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ISBN — 5-89455-007-6
© W.W.Antonow, 2002
Aus dem Russischen übersetzt
von Andrzej Szypulski
Das vorliegende Buch ist thematisch eine logische Fortsetzung der vorherigen Ausgabe von “Gott spricht. Ein Lehrbuch der Religion”. Jenes Buch schilderte, von menschlichen Entstellungen unberührt, die reine integrale Lehre Gottes, die Er über die letzten Jahrtausende der Erdengeschichte durch Messiasse und Propheten dargelegt hat. In diesem Buch hingegen liegt der Schwerpunkt auf praktischen Methoden der spirituellen Vervollkommnung: von elementaren zu den höchsten, abschließenden, welche durch das Erkennen des Schöpfers in Seiner Wohnstatt und durch die Verschmelzung mit Ihm zur vollen spirituellen Selbstverwirklichung führen.
Das Buch richtet sich an diejenigen, die den Wunsch haben, den Sinn ihres Lebens zu erkennen und zu verwirklichen, vollkommenes Glück zu erlangen, Gott zu finden und in die Arme Seiner Liebe einzutauchen.
Ein Mensch, der den spirituellