligen Geistes besteht darin, die Entwicklung aller auf vorerst noch niederen Entwicklungsstufen befindlichen Seelen zu fördern. Gerade der Heilige Geist ist der Organisator unserer Geschicke. Er tut dies entweder unmittelbar selbst oder mithilfe zahlreicher Geister, die über bestimmte Eigenschaften verfügen, und zwar sowohl “paradiesischer” wie “höllischer”.

Sooft wir in Antwort auf unsere rechten Gedanken und Handlungen von “irgendwoher” kommende Wellen der Glückseligkeit empfinden, offenbart sich dadurch der Heilige Geist. In solchen Fällen sprechen die Menschen davon, dass Er uns Seinen Segen schenkt. Spezielle Meditationstechniken erlauben es, recht bald in einen leichten und häufigen beglückenden Kontakt mit dem Heiligen Geist zu gelangen.

… Um beim Begriff “Brahman” endgültige Klarheit zu schaffen, müssen hier einige Worte über ein altindisches philosophisches System gesagt werden — die Vedanta. Dies ist für uns wichtig, weil der Avatar unserer Zeit, Sathya Sai Baba, wenn er sich an Hindus wendet, die in der Vedanta-Tradition erzogen sind, häufig in Begriffen ebendieser philosophischen Schule spricht.

Die Vedanta-Philosophie entwickelte sich in Indien noch vor Krishna auf der Basis der heidnischen Lehre der vier Veden. Zu jener Zeit hatten die Hindus noch keine Kenntnis von der Existenz Ishvaras — des Gott-Vaters (d.h. Schöpfers, der in Seiner Wohnstätte weilt). Eben deshalb galt in der Vedanta-Philosophie Brahman als die Höchste Gottheit oder gar als das Absolute.

Den Bewohnern Indiens über Gott Vater erzählt hat eben Krishna. Später offenbarte Gott dasselbe dem Volk Israel und der gesamten damaligen christlichen und muslimischen Welt durch hebräische “alttestamentliche” Propheten, Jesus Christus und Muhammad. Wie in Indien jedoch, verstanden es auch in der christlichen Welt die Menschenmassen nicht, die ihr Auffassungsvermögen übersteigenden Kenntnisse über Gott Vater zu bewahren, und Er wurde von ihnen beinahe vergessen, verdrängt durch antike Märchenfiguren in Indien und durch aufgrund menschlicher Einbildung vergöttlichte Menschen bei den größten christlichen Sektenkirchen (ausführlicher darüber siehe in [7,9]).

… Von den am Anfang dieses Kapitels aufgezählten Fragen sind wir auf nur eine nicht eingegangen: Wer ist der “Sohn” als Mitglied der “Dreifaltigkeit”? Für ausführlichere Einblicke in die Ansicht von Jesus Christus selbst darüber seien die Leser an “Das Buch Jesu” [21] verwiesen. In aller Kürze antworte ich jetzt so:

Es gibt einen Gott-Vater, das Höchste Primordiale Weltenbewusstsein, das im feinsten Äon des multidimensionalen Raums existent ist. Er befindet sich in einem “Jenseits-des-Spiegels” gegenüber dem gesamten multidimensionalen Konglomerat der Schöpfung. Er ist das Höchste Ziel für alle Menschen.

Seine Haupterscheinungsform — Sein Vertreter, der aktiv wirkende Organisator und Treuhänder des Lebens auf jedem bewohnten Planeten —, ist der Heilige Geist.

Gott Vater offenbart sich noch gelegentlich durch Inkarnierung in menschliche Körper. Diese Inkarnationen sind Menschen, welche die Verschmelzung mit Ihm erreichten. Man nennt sie in verschiedenen Sprachen Messiasse, Christusse oder Avatare.

Das heißt, zur “Dreifaltigkeit” gehören nach Begriffen der Bhagavad Gita Ishvara, Avatar und Brahman.

Der Begriff “Sohn” allerdings ist, wie Jesus selbst erläutert [21], ganz und gar nicht gelungen. Denn jeder Mensch sollte lernen, Gott als Vater und Mutter und sich selbst als Sohn oder Tochter zu empfinden. Und jeder, dem dies bewusst wird, wird ein Sohn oder eine Tochter.

Gerade das hatte Jesus im Sinn, als er den Menschen erzählte, er sei Sohn Seines Vaters, Gottes. Doch die Menschen verstanden Ihn weder damals noch tun sie es heute…

Gott und wir

Gott ist keineswegs ein fliegendes unsichtbares Männchen, wie Er in primitiven religiösen Sekten dargestellt wird. Gott ist der Universelle Bewusstseinsozean. Wie sind Seine Ausmaße? Können wir uns ein Lichtjahr vorstellen? Es ist eine astronomische Maßeinheit für den Weltraum, die Entfernung, die ein Lichtstrahl in einem Erdenjahr zurücklegt. Astronomen haben im Weltall Objekte entdeckt, die Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Aber Gott ist noch größer. Denn das Universum ist grenzenlos. Er ist unendlich groß.

Mag unsere Erde auch groß erscheinen, wenn wir, ermüdet, über ihre Oberfläche gehen oder fahren oder um sie herumfliegen, so winzig klein ist dieser Planet tatsächlich im Vergleich mit der Größe des Bewusstseinsozeans Gottes.

Die Erde ist nur eines von unzähligen Milliarden von Materieinseln, die Er in der Masse des Ozeans erschaffen hat. Auf der Erde haben sich, wie auf vielen anderen Planeten des Weltalls, günstige Bedingungen für das Leben und die Evolution organischer Körper herausgebildet. In Körpern von Pflanzen, Tieren und Menschen geht die Entwicklung des Universalen Bewusstseins denn auch vonstatten. Jeder von uns Menschen ist ein Teilchen, ein Klümpchen Bewusstseinsenergie, das in seiner Vergangenheit eine Entwicklung in pflanzlichen, tierischen und danach in menschlichen Körpern durchlaufen hat und jetzt dazu verpflichtet ist, im gegenwärtigen menschlichen Stadium aktive Anstrengungen zur Selbstvervollkommnung zu unternehmen.

Wir sollten versuchen uns so zu machen, um es würdig und auch dazu fähig zu werden, in die Wohnstätte des Schöpfers einzutauchen und mit Ihm zu verschmelzen. Dann erlangen wir endgültigen Frieden in der Höchsten Glückseligkeit des Ewigen Vereinigtseins mit Ihm, des Er-Seins.

An dieses Ziel erinnert Er uns fortwährend und immer wieder, indem er Teilchen Seiner Selbst in menschliche Körper von Avataren (Messiassen, Christussen) inkarniert. Die Menschen erweisen sich jedoch in ihrer Mehrheit als unfähig, diese Wahrheit zu begreifen und im Gedächtnis zu behalten. Sie neigen stets dazu, die von Gott herabgesandten Lehren zu vergessen und zu entstellen. So entstehen verschiedene religiöse Sekten. [7,16,34].

… Die Existenz einer jeden materiellen “Planeten-Insel” im unendlichen Ozean Gottes hat ihre bestimmte Dauer. Nachher kommt für sie “das Ende der Welt”. Diejenigen Bewusstseine (Seelen), die dabei versagen, die Vereinigung mit Ihm zu erreichen oder wenigstens nahe an Ihn heranzukommen, werden vernichtet, aufgelöst. Diejenigen hingegen, die mit Ihm verschmolzen sind, bereichern Ihn mit sich selbst und erfüllen damit vollkommen den Sinn ihres Lebens, indem sie ihre Liebe zu Ihm im Vereintsein mit Ihm verwirklichen.

Vom Sinn des menschlichen Lebens

Die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt sich unausweichlich jedem Menschen, der beim Erwachsenwerden von einem instinktiv-reflektorischen in ein eigentliches menschliches Entwicklungsstadium tritt, wo bei der Bestimmung der Lebensweise und des Verhaltens der Intellekt zu dominieren beginnt.

Viele Philosophen zerbrachen sich über diese Frage den Kopf. Bei weitem nicht alle jedoch fanden Zugang zur wahren Philosophie Gottes. Da sie sich nicht mit den entstellten Konzeptionen verschiedener Sekten zufrieden geben konnten, kamen viele letztlich zu der “Erkenntnis”, die Frage nach dem Lebenssinn sei eine “Pseudofrage” schlechthin — eine Frage, die offenkundig keine Antwort hat. Dieser atheistischen Konzeption zufolge unterscheidet sich der Mensch nicht grundsätzlich von Tieren. Der objektive Sinn seiner Existenz auf der Erde bestehe somit eigentlich nur darin, eine Nachkommenschaft zu hinterlassen, die “Menschenart” zu erhalten und materielle Werte für die Nachwelt zu schaffen. Und wenn das so ist, dann ist kein spirituelles Bemühen vonnöten, noch eine Ethik für Beziehungen mit anderen Lebewesen … “Was ist schon unser Leben? Ein Spiel… Gut und Böse sind bloß Träumereien… . Mühe und Ehrlichkeit sind Ammenmärchen…”2. Und ein Selbstmord, wenn “die Zeit gekommen ist”, sei der einzige richtige Schritt für einen achtbaren Menschen…

Die Wahrheit aber ist: Das Leben hat einen Sinn. Dieser liegt in der Entwicklung des Bewusstseins, einer qualitativen und einer quantitativen Entwicklung.

Zur qualitativen Entwicklung gehören intellektuelle und ethische Vervollkommnung sowie eine Verfeinerung des Bewusstseins. Die quantitative Entwicklung ist eine direkte Energiezunahme des verfeinerten Bewusstseins.

Letzteres spiegelt insbesondere die so genannte “persönliche Kraft” des Menschen wider: die psychoenergetische Stärke eines individuellen Bewusstseins, die von der Menge der angesammelten Bewusstseinsenergie oder, anders gesagt, von der Größe der Seele abhängt.

Gott unterteilt dementsprechend menschliche Seelen in “kleine” und “große” [9]. Die einen wie die anderen können Träger von negativen wie positiven Eigenschaftskomplexen sein. So bezeichnet Er “kleine” Seelen, die negative Eigenschaften entwickelt haben, als dämonisch; wenn sie auch noch “persönliche Kraft” anhäuften, dann sind es diabolische Seelen oder Teufel. Man begegnet ihnen in verkörperter oder nichtverkörperter Form. Ihr Los im nichtverkörperten Zustand ist die Hölle und später “höllische” Inkarnationen, in deren Verlauf sie unter Leiderfahrungen ihr schlechtes Karma (ihr selbsterzeugtes Schicksal) zu bewältigen haben. Auf diese Weise lässt Gott sie an eigener Erfahrung den Schmerz kennen lernen, den sie anderen bereiteten. Er tut dies, um ihnen zu helfen besser zu werden, damit es ihnen leichter wird, über die Angemessenheit ihres Lebensweges nachzudenken, über den Sinn des menschlichen Lebens, über Gott und den Weg zu Ihm…

Diejenigen hingegen, die sich in die richtige Richtung entwickeln, streben mit zunehmender Geschwindigkeit in die Arme ihres geliebten Gottes. Ihr Leben erfüllt sich immer mehr mit wahrem Göttlichem Glück, mit dem Jubel aus der Erkenntnis Göttlicher Liebe.

Wie wünscht sich Gott uns konkret zu sehen?

Schicksal und Schicksalskorrektur

Wir denken, indem wir in unseren physischen Körpern leben, sehr oft, dass wir “ganz allein” bleiben können, dass wir Geheimnisse haben können, von denen “niemand jemals erfahren wird”. In Wirklichkeit sind es unsere naiven Illusionen. Wir sehen schlicht von unserem Körper aus nur die Körper ebensolcher verkörperten Menschen, vor denen man tatsächlich Einiges verbergen, geheim halten kann.

In Wahrheit aber leben wir in voller Entblößung vor Gott und einer Vielzahl von Geistern. Sie beobachten nicht nur stets unser Verhalten, hören uns sprechen und nehmen unsere Emotionen wahr. Für sie liegen sogar alle unseren Gedanken absolut offen.

Es ist für uns gar nicht möglich, völlig unsichtbar für alle und jeden zu sein. Wenn wir uns, “in die Einsamkeit zurückgezogen”, mit dem Sex in der einen oder anderen Variante beschäftigen, sieht man uns ebenfalls. Ob wir in einer Wüste sind, im Wald oder auf einer winzigen unbewohnten Insel, Tag und Nacht, bei Hitze und bei Frost: Wir sind absolut entblößt für Gott und viele nichtverkörperte Wesen. Sogar wenn wir uns in der Toilette einschließen, sehen sie uns von allen Seiten, auch von unten und sogar von innen. Weder Kleidung noch irgendwelche anderen Barrieren oder Umhüllungen sind ihnen ein Hindernis.

Überaus nützlich ist damit im Zusammenhang folgende Meditation: “Ich bin auf Gottes Hand”. Wenn wir uns stets unter Seinem Blick empfinden, wird es uns helfen, uns schneller von vielem Überflüssigen zu reinigen.

… Und sie (Gott und Geister) können, während sie für uns unsichtbar sind, uns auf die eine oder andere Weise beeinflussen.

Unter anderem wirken sie geradewegs auf unsere Emotionen ein, zumal wenn wir diese nicht selbst zu steuern wissen. So kann man uns beispielsweise leicht dazu bringen, dass wir uns plötzlich in jemanden verlieben oder aber jemanden nicht mehr lieben. Oder wir verspüren beim Spazieren auf einmal “Lust” stehen zu bleiben, nach links oder nach rechts oder schneller zu gehen, und dort…

Oder uns kann der eine oder andere Gedanke “zugespielt” werden. Und wir nehmen ihn als unseren eigenen an.

Oder man lässt uns durch Einwirkung auf bestimmte Hirnzentren ausrutschen, hinfallen, uns verletzen. Oder beim Schießen das Ziel verfehlen.

Und ein Verbrecher hat mich nicht nur deshalb überfallen und mir dies oder das angetan, weil er ein brutaler und bösartiger Primitivling auf dem Weg in die Hölle ist, sondern auch, weil ihn dabei Gott zu mir führte.

Dabei gilt: Je primitiver der Intellekt eines Menschen, desto leichter steuerbar ist er. Er hat keine eigenen festen ethischen Überzeugungen und bietet dem Gelenktwerden keinen Widerstand.

Tiere zu lenken ist noch leichter. Wenn jemanden also ein Hund gebissen hat, dann war es nicht nur dessen Wille.

Gott und Geister lenken Menschen und Tiere. Sie wirken aber auch auf leblose Gegenstände ein. So kann eine Kugel, wenn nötig, abgefälscht werden, eine Bombe oder Granate mögen nicht explodieren, ein Feuer mag erlöschen. Und umgekehrt: Feuer, Wasser und was auch immer können plötzlich am überraschendsten Ort zu einem völlig unerwarteten Zeitpunkt auftauchen. Zeugnisse dafür sind sowohl Poltergeisterscheinungen als auch jene Wunder, die von Messiassen gewirkt werden, und zwar nicht nur in der Nähe ihrer Körper, sondern auch in beliebiger Entfernung von ihnen. Dies demonstrieren uns jetzt u.a. Sathya Sai Baba [5,7,10], David Copperfield [9] und Anastasia [22].

Wenn wir verstehen, dass Gott überall und allmächtig ist, sollten wir davon ausgehen, dass keine äußeren Kräfte uns irgendwelchen Schaden antun können, sofern Gott nicht darin einwilligt. (Alle Geister werden ebenfalls von Ihm gelenkt.) Und wenn uns etwas Unangenehmes zugestoßen ist, dann sollte man die Ursache in sich selbst suchen: im eigenen Schicksal, in eigenen Fehlern aus naher oder ferner Vergangenheit.

… Wir haben bereits davon gesprochen, dass Gott Seine gesamte Schöpfung durchaus nicht um uns Menschen willen erschaffen hat, sondern um Seinetwillen. Wir Menschen sind überhaupt nicht selbstexistent. Und wir sind nicht objektiv von Gott entfernt. Im Gegenteil: Wir sind in Ihm; unser Getrenntsein von Ihm ist lediglich unsere alberne Illusion — und gerade sie bringt uns in Not.

Wir sind ihm gänzlich untertan. Er weidet uns wie Seine Herde und sendet uns ein Mal nach dem anderen auf irdische “Weiden”, auf dass wir wachsen und reifen. Hier, im Zusammenwirken mit Unseresgleichen und mit Gegenständen der materiellen Welt, erwerben und festigen wir die einen oder anderen Eigenschaften — gute oder schlechte.

Wir müssen lernen, unseren Hirten zu sehen und zu hören, Ihm zu gehorchen und Ihn zu lieben. Der eine lernt es mit Freude, ein anderer versteckt sich lieber vor Ihm und tut so, als ob es Ihn gar nicht gäbe — dafür aber gibt es mich! Und wie gesund, stark und schön ich doch bin!

Friedfertige, Gütige, Liebreiche und Gescheite leitet Er zärtlich an und führt sie rasch an Sich heran und in Sich herein.

Die Übrigen hingegen inkarnieren wieder und wieder in neue Körper. Und zwischen den Inkarnierungen leben sie über längere Zeit unter ihnen ähnlichen Seelen — in jenen Bewusstseinszuständen, die sie sich in ihrem irdischen Leben angewöhnten.

Gott kümmert sich weiter um uns, und Er erinnert uns “bis ans Ende der Welt” fortwährend an Sich durch Seine Messiasse und Propheten und durch heilige Bücher. Er zeigt uns auch, was es heißt, böse, verlogen und niederträchtig zu sein und fremdes Eigentum zu begehren. Dies zeigt Er uns, indem Er uns mit Kriminellen, wütenden Tieren etc. konfrontiert. Er will uns dadurch erklären, was es bedeutet, Schmerz, Angst und fremden Zorn zu erfahren, wie es ist, bestohlen zu werden usw., damit wir lernen, es nicht anderen zu tun. Man nennt das “Gesetz des Karma” — ein Gesetz der Ursache-Wirkungsbeziehungen in unserem Schicksal. Nach diesem Prinzip wird Er uns so lange “schlagen”, bis wir uns von unseren Lastern reinigen und so werden, wie Er uns sehen will — sanftmütig, fürsorglich, altruistisch, absolut ehrlich, ohne Hochmut und Dünkel, nicht fähig zu Zorn und zur Gewaltanwendung, Letzteres mit Ausnahme des Falles, wenn man das Wohl anderer Menschen vor jemands böswilliger Gewalt verteidigt.

Er ist die Liebe. Um in Ihn hineinzufließen oder Ihm wenigstens näher zu kommen, müssen wir ebenfalls zur Liebe werden.

Was ist nun also Liebe? Wie wenige Menschen verstehen doch, was dieses Wort bedeutet! Die Liebe sind vor allem emotionale Zustände. Der wichtigste und kostbarste von ihnen ist feinfühlige, ruhige Zärtlichkeit. Auch Fürsorge, Wohlwollen, Respekt, Achtung, Erkenntlichkeit usw. Emotionen sind nicht Gedanken, nicht Mimik, nicht verhaltensmäßige Reaktionen, nicht elektrische Vorgänge im Gehirn. Emotionen entstehen überhaupt nicht im Kopf, wie die materialistisch gesinnten Physiologen glauben. Emotionen entstehen in der Brust, im Hals und im Bauch, und zwar in spezialisierten emotionserzeugenden Organen — den Chakras.

Die oben aufgezählten Schattierungen der Liebe werden im Anahata-Chakra erzeugt, welches im Brustkasten liegt. Sie sind in der Tat nur denjenigen Menschen bekannt, bei denen das jeweilige Chakra entwickelt ist und richtig funktioniert. Für die anderen Menschen sind Begriffe wie Zärtlichkeit, Wohlwollen usw. bloß Worte, hinter denen für sie kein konkreter Inhalt steht. Und wenn ein Mensch ohne die “herzliche” Liebe lebt, dann lebt er “fern” von Gott und hat vorerst keine Chancen auf spirituellen Erfolg, auf das Erkennen Gottes und Seiner Liebe und sogar aufs Paradies.

Liebe und Seelenfrieden sind zwei Zustände, die uns, wenn wir in ihnen leben, Aussichten darauf bieten, uns spirituell rasch zu vervollkommnen und Gott näher zu kommen. Dagegen sind Ärger in dessen vielen Formen (Hass, Wut, Gereiztheit, Verurteilung, Eifersucht, Unzufriedenheit u.a.) und Furcht diejenigen Zustände, die uns von Gott wegführen; sie führen uns in die Hölle. Diese beiden Zustandspaare sind einander entgegengesetzt und widersprechend.

Ärger und Furcht zu lernen ist einfach. Das können fast alle Menschen. In Russland wurden sie Jahrzehnte lang von Führern der KpdSU erfolgreich gelehrt. Deren eifrige Nachfolger sind heute russische Faschisten und Mystiker mit schizophrenen bis paranoischen Neigungen [7,9]. Überhaupt schafft die Gesamtlage in unserem Land (wirtschaftliches Chaos, massenhafte Vorenthaltung von Gehältern, tobende Kriminalität, Trunkenheit, Verherrlichung von Gewalt und Angst in manchen Fernsehfilmen) günstige Voraussetzungen für einen kolossalen Zuzug von Russen im diabolischen Äon.

Wollen wir aber selbst dorthin? Wie sollen wir dem Übel entgegentreten, das uns in die Hölle zieht? Mit einem Hass gegen diejenigen, die “das alles angerichtet haben”? Dies ist die einfachste Lösung, aber eine törichte! Gerade sie sichert uns sowohl schlechtes Karma in diesem und folgenden Erdenleben als auch die Hölle dazwischen.

Die Bedingungen, in die wir jetzt geraten sind, sind doch auch das Karma eines jeden von uns, das wir uns in früheren entgeistigten Leben verdient haben. Wollen wir für die Zukunft noch Schlechteres?…

Zu einem guten Schicksal, zum Paradies und zu Gott können uns nur Liebe und Seelenfrieden führen, und das ungeachtet der äußeren Verhältnisse.

Wie können wir nun Liebe und Frieden erlernen?

Der erste Weg, den Gott vor langer Zeit den Menschen gewiesen hat, ist eine harmonische sexuelle Liebe — eine Liebe frei von Begehrlichkeit, Wollust (egoistisches Wollen) und Eifersucht, eine Liebe, die sich auf gegenseitigen Respekt gründet, auf beiderseitiges Schenken seiner selbst, auf Handlungen um des anderen und der allgemeinen Harmonie willen, nicht um der eigenen Person willen. Der zweite Weg ist eine harmonische, glücksbringende Erziehung von Kindern. Der dritte heißt: Harmonie im Umgang mit lebender Natur. Der vierte: spirituelle Kunst. Und zwar die, welche vor allem die Entfaltung von Liebe und Frieden in uns begünstigt. Der fünfte Weg ist der Besuch von Andachtsorten, wo harmonische und die Liebe entfaltende gemeinschaftliche Meditationen stattfinden.

Überdies gibt es esoterische Methoden der Selbstarbeit, wo an erster Stelle die Entfaltung des Hauptorgans emotionaler Liebe — des Anahata-Chakra — stehen soll. Danach folgen Techniken der Bewusstseinsverfeinerung sowie solche, die zur Erkenntnis des Heiligen Geistes und später des Gott-Vaters führen.

… Wir — als Bewusstseine, Seelen — haben im Verlauf unserer gesamten persönlichen Evolution einige individuelle Eigenschaften entwickelt, die als “Charaktermerkmale” bezeichnet werden. Es können sowohl gute wie lasterhafte Merkmale sein.

Laster können zum Beispiel folgende sein: Zornigkeit, Aggressivität, Gewaltsamkeit, Anzüglichkeit, Hochmut, Habsucht, Egoismus, Lästigkeit, Lügenhaftigkeit, Grobheit, Taktlosigkeit. Hinzu kommen geringfügiger lasterhafte, für die Umgebung aber unangenehme Eigenschaften wie etwa die Angewohnheiten, an den Fingernageln zu nagen, beim Sitzen am Tisch “mit den Knien zu zittern”, dauernd zu schnupfen, derbe Worte zu benutzen oder schlicht zu viel oder zu laut zu sprechen. Als lasterhaft kann auch das Fehlen positiver Eigenschaften angesehen werden, so das Fehlen innerer Ruhe, der Fähigkeit zu aufrichtiger und zärtlicher Liebe, der Treue und Zuverlässigkeit bei Beziehungen mit anderen Menschen, fehlender Glaube an die Existenz Gottes, fehlendes Bestreben nach spiritueller Vervollkommnung oder auch das Fehlen einer aufrichtigen Bereitschaft, anderen Menschen bei Gutem zu helfen.

Wie kann man gegen Unvollkommenheiten kämpfen? Die Empfehlungen können je nach Situation verschieden sein. Es genügt mitunter, schlicht zu erfahren, dass meine bestimmten Handlungen lasterhaft sind, und die Gewohnheit dazu verschwindet sofort. So verzichtete der Verfasser dieses Buches unverzüglich auf das Rauchen, Alkoholtrinken und Ernähren mit toten Tierkörpern, nachdem er erfahren hatte, dass es einen Gott gibt, dass das Leben Sinn hat und dass der Verzehr toter Tiere für uns keine Notwendigkeit ist, sondern eine rücksichtslose Esslaune.

Es gibt also Laster aus Unwissenheit, und sie sind schnell fort, sobald das Licht des Wissens gekommen ist. Aber es gibt auch lasterhafte Charakterzüge wie die Gewohnheit zu lügen oder in einem reizbaren bis zornigen Zustand zu verweilen, Lästigkeit, Hochmut, Habsucht, Egoismus, Feigheit u.dgl., die nicht augenblicklich beseitigt werden können. Um sie zu besiegen, ist eine gedankliche Verarbeitung nötig. Es geht darum, neue, richtige Muster für Denken, emotionales Reagieren und Verhalten auszuarbeiten. Sehr hilfreich kann dabei seriöse spirituelle Literatur sein, aber auch bestimmte psychoenergetische Techniken wie die Regulierung der eigenen Chakras und seriöse Bußarbeit.

Betrachten wir jetzt, was Buße ist, was ihr Sinn und Mechanismus ist. In entarteten religiösen Richtungen kann Buße ebenfalls anwesend sein, doch sie hat dort ihre Wirksamkeit verloren. Die Ursache dafür liegt im Abhandenkommen der richtigen Vorstellung über die Beziehungen zwischen Mensch und Gott. Gott erscheint dort wie ein schrecklicher Richter, der aus irgendeinem Grund die Menschen nach dem Kriterium des Vorhandenseins oder Nichtvorhandenseins von “ungesühnten” Sünden sortiert und sie auf dieser Grundlage dann für immer und ewig in die Hölle oder ins Paradies schickt. Die vor der Hölle rettende “Sühne” bestehe, so wird dort behauptet, darin, dem “Hirten” seiner Sekte gewissenhaft von den eigenen Sünden zu berichten. Dieser werde dann “die Sünden erlassen” und so vor der Hölle retten. Sünden begehen also darf man. Denn alle sündigen. Wenn du nicht sündigst, könntest du stolz werden auf deine Rechtschaffenheit, und das wäre ja die schrecklichste Sünde. Darum gilt es: Man darf sündigen, solange man die rettende Beichte nicht versäumt.

Ein kluger Mensch wird leicht verstehen, dass diese “Buß-Formel” nichts anderes ist als ein Mittel dazu, die “Herde” einzuschüchtern und zu zwingen, in die Kirche zu gehen, wo man “freiwillige Spenden” für den Unerhalt der “Hirten” zahlt.

Im Kontext dieses Buches dürfte für uns die Frage interessant sein: Was hat zu einem solch absurden Sühne-Konzept geführt? Die Antwort ist: Derartige “christlichen” Sekten wissen nicht, das Gott Vater uns in Sich Selbst erwartet — vollkommen und Gott-ähnlich, wie wir werden sollen. Folglich liegt der Sinn der Buße überhaupt nicht darin, einem “Väterchen Bericht zu erstatten” und so der Hölle zu entgehen, sondern darin, sich der eigenen seelischen Laster gänzlich zu entledigen und, wie Gott, reine Liebe zu werden und anschließend durch Erwerb von Weisheit und Kraft Sein Teil zu werden und für immer mit Ihm zu verschmelzen. Mit anderen Worten: Wir sollen uns selbst als ein würdiges Geschenk für Ihn bereiten, als Geschenk unserer Liebe zu Ihm, als Heilige Darbringung. Diese Darbringung muss göttlich rein sein.

Jetzt dürfte klar geworden sein: Wie oft auch immer wir unsere Sünden beichten und sich ihretwegen entschuldigen mögen, wird uns das, solange wir in gefühlsmäßiger Grobheit leben, nicht im Mindesten von der Hölle retten. Es wird uns weder dem Paradies noch Gott näher bringen!

… Der Hauptmechanismus der Buße ist Reue über begangene Verfehlungen. Jede unsere Schädigung eines beliebigen Lebewesens, sei es aus Nachlässigkeit oder infolge unseres schlechten Charakters, gehört in die Hauptgruppe unserer Sünden. Dabei kann der Schaden mit Worten und Taten und sogar durch schlechte Emotionen zugefügt werden. Mehr noch: Jedes Mal, wenn wir den Zustand der Liebe verlassen, entfernen wir uns nicht nur von Gott, sondern beschmutzen mit unseren schlechten Gefühlsenergien auch den umgebenden Raum innerhalb des Absoluten. Und Gott zeigt uns, dass auch solche unsere Zustände sündhaft sind und zur Anhäufung negativen Karmas führen.

Unsere Sünden können wir uns als Perlen vorstellen, die auf dem Faden unserer schlechten Eigenschaften (Lastern) aufgereiht sind. Wer seine Laster loswerden will, sollte versuchen, sich an die wichtigsten Situationen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Laster zu erinnern und jeden einem anderen Lebewesen von sich zugefügten Schmerz reuevoll und so tief wie möglich nachzuempfinden. Auf diese Weise können wir unsere falschen Stereotype zerstören und Vorbilder für richtige Entscheidungen vorbereiten.

… “Wahrheit (d.h. richtige Auffassung davon, was Gott, Mensch und Evolution sind) — Schlichtheit — Liebe — Karma-Yoga (Dienst für Gott durch Dienst an Menschen in allem Guten) — Vernichtung des eigenen niederen Ich um der Verschmelzung mit dem Höheren Ich Gottes willen”: Dieses Schema spiritueller Arbeit bot uns der Avatar Babadschi an. Wenn wir uns dem Willen Gottes gemäß verändern, ändern wir unser Schicksal, indem wir es mit immer günstigeren Möglichkeiten für spirituelles Wachstum füllen, unser Leben immer glücklicher machen und uns dem Endziel unserer persönlichen Evolution nähern — der Glückseligkeit der Vereinigung mit Gott Vater.

Liebe, Weisheit und Kraft

Gott erläuterte mir einmal, dass Seine Haupteigenschaften Liebe, Weisheit und Kraft sind. Deshalb sollten Menschen, die nach der Vereinigung mit Ihm streben, sich gerade nach diesen drei Grundkriterien entwickeln [9]. Viele Jahre später kamen dieselben Worte zu uns von Gott durch “Das Buch Jesu” [21].

Die Meisterung jeder der genannten Eigenschaften Gottes erfolgt sowohl in dem durch richtiges Bestreben vergeistigten “gewöhnlichen” Leben als auch mittels spezieller psychoenergetischer Techniken. All das lehrte und lehrt uns Jesus [10]. Eine ausführliche Konkretisierung dieser Grundsätze für moderne Menschen bietet uns ein großer Zeitgenosse, der Messias Sathya Sai Baba [5,7,10,28-30 u.a.]. Äußerst wertvolle Ratschläge darüber, wie man sich dem Vorbild ethischer Vollkommenheit nähern kann, findet man auch in Belehrungen anderer spiritueller Lehrer, die Gott erreicht haben, darunter von Juan Matus und Rajneesh [10].

… Was somit den ethischen Entwicklungsaspekt anbelangt, so sollten wir damit beginnen zu lernen, wie Gott uns in dieser Beziehung sehen will. Dann spüren wir unsere Laster auf und beseitigen diese u.a. durch Sühne. Gleichzeitig prägen wir uns positive Eigenschaften ein. Wer nun voller Zuversicht diesen Weg geht und vom Bestreben nach praktischer Gotterkenntnis und von inniger Liebe zu Gott durchdrungen ist, für den ist ein Training psychischer Selbstregulierung, beginnend mit der Meisterung der Fähigkeit, die Bewusstseinskonzentration von Chakra zu Chakra zu verlagern, die entscheidende Etappe bei der ethischen Selbstkorrektur, vor allem bezüglich der Lenkung eigener Emotionen. Sind die Chakras doch die Organe, in denen Emotionen und sonstige psychischen Zustände des Menschen erzeugt werden. So wird im Anahata-Chakra die Emotion “herzlicher” Liebe erzeugt. Wenn wir also diese Energiestruktur durch spezielle Übungen gereinigt und entwickelt haben, dann führt uns ein einfacher Bewusstseinseintritt in sie von Zuständen wie Müdigkeit, Gereiztheit oder Unruhe in einen klaren und reinen Zustand von Liebe und Frieden. Wenn wir diese Techniken praktizieren, merken wir, dass die Einstellung anderer Menschen uns gegenüber sich ebenfalls ändert. Wir erzeugen dann nämlich ein günstiges Energiefeld, in dem sich andere besser fühlen. Es wird für sie angenehm, mit uns Umgang zu haben — daher die veränderte Einstellung. Wenn wir indes viel Energie für berufliche Aktivitäten benötigen, dann können wir ein intaktes Manipura-Chakra oder auch den gesamten Komplex der drei unteren Chakras (Hara) gut gebrauchen. Geistige Tätigkeit wiederum kann bei verunreinigten und unentwickelten Kopfchakras nicht erfolgreich sein… Im Übrigen hat der Zustand der Chakras unmittelbaren Einfluss auf die Funktion der Organe, die in den entsprechenden Körpersegmenten liegen. Viele chronische Erkrankungen werden deshalb allein durch energetische Reinigung des betreffenden Chakras schnell geheilt.

… Der Aspekt der Weisheit wird beim Menschen in zwei Phasen entwickelt. In der ersten wird Wissen angehäuft und der Denkapparat selbst verbessert. Die Fähigkeit, falsche Konzeptionen aufzuspüren und den Intellekt kreativ zu gebrauchen (erfolgreiche Suche nach neuer Lösungen, Findigkeit in kleinen und großen Dingen) weist auf einen entwickelten Verstand hin. Der Besuch von Lehreinrichtungen, das Lesen von Büchern, geistig entwickelnde Spiele, intellektuelle Anstrengung in Wissenschaft, Produktion, Pädagogik usw.: All das begünstigt die positive Evolution einer menschlichen Seele.

Sich ohne einen entwickelten Intellekt ernsthaft mit religiöser Praxis zu beschäftigen, ist äußerst gefährlich. Solche Menschen werden leicht zu Opfern falscher und verderblicher Konzeptionen, etwa dass man um des spirituellen Fortschritts wegen möglichst viel Urin trinken muss oder dass die “Befreiung” durch vollständiges Verwerfen aller ethischen Normen und ein “spontanes” Verhalten erreicht werde. Sie sind nicht in der Lage, Liebe von Lust zu unterscheiden, Zärtlichkeit von Süßlichkeit, Feinheit von Grobheit, Gott von einem Teufel. Indem sie beispielsweise denken, die Stimme Gottes zu hören, unterwerfen sie sich der Führung von Dämonen und Teufeln und berauschen sich an ihrer “persönlichen Kraft” durch Vereinigung mit diabolischer Grobheit. Psychoenergetische Arbeit ist nicht für schwache Gemüter. Deren Aufgabe ist vorerst eine Selbstvervollkommnung durch Dienen, Festigen des Glaubens, ethische Selbstkorrektur und Wissenserwerb.

Die zweite Phase bei der Entwicklung des Weisheitsaspekts ist damit verbunden, den multidimensionalen Raum bewusstseinsmäßig für sich zu erschließen und das diesen bevölkernde Bewusstsein — einschließlich des Schöpferbewusstseins — zu erkennen. Dieser Prozess führt zum allmählichen Wandel des ursprünglichen menschlichen Egozentrismus in einen Gott-Zentrismus. Und den Höhepunkt seiner Weisheit erreicht ein verkörperter Mensch durch die Fähigkeit, die Erscheinungen der materiellen Welt mit einem gottzentrischen Blick zu sehen, mit einem Blick aus Gott heraus, nicht aus dem eigenen, dem Körper anhängenden kleinen Ich, wie es bei den meisten Menschen der Fall ist.

“Richte deinen Verstand auf Mich”, lehrte uns Gott durch die Bhagavad Gita [10]. Dies bedeutet: Versuche zunächst, geistig zu erfassen, was Gott ist und welchen Platz in der Schöpfung du in Verbindung mit Seiner Existenz einnimmst. Wenn dies gelingt, dann kann durch besondere spirituelle Praktiken die Fähigkeit kommen, sich als Bewusstsein in Ihn zu versenken [6,7] und so der vollständigen und endgültigen Vereinigung mit Ihm näher kommen.

Die Fähigkeit, die Ausrichtung des eigenen Verstandes und danach des Bewusstseins zu lenken, anstatt bloß reflexartig auf äußere Reize zu reagieren, kann ebenfalls nicht ohne ein spezielles psychoenergetisches Training gemeistert werden. Die Rede ist von der Arbeit mit den eigenen Indriyas.

Mit dem Sanskrit-Begriff “Indriyas” werden die “Antennen” des Bewusstseins bezeichnet. Der “normale” inkarnierte Weltmensch lebt in seinem Körper, ist aber keineswegs dessen Herr, sondern eher ein Sklave. Er ist mit ihm so fest verbunden, als würde man etwa einen Autofahrer für lange Zeit an den Sitz und den Steuermechanismus fesseln. Diese “Automobile” sind bei allen verschieden: bei dem einen nagelneu und noch intakt, bei einem anderen alt und klapprig. Für gewöhnlich “sitzt” der Mensch mit seinem Bewusstsein in einem seiner Chakras, oft in einem schmutzigen und defekten, und wenn er sich im Inneren des Körpers verlagert, dann nicht nach seinem Willen, sondern weil das eine oder andere körperliche Bedürfnis ihn herumkommandiert: Irgendwo hat es weh getan, woanders “zieht” es, noch anderswo ist es angenehm… Und aus diesem seinem “Automobil” schaut er hinaus bloß durch die Sinnesorgane: Sehen, Hören, Riechen usw. Dabei streckt er gleichsam durch die Sinnesorgane seine “Bewusstseinsantennen” aus.

Beobachten wir das einmal an uns selbst. Ich höre jetzt Radio. Meine Indriyas sind durch die Ohren zum Radioempfänger ausgestreckt. Plötzlich aber läutet daneben das Telefon. Im Nu übertrage ich die Indriyas darauf und ziehe sie vom Radio ab. Jetzt sind sie am Telefonapparat; das Radio nehme ich nicht mehr wahr. Auf geistigem Weg senden wir unsere Indriyas auch zu Gegenständen oder Menschen, wenn wir an sie denken. Empfindliche Menschen spüren oder gar hellsehen fremde Indriyas, die auf sie oder auf andere gerichtet sind. Je nach dem Gefühlszustand desjenigen, der seine Indriyas sendet, kann ihre Wirkung wohltuend, neutral, unangenehm oder sogar krankheitserregend sein. Letzteres nennt sich im Volksmund “böser Blick”: Ein energetisch unguter starker Mensch hat mit seinen Indriyas einen anderen Menschen berührt und diesem dabei die Energie seiner schlechten Emotionen “eingeflößt”. Das Opfer fühlt sich schlecht und kann deswegen krank werden. Nun ziehen wir für uns die Schlussfolgerung: Mein Gefühlszustand, besonders wenn ich bereits “persönliche Kraft” habe, ist nicht nur meine persönliche Sache. Nein: Wir können anderen Menschen durch unsere schlechten Emotionen spürbar schaden, sogar ohne es zu wollen. Und umgekehrt, wir können anderen helfen (z.B. heilen), indem wir ihnen unsere Liebe senden.

… Je mehr sich ein Mensch als Bewusstsein in eine nützliche Richtung entwickelt, desto freier wird er von den Fesseln, die ihn an den Körper binden. Zunächst lernt er, sich ungehindert und wunschgemäß in seinem Körper durch die Chakras und Hauptmeridiane zu bewegen, und erlangt die Fähigkeit, den Körper von energetischem Schmutz zu reinigen, was nicht zuletzt auch sehr gesundheitsfördernd ist. Danach wird es ihm auch möglich, außerhalb der Körpergrenzen zu gelangen, die Größe des Bewusstseins aktiv auszuweiten, “persönliche Kraft” zu entwickeln, die u.a. die Möglichkeit bietet, von Äon zu Äon zu wechseln, und die multidimensionale Natur des Universums aktiv zu erforschen.

Ein entwickeltes Bewusstsein, das vom Anahata-Chakra ausgehend außerhalb der Körpergrenzen getreten ist, kann mit einer Amöbe verglichen werden, die jetzt schon direkt und ungehindert, nicht durch körperliche Sinnesorgane, ihre Indriyas zu dem einen oder anderen Objekt ausstreckt und sich daran herantastet. Mit der Verfeinerung unseres Selbst als Bewusstsein erlangen wir die Fähigkeit, auf diese Weise in immer feinere Äonen einzudringen — bis zur Wohnstätte des Primordialen Bewusstseins, dem Bewusstsein des Gott-Vaters.

… Die “persönliche Kraft” des Menschen ist nicht die Kraft des Körpers, sondern die Kraft des Bewusstseins. Sie kann sowohl diabolisch wie göttlich werden, je nachdem, in welche Richtung der Mensch selbst in seiner Entwicklung geht. Dies wiederum wird unter anderem dadurch bestimmt, welche Gefühlszustände man sich angewöhnt hat. Die “persönliche Kraft” kann auch nicht richtig entwickelt werden, ohne dass man seinen Körper in einem gesunden und aktiven Zustand erhält. Deshalb sind körperliche Arbeit, sportliche Belastung, Abhärtung und richtige Ernährung sehr wichtig, auch in der Kindheit. Der Körper muss stark und gesund werden, wenn man spirituell wirklich erfolgreich sein will.

Die für ein intensives Wachstum eines Einzelbewusstseins notwendige Energiestruktur ist der Komplex der drei unteren Chakras — das Hara (unteres Dantian). Es ist aber ein grober Fehler, die spirituelle Arbeit gerade mit seiner Entwicklung zu beginnen: Der Erwerb “persönlicher Kraft” ohne ein entwickeltes Anahata-Chakra und eine tief ethische Gesinnung kann einen dazu provozieren, ethische Laster in sich zu pflegen. Dann wird psychoenergetisches Training nicht nutzbringend, sondern äußerst schädlich. Deshalb muss man bei der psychoenergetischen Arbeit immer, ganz besonders am Anfang des Weges, der Arbeit mit dem spirituellen Herzen den Vorrang geben. Die Fähigkeit, die Welt vom Anahata-Chakra aus zu sehen und diesen Zustand sogar in extremen Situationen zu wahren, ist der Maßstab, der die Grundlage dafür bietet, einem Schüler die Techniken zur Erhöhung der Bewusstseinskraft zu vermitteln.

Was ist Liebe

Die Liebe ist aspektreich. Sie zeigt sich als Fürsorglichkeit und Zärtlichkeit, als Hingabe und Selbstaufopferung, als ein Dienen für Gott, welches durch das Dienen an Menschen verwirklicht und als Karma-Yoga (Arbeit nicht um sich selbst willen, sondern für Gott) bezeichnet wird, usw. Doch das “Fundament” der Liebe ist ein stetiges Verweilen des Bewusstseins im Anahata-Chakra und folglich das Sichverwandeln als Bewusstsein in ein beständiges Liebesgefühl, das auf alle Menschen und alles Leben ausgestrahlt wird. Zu seinen Haupterscheinungsformen gehört — darunter auch sexuell gefärbte — Zärtlichkeit. Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass ein ethisch korrektes Sexualleben den Menschen direkt hilft, Liebe zu entwickeln.

Gott ist die Liebe. Wenn wir danach streben, mit Ihm zu verschmelzen, dann müssen wir uns ebenfalls in die Liebe verwandeln, das heißt in ein Bewusstsein, das in einem Zustand beständiger gottähnlicher Liebe verweilt. Gerade dann werden wir zu jenen Schülern Gottes, die Er, nachdem Er ihnen weitere Weisheiten gelehrt hat, in sich aufnimmt. Das ist denn auch die Hauptvoraussetzung für Fortschritte auf dem Direkten Weg zu ihm. Und diejenigen Menschen, die der Liebe feindlich gesinnt sind, sind Gottes Feinde.

Ein Adept des Direkten Weges, der sein spirituelles Herz zunächst in seinem Körper entwickelt hat, lernt als Nächstes, es außerhalb des Körpers auszuweiten — erst einige Meter weit, dann über die gesamte Erde und später noch weiter. Eben das ist die optimale Variante, um die Körperidentifikation aufzugeben, als Einzelbewusstsein richtig zu wachsen und noch während des inkarnierten Lebens die Gewohnheit zu erwerben, außerhalb des Körpers zu existieren und zu handeln. Ein Mensch, der sich bis zu diesem Grad entwickelt hat, fühlt sich nicht mehr gebunden an seinen Körper und fürchtet nicht dessen Tod. Er hat sich ja überzeugen können, dass der Besitz eines Körpers für ihn keine Bedeutung hat und der Tod des Körpers ihn bloß von irdischen Sorgen befreien wird. Ein solcher Gottesmensch steht unmittelbar vor dem Moment, da der Schöpfer sich Ihm öffnet und ihn in Seine Wohnstätte hereinlässt.

Die Liebe zu Menschen

Die Liebe kann und sollte sowohl in Emotionen wie in Taten zum Ausdruck kommen. Über die emotionale Liebe haben wir bereits gesprochen und wollen es auch im Weiteren tun. Jetzt sei nur noch einmal nachdrücklich wiederholt: Das Entfalten emotionaler Liebe ist die hauptsächlichste Methode der spirituellen Vervollkommnung. Eben dadurch verwandeln wir uns (als Bewusstsein) zunächst in eine gottähnliche Liebe und dann in die Göttliche Liebe. So vereinigen wir uns mit Ihm — wir verschmelzen mit Ihm.

Diese Liebe darf man nicht mit Begehrlichkeit verwechseln — der sexuellen egoistischen Leidenschaft. Sie ist ebenso wenig der Süßlichkeit ähnlich — einer Parodie der Liebe, die beim Versuch entsteht, Liebe äußerlich zu demonstrieren, wenn das spirituelle Herz liebesleer ist. Ein Anzeichen wahrer Liebe ist auch das vollkommene Ausbleiben von Gewaltsamkeit und Zwang. Andernfalls ist es keine Liebe, sondern Gewaltanwendung. Die Liebe ist feinfühlig und zärtlich, sie enthält keine Beimischungen von Egoismus und Egozentrismus, sie nährt sich von der Sorge um den anderen, um andere, nicht um sich. Sie muss reifen gestützt durch wahres Wissen über Gott und über den Sinn des menschlichen Lebens. Eine Liebe, die sich mit Wissen und Erfahrung bedeckt, wird weise. In der Unterstützung anderer, auch im Kampf um ihr Wohl, aber auch durch besondere Meditationstechniken wird sie stark.

Liebe, Weisheit und Kraft: Dies sind drei Eigenschaften Gottes. Wer sie bei sich auf die göttliche Stufe gebracht hat, vereint sich leicht mit dem Bewusstsein des Gott-Vaters und vollendet seine persönliche menschliche Evolution. Weiter beginnt eine Existenz bereits als aktiver Teil des Gott-Vaters. Diesen Weg zur Göttlichkeit kann man jedoch nicht zurücklegen, indem man nur darüber nachsinnt. Es ist eine lange und schwierige Umarbeitung des Selbst. Sie ähnelt gewissermaßen der Arbeit von Athleten, die durch jahrelanges, beharrliches und hartes Training ihre Körper zur Perfektion bringen. Doch die Arbeit mit dem Bewusstsein ist noch viel komplizierter. Dabei sind hier, wie im Sport, große Resultate ohne die Hilfe eines Lehrers meist nicht erreichbar. Ein solcher spiritueller Lehrer kann entweder ein verkörperter menschlicher Guru sein, einer, der bereits den gesamten oder beinahe den gesamten Weg gegangen ist und das Ziel des Weges persönlich kennt, oder aber kann Gott selbst zum Guru werden, wie es in meinem Leben der Fall war [9].

Eine universelle Methode der Selbstentwicklung auf dem Weg zur Vollkommenheit, die Gott uns beständig nahe legt, ist das Karma-Yoga — Selbstvervollkommnung durch einen Dienst für Gott, der dadurch verwirklich wird, anderen Menschen bei deren Evolution zu helfen. Hierzu führt sowohl das Überbringen spiritueller Kenntnisse wie das Vermitteln elementarer Lese- und Schreibkenntnisse, aber auch Arbeit in der Wissenschaft, Pädagogik, Medizin oder Kunst, im Wohnbau, in der Produktion von Kleidung und Lebensmitteln, in Handel und Industrie, aber auch beim Schutz des sozialen Friedens vor kriminellen Übergriffen menschlicher Scheusale, eines Abfallstoffs der Evolution. Es ist wichtig, jede dieser Tätigkeitsarten nicht für sich selbst auszuüben, also nicht eigennützig, sondern um anderen Menschen bei ihrem Aufstieg zur Vollkommenheit zu helfen, indem man unter anderem für ihr Leben auf der Erde, dieser Schule Gottes, Sorge mitträgt.

Das Karma-Yoga-Prinzip setzt keinesfalls unentgeltliche Mühe voraus — das wäre absurd. Diejenigen aber, denen Hilfe geschenkt wurde, sind verpflichtet, an Gegengeschenke zu denken. Menschen, die erhaltene Geschenke nicht mit Geschenken erwidern, nennen sich Diebe [10].

Es ist noch wichtig zu erwähnen, dass Tätigkeiten, die für Menschen schädlich sind, nicht zum Karma-Yoga gehören und in keiner Weise richtig sein können. Es sind dies beispielsweise die Herstellung und Verbreitung von alkoholischen Getränken, Tabak und sonstigen Psychodelika (sie werden nicht ganz adäquat “Narkotika” genannt), die Beteiligung an Angriffskriegen, jede Propagierung von Hass und Aggressivität und jedes Provozieren von Angst bei Menschen. Kein Karma-Yoga ist es auch, wenn man Tiere tötet, um sich von ihren Körpern zu ernähren oder das von ihren Körpern abgezogene Fell zu verwenden. Auch unnötiges Zerstören von Pflanzen ist kein Karma-Yoga. Resümierend: Karma-Yoga als Dienst für Gott heißt Unterstützung nur bei Gutem.

Die Liebe zur Natur

Der Umgang mit lebender Natur ist notwendig. Nicht zuletzt die Abgeschiedenheit in einem Wald oder anderen Naturlandschaften ist ein wichtiger Weg dazu, sich Gott “hinzustellen”, damit Er uns erfolgreicher lehren kann. “Im Wald sollt ihr meine Weisungen suchen!…” [20: Blätter aus Moryas Garten. Der Ruf]. Denn gerade dort kann sich unser Bewusstsein über die Harmonie der Umgebung “ergießen”, anstatt dass wir in der Stadt in unseren Kopfchakras “sitzen”, uns nur mit Informationen über irdisch-menschliche Leidenschaften “füttern” und uns mit negativen menschlichen Gefühlsenergien beschmutzen.3

Freilich sind große städtische Kulturzentren ebenfalls nötig: Dort gibt es Bibliotheken und reiche Möglichkeiten zu intellektueller Entwicklung. Man findet dort auch viel eher Gleichgesinnte und Gefährte auf dem spirituellen Weg.

Nützlich ist es auch, den eigenen Körper dem Sonnenlicht auszusetzen, speziell morgens, wenn es besonders sanft ist. Dieses Licht existiert nicht nur auf der materiellen Ebene; es durchdringt auch andere — feinste — Dimensionen im Innern unseres multidimensionalen Organismus, belebt diesen und füllt ihn mit seiner reinen Kraft.

Für Bewohner nördlicher Breiten, wo der Winter lang ist, sind “künstliche Sonnen” nützlich, und zwar Quarzlampen, mit denen man sich periodisch zuhause bestrahlen kann. Es ist auch ein hervorragendes Mittel gegen verschiedene Unpässlichkeiten. So lassen sich Erkältungskrankheiten sehr leicht mit ultravioletten Strahlen abwenden, wenn diese bei den allerersten Symptomen zum Einsatz kommen. Und ein Husten ist schnell wieder weg, wenn man mithilfe der Quarzlampe Brust und Rücken leicht ansengt, also die Stellen, wo man Senfpflaster auflegt.

Im Sommer und Herbst werden Pilze und Beeren gesammelt oder gekauft, die für eine reine Ernährung sehr wichtig sind. Und in jeder Jahreszeit empfiehlt sich meditative Arbeit an besonderen “Kraftorten”, d.h. Plätzen von wesentlicher energetischer Bedeutung für den Menschen. Sie sind sehr unterschiedlich und können dazu genutzt werden, sich selbst zu heilen, bestimmte Energiestrukturen zu entwickeln, mit Gott sprachlich zu kommunizieren, das Bewusstsein zu verfeinern, psychoenergetische Kraft zu steigern oder auch dazu, das eigene Ich in Gott aufzulösen und mit Ihm zu verschmelzen.

… Am meisten Harmonie und Glückseligkeit schenkt uns die Natur an einem frühen Frühlingsmorgen, wenn noch vor dem Tagesanbruch die Vögel zu singen und zu balzen beginnen und wenn die gesamte Umgebung sich mit der Energie ihrer Liebe sättigt. Eine Einstimmung in ihren Zustand bringt uns näher zu Gott und ist eine reale Stufe der Bewusstseinsverfeinerung. Wer dagegen gern lange schläft und sich dieses “Recht” als eine “Nachteule” gönnt, der hat viel weniger Chancen auf spirituellen Aufstieg.

… Lenzliche Abendröten bringen ebenfalls eine Fülle feinster Eindrücke. Zu dieser Zeit überlagert sich der Vogelgesang gleichsam mit der Gesamtkulisse der großen gesättigten Stille und Harmonie. Zu solchen Stunden “entfließt” die Bewusstseinsenergie dem Körper und ergießt sich über die gesättigte Glückseligkeit des Waldes, füllt diesen und verschmilzt mit ihm. Auf diese Weise wird das Bewusstsein immer beweglicher und fließender und festigt sich in Harmonie und Reinheit.

… Aber auch in jeder anderen Jahreszeit schenken Morgen- und Abendstunden im Wald oder am Wasser die Erinnerung an Frühlingsröten. Sie sind für diejenigen bedeutsam, die gelernt haben, den Frühling in aller Fülle zu empfinden.

… Die Natur ist nicht zuletzt eine Vielzahl von lebenden Geschöpfen — Tieren und Pflanzen, deren Seelen den meisten Menschen gegenüber weitaus verfeinerter sind und auch unvergleichlich mehr Frieden in sich tragen. Ein moderner Durchschnittsmensch muss einen langen Weg gehen, um ihr Niveau von Frieden und Liebe zu erreichen. Erst dann darf er eine eigene Spiritualität beanspruchen. Außerdem ist es gerade und nur in offenen Naturlandschaften möglich, ein verfeinertes Bewusstsein weiter auszudehnen — in käfigähnlichen Stadtzimmern und “Straßenkorridoren” ist dies undenkbar.

… Es sei noch einmal erinnert: Emotionen sind Zustände des Bewusstseins. Und Bewusstseine sind wir. Eben dadurch, dass wir uns in bestimmten Bewusstseinszuständen befinden, sind wir entweder weiter vom Schöpfer entfernt oder Ihm näher. Gott im Schöpferaspekt ist das Höchstmaß an Verfeinerung der Bewusstseinsenergie. Wissen wir jetzt, wohin wir uns bei der Entwicklung unserer Gefühlssphäre bewegen sollen?

… Nur wenige von uns waren schon einmal bei einer frühjährlichen Birkhahnbalz, da der frühmorgendliche Nebel vom lauten, begeisterungsvollen Lied und vom “Fiepen” dieser großen, schönen und leidenschaftlichen Vögel erfüllt wird. Und die meisten derer, die bei Birkhahnbalzen dabei waren, beendeten diese wunderschönen Liebeslieder mit Gewehrschüssen, Schmerz, Blut und Tod oder ergötzten sich an der Genusssucht sadistischer Töter.

Atheisten und Mitglieder der Massensekten unseres Landes, die in Traditionen eines “Rechts” auf das Töten von Tieren erzogen worden sind und kein absolutes inneres Tabu für Leidzufügung nach eigenem Gutdünken haben, schrecken auch nicht vor Massentötungen von Menschen zurück. Erinnern wir uns beispielsweise an den Alkoholiker und Drogensüchtigen Breschnew und seine Gefolgschaft von Jägern und Zechkumpanen, die nicht zuletzt die denkwürdige Kriegsaggression in Afghanistan vom Zaun brachen… Und hat nicht eine Kompanie ebensolcher Liebhaber vom fremdem Leid und Blut, nachdem sie einen orthodoxen Kirchensegen empfangen hatte, das Massenblutbad im ersten der beiden letzten “tschetschenischen” Kriege begonnen? Das Genozid am tschetschenischen Volk wurde nur deshalb eingeleitet, weil diese Menschen sich nicht mit der russischen Eroberung abfanden und versuchten, sich vom russischen Joch zu befreien…

… Und an Frühlingsabenden, bereits nach dem Sonnenuntergang, da der Wald in der Dämmerung versinkt, fliegen über Schneisen und Waldrändern und über buschumwachsenen Gewässern sehr sanft männliche Schnepfen. Ihr Lied, bestehend aus schönen, seelenergreifend zarten Grunz- und Zwitscherlauten, bringt uns Wellen der Liebesemotionen dieser lieblichen Vögel entgegen. In den Büschen, über denen die Männchen fliegen, sitzen Weibchen — und wählen denjenigen, der von allen am schönsten singt… Der da! Sie fliegt auf uns zeigt sich ihm… Er — von seiner Vogelleidenschaft gepackt — fliegt ihr nach… Danach verbringen sie zusammen eine Nacht im Gestrüpp. Und fliegen dann auseinander, nachdem sie über die Nach “aneinander satt” wurden, um schon beim nächsten Tagesanbruch nach neuen Abenteuern, nach neuen Freunden Ausschau zu halten…

Die geheimnisvolle Schönheit des Moor-Liedes der Kronschnepfe, das “himmlische Geblök” von Schnepfen, die mit ihren in der Höhe vibrierenden Schwanzfedern balzen, die Lieder von Rotkehlchen und Drosseln, das nachtlange Unken der Frösche in den Tümpeln; die im Schilfrohr plätschernd laichenden Fische, der Duft des Lagerfeuers, ein Bad in einem von ersten Sonnenstrahlen illuminierten Waldsee und dann die Dampfschwaden, die den nackten und glückseligen Körpern entsteigen, das Jauchzen der Seelen, die, mit dem Jubel ihrer Liebe zu Gott und allem Lebenden überquellend, geradezu “explodieren”: Dies ist jene emotionale Grundlage, die Gott in uns sehen will, auf dass wir uns erfolgreicher und schneller Ihm entgegen entwickeln können!

… Die Pflanzen sind ebenfalls Lebewesen. In ihren Körpern, wie in unseren, leben Seelen. Für gewöhnlich sind diese Seelen in einem typisch “pflanzlichen”, also “anfänglichen” Entwicklungsstadium. Ich kenne aber einige “Menschenbäume“, und es sind sogar recht weit entwickelte, große und starke Menschenseelen. Sie hatten jedoch in ihren früheren Leben in menschlichen Körpern nicht den nötigen Seelenfrieden erlangt, und deshalb inkarnierte Gott sie, um ihnen beim evolutionären Aufstieg zu helfen, in Bäume: damit sie über die Jahrhunderte ihres “Pflanzenlebens” “auswettern” und zur Ruhe kommen…

Mit solchen Menschenbäumen kann man leicht auf emotionalerer gar gedanklicher Ebene kommunizieren. Sie “binden sich” stark an Menschen, die sie verstehen können, und sind traurig, wenn man sie nicht besucht. Und wenn man zu ihnen kommt, begegnen sie einem mit Freude, die sich bisweilen mit Schmerz mischt…

… Was ist nun Seelenfrieden? Ein Nichtstun? Ein müßiger Lebensstil? Schläfrige Trägheit? Nein! Seelenfrieden ist die Abwesenheit emotionaler Erregung und hektischer Gedanken. Auf seiner Grundlage kann man lange und schnell körperlich, geistig und meditativ arbeiten. Er ist ein Partner der Tatkraft. Er erlaubt es unter anderem, die Energie nicht zu vergeuden. Auch geht auf seiner Basis jede Arbeit effektiver vonstatten. Und das Wichtigste: Er gestattet es, die Verbindung mit Gott aufrecht zu erhalten, sich auf Ihn zu orientieren und dadurch viele Fehler zu vermeiden. Auf seiner Grundlage wird es möglich, das eigene Bewusstsein allmählich in Gott “hineinwachsen” zu lassen. Das heißt, er begünstigt eine positive Evolution des Menschen. Demgegenüber führen hektische Gedanken zur Verfestigung der Getrenntheit von Gott und zum Wachstum des niederen Ich. Sie sind ein Hemmschuh des Fortschritts.

… Aber auch alle gewöhnlichen Pflanzen sind in der Lage, Emotionen von Menschen wahrzunehmen. Dies bewiesen u.a. Wissenschaftler vieler Länder an Veränderungen elektrischer Merkmale bei Pflanzen als Reaktion auf menschliche Emotionen (mehr darüber siehe in [9]).

Viele Jahre nach meinem Wechsel zu “tötungsfreier” Ernährung hatte ich einmal Gelegenheit, in einer Försterei beim sanitären Holzschlag zu arbeiten. Am Anfang sah ich das im Allgemeinen als eine nützliche Arbeit und hackte sogar mit Vergnügen “überflüssige” Pflanzen aus, um den übrigen mehr Lebensraum zu geben. Irgendwann aber, als ich mehr Sensibilität erlangte, wurde mir der Schmerz dieser mit meiner Axt in Stücke gehauenen Wesen unerträglich, und ich gab die Arbeit unverzüglich auf.

Ja, wir können nicht leben, ohne uns von Pflanzen zu ernähren. Ihre Körper werden von uns unausweichlich als Bau- und Brennstoff genutzt. Und es ist dabei sinnlos zu warten, bis ein Baum alt wird, bis er umkippt und zu verfaulen beginnt — deshalb werden gerade “reife” Bäume gefällt. Man darf Pflanzen aber nicht unnötig töten, man darf nicht einfach zum Spaß eine Axt oder ein Messer in einen Baum stoßen, man darf nicht ohne absolute Notwendigkeit lebende Zweige abschneiden, man darf nicht “maschinell” Blätter, Gräser oder Blumen pflücken und wegwerfen. Man darf auch nicht unachtsam mit Speisen umgehen: Sie sind ja aus Lebewesen zubereitet, die unseretwegen starben. Das Wegwerfen von Essen ist — sogar wenn man sich von Pflanzen ernährt — ebenfalls eine Sünde, und zwar fahrlässige Tötung. Und schon ganz unsinnig ist, ethisch gesehen, das “rituelle” Töten von Millionen Tannen und Kiefern zu Weihnachten und Neujahr, oder das Pflücken bzw. Schneiden von Blumen, um sie in eine Vase zu stellen und sich an ihnen zu erfreuen, während sie sterben…

Es ist wichtig, dass Sie, lieber Leser, jetzt nicht damit beginnen, sich einprägen zu versuchen: das darf man, das darf man nicht… Wichtig ist hierbei nicht, sich irgendwelche “Regeln einzupauken”, sondern das ethische Prinzip des Mitleids für fremden Schmerz und des Respekts für fremdes Leben zu verstehen. Und wer das nicht versteht oder nicht annimmt, der soll später nicht wegen eigenen Schmerzes gekränkt sein: Durch unseren Schmerz lehrt Gott uns zu verstehen, was das Phänomen des Schmerzes selbst ist und wie unangenehm diese Empfindung ist. Er lehrt uns dadurch, mit anderen Mitleid zu haben und ihnen nicht unnötig weh zu tun. Und noch mehr als gegenüber Pflanzen soll das Prinzip des Mitleids gegenüber Tieren gelten: Diese spüren ja den Schmerz unvergleichlich schärfer als pflanzliche Organismen.

Das es notwendig ist, das Mitleidsprinzip voll und ganz einzuhalten, darunter auch bei der Ernährung, lehrten und lehren uns Huang Di, Krishna, Gautama Buddha, Jesus Christus, Babadschi, Sathya Sai Baba und andere. Gott ist die Liebe. Wenn wir uns Gott nähern wollen, dann müssen wir das Prinzip der Liebe in vollem Umfang annehmen. Doch was für Liebe wäre es ohne Mitleid? Bloß eine Parodie davon!

Wir sollten eines verstehen, liebe Freunde: Wie viel auch immer die “Hirten” verschiedener religiöser Sekten uns das Gegenteil lehren mögen, wir können in spiritueller Hinsicht keine wesentlichen Fortschritte machen, ohne das Mitleidsprinzip voll zu akzeptieren und endgültig zu “tötungsfreier” Ernährung zu wechseln (d.h. unter Ausschluss von Tieren aller Art: Säugetiere, Vögel, Fische usw.), und dies nach ethischen, nicht nach egoistischen (etwa um der eigenen Gesundheit willen) Motiven!

… Ethische Lektionen in Bezug auf Pflanzen bestehen nicht nur im Bereich der Ernährung. So ist es ja möglich, Zeltpflöcke nicht aus lebenden Pflanzen zu machen, sondern auch noch festen trockenen Stöcken. Und ein Lagerfeuer lässt sich auf einer alten Feuerstelle, einem Waldpfand etc. machen, anstatt direkt auf lebenden Pflanzen. Auch darf man ein Feuer nicht auf trockenem Torf errichten: Es könnten dann ganze Kilometer von Wald abbrennen, und Tausende Pflanzen und eine Vielzahl von Tieren würden in den Flammen sterben. Bei trockenem Wetter darf man dies auch nicht an einer hohen Fichte tun: Die vieljährige am Boden liegende Nadelschicht wird dann entglimmen und Wurzeln der Fichte und andere umgebenden Pflanzen werden verbrennen. Äußerst vorsichtig muss man in Frühjahr sein, wenn vorjähriges Gras sich leicht anzündet: Im Feuer sterben dann massenhaft lebende Pflanzen und Insekten, zerstört werden Vogelnester mit Eiern oder Jungvögeln und Pflanzensamen, es verbrennt unnötig altes organisches Grasmaterial, das dem Boden als Düngemittel dienen und ihn so anreichern sollte. Und schon als ganz wilde Unmoral erscheinen vorsätzliche, spaßeshalber organisierte “Frühlingsfeuer”, durch die unter anderem auch Heuschober, Wohnhäuser und sonstige Bauten abbrennen können …

… In orthodoxen Tempeln versuchen die Menschen Gott in ihren Gesängen aufzureden, Er sei “langmütig und gnadenreich”… Ist es aber nicht besser, diese inhaltslose Beschäftigung sein zu lassen und selbst damit zu beginnen, in Übereinstimmung mit dem Göttlichen Prinzip der Liebe zu leben, der ja ohne Mitleid für alle Menschen und jedes lebende Geschöpf einschließlich der Ameisen, Würmer und Pflanzen undenkbar ist?

Gott ist die Liebe

Diese höchste Formel, den Schlüssel zur Erkenntnis Gottes, hat uns Jesus Christus mitgeteilt. Woran liegt es aber, dass so wenige Menschen, die sich für Christen halten, diese Wahrheit für ihren spirituellen Fortschritt nutzen konnten? Warum hat diese Formel auch nicht breite Massen von Materialisten zum Glauben mitgerissen? Die Ursache liegt nicht zuletzt im Verfälschen der Lehre Jesu Christi, das bereits bei der Zusammenstellung des Neuen Testaments begann, also nur wenige Jahrhunderte nach dem Abschluss Seiner Inkarnation auf der Erde [7]. So wurde aus Jesu Lehre jener Teil ausgeschlossen, wo Er davon sprach, dass der Mensch ein evolvierendes Einzelbewusstsein ist, das sich dahingehend entwickeln soll, Gottähnlichkeit zu erlangen und mit Gott Vater zu verschmelzen. Auch die in Seinen Predigten enthaltene Beschreibung des Gott-Vaters ließ man verschwinden. Aufgenommen wurden dafür ungehaltene Forderungen des Paulus darüber, wie man sich kleiden soll und nicht soll und welche Frisuren man zu tragen hat. Hinzu kam eine der Liebe und des gesunden Menschenverstandes entbehrende Apokalypse, überfüllt von Drohungen über Blutmeere und Eiterschalen. (Dies ist nicht bloß ein persönlicher Standpunkt des Verfassers dieses Buches, sondern auch und gerade der von Jesus [21]).

Diese Entstellungen der Lehre Jesu Christi haben dazu geführt, dass die Massenbewegung namens “Christentum” beinahe schon in ihren Anfängen aufhörte, eine Religion der Liebe zu sein — jener Liebe, um deren Bekräftigung willen Gott Jesus Christus predigen ließ. Erinnert sei hier etwa an die Inquisition, an die Kriege zwischen Protestanten und Katholiken, an die “Kreuzzüge” und in Russland an die Massenvernichtung von “Altgläubigen”, an die “Judenpogrome” und an den auch heute in der russischen Orthodoxie kultivierten Hass gegen alle Nichtorthodoxen…

Herausragende Köpfe Russlands — Alexander Puschkin, Lew Tolstoi, Fjodor Dostojewski, Wladimir Wyssotzki und viele andere — lehnten, auch wenn sie die Existenz Gottes anerkannten, ein derartiges Christentum ab. Aber auch “einfachere” Menschen stellten sich Fragen, auf die ihnen die Kirchen keine einleuchtenden Antworten geben konnten: Wie kann man denn davon sprechen, dass Gott die Liebe ist, wenn Er in der Apokalypse solcherlei ankündigte und wenn es auch heute ringsherum Kriege, Gewalt, Brutalität, Krankheiten und Leid gibt? Nein, wenn Er allmächtig ist und dennoch solche Dinge geschehen, wenn ringsherum nur Böses ist, wenn ich trotz aller Bitten an Ihn nirgendwo Liebe sehe, dann ist an diesem Glauben etwas faul, und ich brauche einen solchen Gott nicht!

Es ist jetzt für uns wichtig zu verstehen, dass diese bodenlose Kluft, die zwischen den “christlichen” Massen und Gott gähnt — eine Kluft, welche die Menschen von Ihm trennt, die Ihn den Menschen entgegenstellt und Gläubige dazu nötigt, von Ihm Gnaden für sich zu erbetteln, anstatt sich selbst Seinem Willen gemäß zu verändern und mit Ihm in der Liebe zu verschmelzen —, nicht von Ihm erzeugt wurde, sondern von Menschen, die Seine Lehre verdreht haben. In Wirklichkeit ist Gott nicht irgendwo ganz weit am Himmel. Vielmehr ist, wie Jesus sagt, die Entfernung zwischen jedem von uns und der Wohnstätte des Vaters nicht größer als die Dicke eines dünnen Papierblattes [10,21]. Um aber diese so geringe Distanz zu bewältigen und in Seine Liebenden Arme zu gelangen, müssen wir so werden wie Er, reine Liebe. Und nicht Zorn oder Furcht, nicht eigennütziges Wollen.

Emotionen sind Zustände des Bewusstseins. Dies zu verstehen ist von grundsätzlicher Bedeutung. Wir sind Bewusstseine, Bewusstseinsenergien. Nicht Körper oder Geist. Und auch Gott ist ein Bewusstsein, allerdings ein unendlich größeres als das unsrige. Um das Hauptsächliche zu erfüllen, das Er von uns will, müssen wir daher nichts weiter lernen als immer in einem Zustand feinfühliger und reiner emotionaler Liebe zu sein und diesen Zustand niemals zu verlassen.

Gott ist die Liebe. Er hat Mitleid mit uns. Er ist bestrebt uns zu helfen, indem Er uns immer wieder den Weg zu Sich weist, zu seiner Wohnstätte, zu unserem letztlichen Glück. Doch wir gehen ja nicht zu Ihm. Stattdessen zanken wir um Güter dieser Welt, zermürben uns mit Hass gegen andere Menschen, weil sie sich nicht so wie wir kleiden und andere Frisuren tragen, weil sie nicht die gleichen “beterischen” Körperbewegungen machen, weil sie eine andere Hautfarbe oder eine andere Nationalität haben. Und zu all dem bringen uns ja nicht nur frevlerische politische Führer, sondern auch ebenso frevlerische “Hirten” religiöser Sekten! Gott hingegen will, dass wir uns im Zustand emotionaler Liebe festigen. Und dann heißt es: Komm herein!

“Jeder Austritt aus dem Zustand der Liebe…”

“Jeder Austritt aus dem Zustand der Liebe führt zur Anhäufung von schlechtem Karma”, sagte Gott mir einmal vor vielen Jahren. Diesen Satz kann man als einen zweiten Punkt hinter “Gott ist die Liebe” folgen lassen. Wovon ist hier die Rede? Was ist das, schon wieder eine Drohung? Wird Er mich bestrafen? Wird Er eine schwere Krankheit auf mich herabsenden? Oder wird Er mich dazu verurteilen, bei der nächsten Inkarnation zu leiden? Nein, diese Fragestellung ist falsch.

Gott bestraft nie jemanden. Aber er lehrt. Und unsere Geschicke machen wir selbst. So schieben wir beispielsweise das Glück der Begegnung mit Ihm selbst hinaus. Und wir werden wegen unserer Getrenntheit von Ihm auch weiter leiden, wenn in uns keine Liebe ist. Und auch verschiedene Nöte ziehen wir dadurch an. Es ist durchaus nicht Gott, der uns bestraft.

Hierzu einige markante Beispiele aus meinem eigenen Leben. Ich sah einmal eine weitere illegale Ausgabe meines Buches über David Copperfield: nicht nur ohne mein Einvernehmen und finanzielle Kalkulationen, sondern diesmal sogar mit verfälschtem Inhalt — einem unsinnigen Diagramm in der Mitte des Textes, angeblich in meinem Namen. Da war bei mir “das Fass voll”: Ich verließ den Zustand der Liebe und stellte mich auf eine “Klärung der Beziehungen” mit dem kriminellen Verleger ein… Am gleichen Abend bekam ich dann eine Entzündung der Speiseröhre: Krämpfe, nicht einmal schlucken konnte ich… Und am nächsten Morgen packt mich ein großer schwarzer Geist mit seiner Hand an der Kehle, klettet sich ganz fest, lässt nicht los und versucht mich zu erwürgen. Da eile ich zurück in die Wohnstätte des Vaters, zurück in den Zustand der Liebe, und es kommt mir sogleich in den Sinn: “Jeder Austritt aus dem Zustand der Liebe…”… Und der Geist verschwand, die Entzündung war nahezu gleich wieder weg. Der Mechanismus ist folgender: Wenn wir in feinen Zuständen verweilen, sind wir unerreichbar für grobe Geister, denn sie sind nicht im Stande, in feine Äonen einzudringen. Wenn wir aber emotional verrohen, nähern wir uns sofort ihrem Zustand und werden zu bequemen Zielscheiben für ihre aggressiven Attacken.

Und vor einigen Jahren ist mir noch viel “Ärgeres” widerfahren. Da fingen meine Mitarbeiter in Moskau plötzlich an, hinter meinem Rücken Unfug zu treiben [9]. Dies sah für mich aus wie ein Verrat am Werk Gottes. Er Selbst veranlasste die unverzügliche Schließung des in Moskau errichteten spirituellen Zentrums. Und damit hätte man den Punkt setzen müssen. Ich aber verfiel in einen Dauerzustand von Zorn auf sie und zog dadurch sofort diabolische Kräfte auf mich: Ohne einen äußeren Grund wurde ich von einer Bande überfallen, wonach ich sehr lange unter heftigen Schmerzen im Sterben lag, zwei Mal klinisch tot war und für einige Jahre faktisch behindert blieb. Erst ein “Durchbrennen” der zerstörten Rückgratknochen mit der Kundalini-Energie, nachdem ich dies lernte, brachte eine fast vollständige Genesung.

… So zieht auch jeder von uns selber Glück oder Leid auf sich: Betreten wir den Zustand Göttlicher Liebe, so nähern wir uns Gott, betreten wir dagegen diabolische Zustände, so “kletten sich” Dämonen und Teufel an unsere Körper fest. Wir werden dann krank und leiden. So bestrafen wir uns dafür, dem Willen Gottes nicht nachzukommen. Diesen Willen hat Jesus äußerst präzise zum Ausdruck gebracht: Liebt Gott und liebt einander, komme was wolle! [10].

Vollkommen falsch ist die Meinung, Gott sei dazu verpflichtet, uns mit allerhand irdischen Gütern zu versorgen. Nein, Er hat niemals versprochen, dies für alle Menschen zu tun… Er ist keineswegs unser Diener. Er ist der Herr und Gebieter. Wir hingegen sind absolut nichtig im Vergleich zu Seiner Kosmischen Größe.

Er liebt uns und will uns helfen — beileibe nicht aber beim Erwerb irdischer Güter, nicht bei der Umsetzung unserer egoistischen Wünsche. Seine Liebe zeigt sich daran, dass Er uns auf unser letztliches Glück hinlenkt — die Einheit mit Ihm. Er ist der Herr, der absolute Herrscher. Für uns hat es gar keinen Sinn gegen Ihn, den Weltenozean, zu murren: Welchen Nutzen hätte das? Es gilt, Seinen Willen und Sein Gesetz anzunehmen. Dann leben wir in Harmonie mit Ihm. Dieses Gesetz lautet: Der Weg zur Vereinigung mit Gott führt über kompromisslose Liebe, und wer aus ihr austritt, der verliert den Schutz Gottes und wird zur Beute für Bewohner der Hölle. Seien wir doch gehorsam: Es liegt doch in unserem Interesse, zu Gott zu gehen. Nehmen wir also Sein Gesetz an! Denn Er hat ja nicht um unseretwillen, sondern um Seiner Selbst Willen die gesamte Schöpfung und jeden von uns erschaffen. Darin besteht Seine Evolution, Sein Leben. Und Er hat die Absicht, Seinen Willen streng walten zu lassen: Willst du zu Mir kommen, dann lebe in der Liebe und sei glücklich, willst du nicht, dann leide in deiner Getrenntheit von Mir!

Egozentrismus und Gott-Zentrismus

Es ist verständlich, dass eine Gott-zentrische Weltanschauung sich nicht bei jedem von uns auf Anhieb einstellen kann, zum Beispiel gleich nach der Lektüre dieses Buches. Denn dazu reicht es nicht, das Konzept zu überdenken, sondern man muss Gott real empfinden. Erst dann kann man lernen, irdische Dinge und die eigene Situation gleichsam mit Seinen Augen, aus Seiner Position heraus, zu sehen. Sich aber die Aufgabe stellen, Gott-Zentrismus zu erlangen, muss man schon jetzt. Und man muss beginnen sich darauf vorzubereiten, indem man gegen den eigenen Egozentrismus kämpft. Der Verzicht auf eigene Vorteile und Annehmlichkeiten um anderer Menschen willen bei gleichzeitiger Bezwingung der Hochmut ist denn auch der Anfang des Kampfes gegen den eigenen Egozentrismus. Die Alternative zum Egozentrismus ist eine wahre, das heißt gescheite, gewaltlose und feinfühlige Sorge um andere. Dabei werden die Interessen anderer den eigenen gegenüber höhergestellt. Die Übernahme von Verantwortung für das Wohlergehen anderer — in der Familie oder einer beliebigen Gemeinschaft — ist eine Möglichkeit, die notwendigen Eigenschaften zu entfalten. Dabei sollte das Ich-Gefühl der Führungsperson dahinschwinden und durch ein Wir-Gefühl ersetzt werden, bei dem es für das eigene Interesse kein Platz mehr bleibt.

Sehr deutlich können Egozentrismus oder dessen Abwesenheit im Bereich sexueller Beziehungen zu Tage treten. Gehe ich bei sexuellen Interaktionen von meinen persönlichen Interessen aus oder aber von denen meines Partners? Dies ist eine Grundsatzfrage, die sich jeder zur Selbstanalyse und Selbstkontrolle stellen soll. Jede Gewaltsamkeit, jeder Zwang beim Sex sind Äußerungen widerwärtiger seelischer Eigenschaften. Ähnliches Beispiel: Der Mann kümmert sich nicht darum, einer unerwünschten Schwangerschaft seiner Freundin vorzubeugen. Noch ein Beispiel: Der Mann setzt nach der Defloration den Geschlechtsakt um seiner Befriedigung willen fort und ignoriert dabei die Schmerzen seiner “Geliebten”. Solche Beispiele lassen sich mehren. Im Übrigen verhalten sich viele Frauen nicht minder widerwärtig als viele Männer.

Oder nehmen wir die Sphäre der Ernährung. Die überwältigende Mehrzahl der Menschen macht sich beim Verzehr von Erzeugnissen aus toten Tieren nicht einmal Gedanken darüber, dass diese Tiere, bevor und während sie starben, Schmerzen empfanden und litten, und das nur, damit wir unsere rücksichtslosen Geschmacksgewohnheiten befriedigen. Eine “tötungsgebundene” Diät (mit Fleisch und Fisch) ist keine Notwendigkeit: Alle dem Menschen nötigen Nahrungsbestandteile erhalten wir aus Pflanzen, Milchprodukten und Eiern. Eine “tötungsgebundene” Ernährung verunreinigt lediglich unseren Organismus mit Harnsäuresalzen (die Folge sind verschiedenartige Gichterscheinungen) und groben Energien, die in toten Tieren auf Grund von Todesangst und Schmerz bleiben.

Der Verzehr von Tierleichen ist unvereinbar mit spirituellen Erfolgen, nicht zuletzt weil er dem Erlangen ethischer Gereiftheit durch die sich so ernährenden Menschen zuwiderläuft. Davon sprach Gott zu den Menschen u.a. durch Huang Di, Krishna, Gautama Buddha, Jesus Christus, Sathya Sai Baba, Babadschi und durch viele Propheten [5,7,10]. Dennoch sehen wir heute, wie viele religiöse Lügenhirten ihren Anhängern gerade das Essen von Tierkörpern abverlangen — sonst wirst du ja etwas Gutes verschmähen! Sie sollen damit aufhören und verstehen, das sie gegen Gott und gegen die Evolution handeln und dabei die Seelen der Menschen verkrüppeln, die ihnen vertrauen. Was Gott von uns will, ist die Liebe.

* * *

Eine überaus wichtige Rolle beim Zerstören des eigenen egozentrischen niederen “Ich” kann speziellen Meditationstechniken zukommen. Die Rede ist von der stufenweisen Meisterung der “totalen Reziprozität”. Ihr Kern besteht darin, dass das Bewusstsein aktiv in den Zustand des Nicht-Ich übergeht und sich jenseits des Körpers verteilt, wobei die Aufmerksamkeitsvektoren auf den Körper gerichtet sind. So geht eine weitere radikale Umgestaltung des Egozentrismus vonstatten — ein wichtiger Schritt dahin, mit Gott zu verschmelzen und irdische Dinge aus Seiner Sicht, mit Seinen Augen, zu sehen. Gerade diese Meditationstechnik ermöglicht es, am Ende des Weges die vollkommene Vereinigung mit Ihm in Seiner Wohnstätte zu erreichen.

Die Liebe zu Gott

Der spirituelle Weg ist für diejenigen, die stark und zielbewusst gehen, ein Weg der zunehmenden Glückseligkeit und Freude. Warum aber gehen ihn so wenige Menschen? Und warum geben sich so viele vollends zufrieden mit pseudoreligiösen Handlungen, indem sie etwa Ostereier färben, sich an Festtagen “tüchtig” betrinken und rituell Tiere und Pflanzen töten? Ist es bloß ein Mangel ein Verstand, der sie zu diesen Ersatzmitteln drängt, welche in Wirklichkeit oft Übertretungen vor dem Angesicht Gottes sind? Oder kommt es noch auf fehlende Liebe zu Gott an?

Die Liebe zu Gott bedeutet nicht die Teilnahme an Riten “auf alle Fälle” — falls Er also doch existiert und einen bestrafen könnte. Die Liebe zu Gott ist eine Liebesneigung zu Ihm — dazu, Ihn zu erkennen und mit Ihm zu verschmelzen. Sie ähnelt der sexuellen Leidenschaft: Die in Ihn Verliebten sehnen sich nach Ihm und sättigen sich mit Glückseligkeit in Augenblicken der Begegnung — während erfolgreicher Meditationen.

Ja, um Gott so lieb zu gewinnen, muss man es in der Tat bereits verstehen, zu lieben und sich zu verlieben. Für einen Menschen, der nicht lieben kann, ist Gott unerreichbar. Davon sprach schon Jesus: Lernt zunächst einander zu lieben — dann werdet ihr eure bereits entwickelte Liebe auf Gott Vater richten können.

Man muss aber nicht unbedingt eine ganze Inkarnation lang schwer darauf hinarbeiten, die Kunst irdischer Liebe zu lernen. Man kann sich das Lernen wesentlich verkürzen, indem man spezielle Techniken zur Entwicklung des Liebesorgans — des Anahata-Chakra — anwendet. Auch ist es wichtig zu verstehen, was Gott eigentlich ist: Es können einen seriösen Menschen ja nicht die Märchengestalten zur Liebe hinreißen, die von “Hirten” der entarteten religiösen Richtungen gepredigt werden!

… Gott Vater wird dem Menschen nur im Mönchtum erkennbar. Doch das Mönchtum ist nicht das Tragen einer Uniform der einen oder anderen Farbe — schwarz, weiß, orange… Und auch nicht eine stolze Selbstbetitelung mit einem neuen — oft fremdländischen — Namen. Dies sind alles kindische “Religionsspiele” erwachsener Menschen. Das wahre Mönchtum ist nicht unbedingt ein Klosterleben. Auch nicht eine Absage an Familie und Sozialdienst. Und auch nicht ein kategorischer Zölibat. Und nicht ein “Töten des Fleisches” durch Ablehnung elementarer Hygiene, durch Ketten und Krankheiten. (Mehr darüber in [8]). Das wahre Mönchtum ist ein Zustand, bei dem die Indriyas nicht an Objekte der materiellen Welt gebunden sind, sondern an Gott. Dies ist ein Resultat der Verliebtheit einer durch Meditationstraining entwickelten Seele in Gott.

Der Mönch ist — nach Gottes Auffassung [8,10] — ein Mensch, der im Zustand beständiger Konzentration (Wachsamkeit) lebt, ein Mensch, der sich in einem “Totalkrieg” gegen seine Laster und Unzulänglichkeiten empfindet. Dieser spirituelle Krieger kämpft auch für das Wohlergehen seiner Gefährten auf dem spirituellen Weg. Wichtige Attribute eines Kriegermönches sind: ein abgeschiedener Raum (Zimmer oder Haus), wo er schläft und allein mit Gott einen wesentlichen Teil seiner Zeit verbringt, sowie die Möglichkeit, sich in den Schoß der Natur zu meditativer Arbeit zurückzuziehen. Äußerst wichtig ist es noch die Möglichkeit zu haben, den ganzen Körper jeden Tag mit Seife zu waschen (und nicht alle zwei Wochen ein Mal, wie in orthodoxen Klöstern). Körperliche Sauberkeit fördert Gesundheit, frische Wahrnehmungen und feine Emotionen.

Nützlich sind auch Quarzlampen, zumal wenn man in nördlichen Breiten lebt, um sich das ganze Jahr hindurch zu sonnen. Sonnenstrahlen — nicht nur “lebendige”, sondern sogar vom Menschen künstlich erzeugte und modellierte — bringen uns Gesundheit und sind dem Wohlergehen unserer Körper und Seelen förderlich.

Zum Leben eines Kriegermönches gehören auch unbedingt grundlegende spirituelle Bücher, befreundete Weggefährte und — das Wichtigste — Gott als ein fortwährend empfundener Lehrer, Ratgeber, als ein liebevoller und fürsorglicher, unseren Abweichungen vom Weg zu Ihm aber strenger Universale Vater-Mutter. Der Erfolgsmaßstab eines spirituellen Kriegers ist ein verschwindender Egozentrismus (dieser kommt durch Reizbarkeit und das Bestreben, etwas “für sich” zu erhalten, zum Vorschein) und ein allmählich wachsender Gott-Zentrismus. Letzterer impliziert nicht ein intellektuelles Wissen darüber, was Gott eben ist, sondern ein reales Fühlen, dass Er überall und in allem ist, dass Er Alles ist. Hierbei schwindet das Empfinden des “Selbst” dahin: Das persönliche niedere “Ich” löst sich — durch ein “Zusammenwachsen” der Indriyas mit Gott — allmählich in Ihm auf. Dies verändert grundsätzlich den ökologischen Status des Menschen, nicht wahr?

… Einem spirituellen Kämpfer, der leidenschaftlich in den Gott-Vater verliebt ist und sich keinen anderen Sinn seines Lebens denken kann als nur den, in der Liebe mit Ihm zu verschmelzen und anderen dabei zu helfen, gestattet Er, in Seine Wohnstätte umzuziehen — in Sich Selbst. Wer als spirituelles Herz sich dort niedergelassen hat, kann zum ersten Mal real seinen Höchsten Geliebten, der dort, “jenseits des Spiegels” lebt, in die Arme seines Bewusstseins schließen. Die nun folgende Festigung des Vereintseins mit Ihm erlaubt es, aus dem “Jenseits-des-Spiegels” heraus zu handeln beginnen und sich dabei als Teil des Schöpfers zu empfinden, um verkörperten Seelen zu helfen, zu ihrem wahren höheren “Ich” zu finden — dort, in der Wohnstätte des Gott-Vaters. Dies ist denn auch die vollkommene spirituelle Selbstverwirklichung, die volle Befreiung, das höchste Nirvana, die Vollendung der eigenen persönlichen Evolution als Mensch, das volle Erkennen Gottes und des Selbst, die Verschmelzung mit Ihm zu einer Einheit.

Der sexuelle Aspekt der Liebe

Jeder von uns und alle verkörperten Menschen sind hier, in der Welt der Materie, durch Sex aufgetaucht. Ist es also nicht absurd, ihn abzulehnen? Doch der Sex ist nicht nur ein Mittel der Fortpflanzung, sondern — beim richtigen Verhältnis zu ihm — auch ein Weg, die eigene Gefühlssphäre in die nötige Richtung zu entwickeln. Es ist eine Methode, um Feinheit, Zärtlichkeit und Fürsorglichkeit zu erlangen — wichtigste Eigenschaften auf dem Weg zu Gott.4

Sexverbote und Profanierung des Sex durch manche Religionssekten sind ein Charakteristikum für die Widernatürlichkeit dieser Sekten, für ihre Versunkenheit im Tamas-Guna [9,10]. Auf der anderen Seite wird aber auch übermäßige Sexbegeisterung, bei der die Suche nach neuen Sexabenteuern zum Hauptsinn des Lebens wird, nicht von Gott befürwortet. Gott verweist solche Menschen auf ihren Irrtum etwa durch entsprechende Krankheiten.

Bei der Ontogenese (Entwicklung in einer Inkarnation) eines beliebigen gesunden Menschen spielt der Sex ab der Pubertät eine sozialisierende Rolle (dies wurde auch bei Tierversuchen demonstriert; s. [9]). Die Sexualhormone ziehen Menschen zueinander und bringen sie dazu, die Besonderheiten anderer Menschen und Methoden des Umgangs mit ihnen zu lernen. Am sexgebundenen Verhalten sind auch mitunter konträre menschliche Eigenschaften klar erkennbar. So schenken die einen sich selbst und ihre Liebe dem anderen und sorgen für den anderen. Dagegen verlangen Menschen vom entgegengesetzten Pol ihre eigene Befriedigung, sie zeigen Egoismus in Verbindung mit Gewaltsamkeit, mit Geringschätzung, ja sogar mit Hass gegen ihren Sexualpartner. So offenbaren und entwickeln sich Menschen als das eine oder andere Guna und streben entweder zu Gott oder aber in die Hölle.

Wir alle werden in wesentlichem Maße durch Gott gelenkt. So bringt Er uns im Bereich sexueller Beziehungen mit anderen Menschen zusammen. Dadurch schafft er lehrreiche Umstände, unter denen man jeweils selbst eine richtige oder unrichtige Entscheidung trifft. So kann ein Mensch sein Schicksal verbessern oder verderben. Und wenn jemand im sexuellen Bereich zu Schaden kommt, dann soll er hier seine Fehler unter Berücksichtigung der lenkenden Rolle Gottes suchen. Es gilt, diese Fehler zu finden und Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen. Oder wir geraten manchmal in eine schwierige Lage wegen unserer Fehler in früheren Inkarnationen. Das heißt, ich habe irgendwann einmal jemandem das angetan, was ich jetzt am eigenen Leibe spüren muss. Es hat sich schlicht das “Karma-Gesetz” manifestiert: Gott hat mir gezeigt, wie es den Opfern meiner früheren Übertretungen erging. Ziehen wir die richtigen Schlussfolgerungen!

Wie hat man sich also bei sexuellen Beziehungen zu verhalten, um sich durch sie auf Gott hinzubewegen, nicht in die entgegengesetzte Richtung? Die Hauptregel hier ist: Es darf keinerlei Zwang geben, weder groß noch klein, nicht einmal in Gedanken. Jeder sollte absolut frei dem anderen die eigene Liebe entgegenbringen und den Wunsch, den Partner mit Liebe zu füllen und zu sättigen. Dabei darf man nicht über die psychologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern hinwegsehen. Und die sind groß. So verspürt der Mann beispielsweise den Wunsch nach sexuellem Kontakt mit einer Frau als Reaktion auf vorwiegend visuelle Wahrnehmungen, während bei der Frau taktile Reize — zärtliche Berührungen, Liebkosungen — im Vordergrund stehen. Wir alle sollten uns immer bemühen, zärtlich und liebevoll zueinander zu sein. Zärtliche Worte, aufrichtiges Lächeln der Liebe, Berührungen mit Händen und Lippen sind Ausdrucksformen der Liebkosung. (Küssen sollte man übrigens mit gelöstem und nicht nassem Mund, ohne diesen zu öffnen. “Sabberküsse” lösen nur Abneigung gegen den Küssenden aus.)

Der Geschlechtsakt ist nicht zuletzt ein intensiver Energieaustausch zwischen den Partnern. Ein besonders starker Energieausstoß findet beim Orgasmus statt; der Orgasmus ist denn auch die Glückseligkeit, die diesen Energieausstoß begleitet. Die betreffenden Energien sind essenziell für die richtige Funktion des Organismus, darunter auch für spirituelle Arbeit. Deshalb sollte jeder bestrebt sein, die eigene Energie der oder dem Geliebten zu schenken; dies ist ein sehr wertvolles Geschenk, allerdings wenn die Energie rein und verfeinert ist.

… Die Frage des sparsamen Umgangs mit Energien des Organismus mit Blick auf meditative Arbeit ist in der Tat essenziell. Ja, wir sollten versuchen, alles, was nicht notwendig ist, aus unserem Leben auszuschließen, alles, was das spirituelle Wachstum behindert. (Werke des spirituellen Dienens nach Prinzipien des Karma-Yoga sind notwendig.) Eine typische Variante unnötiger Energievergeudung ist der Sex mit einem ungeeigneten Partner. Ja, für solche Sexspiele wird Energie in der Tat unnötig verschwendet. Wer ist aber ein ungeeigneter Partner? Und wer ist geeignet? Geeignete Liebespartner sind vor allem solche, die ihrer energetischen Reinheit und spiritueller Fortgeschrittenheit nach ungefähr gleich sind, unter anderem nach der Verfeinerung und Größe ihres Bewusstseins. Wer dagegen vorerst auf einem grundsätzlich niedrigeren Niveau seines evolutionären Werdegangs steht, wer energetisch noch verunreinigt ist, ein unspirituelles Leben führt und grobe ethische Unzulänglichkeiten aufweist, der ist nicht geeignet.

Sexuelle Beziehungen mit geeigneten Partnern führen nicht zur Verschwendung, sondern zum Austausch energetischer Reinheit, zur Aktivierung psychischer Energie bei beiden Partnern und zu deren gemeinsamem Wachstum. Sie tragen auch zur größeren energetischen Stabilität der Gatten bei.

Der Sex ist uns Menschen nicht nur zum Kinderzeugen gegeben worden. Er ist auch dazu berufen, das spirituelle Wachstum aller, die zu diesem Wachstum fähig sind, zu fördern. Durch Sex lernen wir, einen anderen Menschen emotional zu lieben, und entwickeln Strukturen der Gefühlssphäre, lernen für den anderen zu sorgen, erfahren schließlich Zustände wie Frieden und Glückseligkeit, entwickeln diese Zustände in uns und machen uns auf diese Weise bereit für den Großen Frieden und die Große Glückseligkeit in der Wohnstätte des Schöpfers.

Der Sex zwischen Ehepartnern kann zu einer Methode für gemeinsames spirituelles Training werden. Zum Beispiel: Beide Partner schauen beim sexuellen Kontakt einander von ihrem Anahata-Chakra aus an, dann verschmelzen sie mit ihren spirituellen Herzen miteinander — und mit Gott.

Vermerkt sei noch, dass in geringwertiger Literatur zum angeblich “spirituellen Sex” die Empfehlung anzutreffen ist, eigene Orgasmen überhaupt zu meiden. Dies ermögliche die Anhäufung von Energie im eigenen Körper und führe zu einem gigantischen spirituellen Wachstum… In Wirklichkeit aber haben abwegige Versuche, das eigene Wohlergehen auf Kosten und zum Schaden anderer zu erhöhen, mit der Spiritualität nichts gemein. Es ist Propaganda für eine Form von Energievampirismus, eine widerwärtige Form von Egoismus. Es kann keinesfalls durch Gott als Liebe anerkannt werden und hat nichts zu tun mit dem Weg zu Gott.

Und letztlich: Wer kann Ehepartner eines spirituellen Gotteskämpfers werden? Was überhaupt heißt Ehe für solche Menschen? Und was ist für sie Ehebruch? Im Allgemeinen gilt hier Folgendes: Die Ehe ist ein genügend stabiler Bund zweier Menschen, die zusammen den spirituellen Weg gehen, wobei sexuelle Beziehungen eine der Komponenten ihres Umgangs miteinander sind. Und umgekehrt: “Jede (sexuelle) Vereinigung einander unähnlicher Menschen ist Ehebruch” [10]. Das lehrte Jesus Christus seinen engsten Schülern, und das schrieb in seinem Evangelium der Apostel Philippus nieder. “Einander unähnliche” Menschen sind solche, die sich ihrem spirituellen Entwicklungsgrad nach wesentlich voneinander unterscheiden. Sie unterscheiden sich voneinander unter anderem nach psychoenergetischen Merkmalen: Je gereinigter und verfeinerter die Energien, umso näher ist der Mensch seinem Ziel — Gott. Und beim sexuellen Umgang findet ein intensiver Energieaustausch zwischen den Partnern statt. Folglich ist die Ehe mit einem in spiritueller Hinsicht ungeeigneten Partner ein Hemmnis für den Fortschritt des Vorwärtsgehenden. Eine solche Ehe ist aus der Sicht Gottes nicht wünschenswert. Als Ehebruch sieht Gott auch übermäßige Sexbegeisterung, die sich in dem Bestreben äußert, immer neue sexuelle Vergnügungen zu suchen. Solche Tendenzen bringen weg von Gott und vom Weg zu Ihm.

Wir sehen, dass beide dieser Varianten von Ehebruch nur bei religiösen Menschen möglich sind. Mit weltlichen Menschen, die nur von Sorgen des Fleisches leben, hat das nichts zu tun. Für sie sind auch die Regeln anders.

Gott selbst bringt zu Ihm gehende Menschen zu ehelichen Beziehungen zusammen und wieder auseinander; keinem irdischen “Hirten” hat Er diese Seine Funktion überantwortet. Eine Ehe staatlich registrieren zu lassen ist nur dahingehend von Bedeutung, um vermögensrechtliche Fragen und Probleme im Zusammenhang mit der Kindererziehung klären zu können. Zu unterstreichen ist auch die Irrelevanz der Forderung verschiedener religiöser Sekten (mitunter gestützt durch weltliche Moral), man solle ein Eheverhältnis “aufs Geratewohl” eingehen, ohne sich vorher gegenseitig von der sexuellen Seite her kennen zu lernen5. Eheliche Beziehungen sind somit wichtige Lektionen in der Schule Gottes. Wir sollten Seinem Willen gegenüber feinhörig und gefügig sein!

Zum Abschluss des Kapitels noch ein Zitat aus dem Evangelium nach Philippus: “Lernt doch den reinen Ehestand kennen — denn er hat große Kraft!” [10].

Erziehung der Kinder

Gott inkarniert den Menschen auf die Erde, damit der Mensch hier, in dieser Schule namens Erde bei Gott als Lehrer Göttlichkeit lernt. Dieser Lernprozess geht in drei Hauptrichtungen: Liebe, Weisheit und Kraft. Gerade dies lernen wir hier unter Seiner — zunächst unsichtbaren, dann auch sichtbaren — Führung. In dieser Schule gibt es theoretischen und praktischen Unterricht. Zur Theorie gehört das Erlernen des Göttlichen Willens durch Bücher und auf andere Weise. Eines der praktischen Fächer ist die Kindererziehung.

Dem Kind muss am Anfang Elementares beigebracht werden: sprechen, sich freuen, gehen usw. Wenn es schon heranwächst, sollte man versuchen, ihm möglichst viele Lebensgewohnheiten zu vermitteln und sein Blickfeld maximal zu erweitern. Man sollte ihm verschiedenerlei beibringen: Rad fahren, laufen, schwimmen, ein Zelt aufschlagen, ein Feuer anzünden, singen, malen, verschiedene Sportspiele spielen usw. Es soll fernsehen und so mit Menschen in anderen Teilen des Planeten bekannt werden, es soll allmählich die Vielfalt des religiösen Suchens der Menschen kennen lernen... Dies alles wird ihm später sehr nützen und ihm erlauben, Probleme des Erwachsenenlebens leichter zu meistern.

Durch Kindererziehung der Evolution des Universellen Bewusstseins dienen und so gleichzeitig sich selbst entwickeln kann man nicht nur mit eigenen leiblichen Kindern, sondern auch mit vielen anderen Kindern. Wir alle sind Kinder des Einen Gottes. Wir alle sind eine Familie [10]. Mit Kindern, die nicht vom eigenen Fleisch sind, sollte man genauso umgehen wie mit den eigenen. Wenn wir so leben, weiten wir unsere Liebe aus und lernen, mit den Menschen so umzugehen, wie Gott es tut. Wir lernen so die Göttliche Liebe.

Ratschläge zur Ernährung

Gott erläuterte den Menschen einmal über einen Propheten die Grundsätze der Ernährung: “… Ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise”. Dieses Gebot findet sich in der hebräischen Bibel (Genesis 1,29). Später fügte Er durch einen anderen Propheten noch hinzu: Esset alles, “… Allein esset das Fleisch nicht mit seinem Blut, in dem sein Leben ist!” (Genesis 9,1-4). Wovon ist in diesem Satz die Rede? Genau von “tötungsfreier” Ernährung: Esset alle genießbaren Pflanzen, verwendet Milch und Eier. Ihr sollt aber nicht jene Tiere für eure Nahrung töten, in deren Körpern ihr Blut seht.

Und was haben die durchtriebenen und genusssüchtigen Juden, die dieses Gebot erhielten, sich damals ausgedacht? Sie fingen an, das Blut der von ihnen getöteten Tiere in die Erde fließen zu lassen und das Fleisch zu essen… — ja, ohne Blut. Sie taten so, als ob sie es so verstanden, die Seele eines Tieres sei dessen Blut… Diese Methode, um Gott auszutricksen, übernahmen später auch genusssüchtige “Christen”. Und die Einwände von Jesus Christus dagegen [10]… — nahmen sie einfach nicht ins Neue Testament auf. Doch das wahre Christentum ist ja eine Lehre von der Liebe. Ist es denn wirklich mit dem Christsein vereinbar, anderen Wesen Leid zuzufügen, um die eigenen Sinnesleidenschaften zu befriedigen?

Ein wahrer Christ ist nicht einer, der formell eine Taufe empfängt, ohne überhaupt daran zu denken, der Lehre Christi zu folgen. Und noch weniger jemand, den man aus irgendeinem Grund noch im Kindesalter getauft hat. Und auch nicht jemand, der ein Kreuz um den Hals trägt. Kreuze werden von Kreuzträgern getragen, nicht wahr?

Ein wahrer Christ ist einer, der Gottes Lehre folgt, welche uns durch Jesus Christus und andere Messiasse, Avatare und Christusse übermittelt worden ist. Ihre Essenz lässt sich in drei kurzen Sätzen zusammenfassen:

1. Gott ist die Liebe.

2. Wir sollten in Ihn einfließen, um Ihn mit uns selbst zu bereichern.

3. Dazu müssen wir so wie Er werden — die Liebe.

Wir dieser Lehre nicht folgt, darf sich nicht einen Christen nennen. Solche Menschen sind bloß Abartlinge, “Christen” in Anführungszeichen.

… Ich wurde in diesem Leben in eine kommunistisch-atheistische Familie hineingeboren. Über Sünde und Mitleid dachte man hier überhaupt nicht, wie übrigens in fast jeder “sowjetischen” Familie. Auch ich ernährte mich von Kindheit an von Fleisch und Fisch: So war es üblich. Auch ich wurde zum Fischer und Jäger. Ohne jegliche Gewissensbisse tötete und quälte ich Tiere, ohne auch nur darüber nachzudenken, dass noch irgendjemand außer mir Schmerzen empfinden kann. Erst als ich bereits wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Forschungsinstitut war, machte ich mir erstmals Gedanken über mein Recht, Tiere zu töten. Sogleich aber dachte ich mir die Rechtfertigung aus: Wir können nicht leben, ohne uns von Fleisch und Fisch zu ernähren. Deshalb habe ich objektiv das Recht dazu, mir dieses “Essen” selbstständig, nicht mit fremden Händen, zu besorgen. Zumal ich das zu tun weiß.

Später einmal geschah Folgendes: Ich trat ohne mein Gewehr an ein Seeufer und scheuchte eine Entenfamilie auf: die Entenmutter und etwa zehn Entenküken, die noch nicht fliegen konnten. Sie alle entfernten sich vom Ufer und schwammen in ihrem einträchtigen Grüppchen dicht an dicht auf eine kleine, etwa 50 Meter vom Ufer entfernte Insel zu. Auf der Insel aber saß versteckt ein mir unbekannter Jäger. Als die Entenfamilie an die Insel herangeschwommen kam, schoss er sie alle mit zwei Schüssen tot…

Ich empfand damals zum ersten Mal den Tod der Opfer dieses grausames Vergnügens — der Jagd — als ein Drama. Meine Bestürzung war umso ärger, als ich zur Ursache ihres Todes geworden war, indem ich sie unabsichtlich aufgeschreckt hatte. Sofort aber sah ich den Widerspruch ein: Hätte ich sie getötet, hätte mir das ja gar nicht leid getan! Ich hätte mich dann ja über den Erfolg gefreut, über die reiche Jagdtrophäe!..

Später einmal bekam ich Gelegenheit, zusammen mit Forstarbeitern in einem Bus durch Karelien zu fahren. Sie hatten nach Feierabend schon etwas Wodka getrunken und nahmen sich nun ein nächtliches Fischfangen vor — mit Fischspeeren im Scheinwerferlicht. Während sie aber unterwegs waren, wurde es einem von ihnen plötzlich “weich ums Herz” und er fing an sich laut auszumalen: “Wie denn: lebende Fische mit einem Speer erschlagen?! Sie sind ja lebendig! Mit dem Speer!..”. Er wiederholte viele Male suggestiv diese Phrasen und richtete die Frage mal an sich selbst, mal an seine Kameraden. Es war zu sehen, dass ihm da gerade ein Licht aufging… Aber die Kameraden grinsten nur schweigend: Was es doch nicht alles gibt, wenn einer mal ein bisschen “übertrieben” hat… Ohne ihre Unterstützung zu sehen, beschämte er sich plötzlich seiner “Schwäche” und rief aus: “Ja! Wir fahren hin, um lebende Fische mit Speeren zu erschlagen!”. Und damit verschwand das Thema von der Tagesordnung…

Einmal jagte ich Enten auf einem See. Ich schoss eine an. Ich wollte ihr den Rest geben und schoss wieder und wieder, aber die Ente sah die Schüsse und schaffte es jedes Mal unterzutauchen, bevor die Schrotladung sie erreichte. Da griff ich zu einem Trick und steuerte das Boot so, um sie auf eine Untiefe zu treiben, wo sie nicht mehr tauchen konnte. Und sie verstand es. Und ergab sich. Ich schoss auf sie ein Mal nach dem anderen, sie wurde jedes Mal eingehüllt in Schrot, und jedes Mal durchbohrte das Blei ihr kleines Körperchen. Schwer verletzt und mit durchstochenen Flügeln, schrie sie nur noch vor Entsetzen und Schmerz. Sie war zu Rettungsversuchen nicht mehr in der Lage. Ihre Klagerufe, wie sicherlich die Klagerufe all jener, die schuldlos und grausam getötet werden, hörten sich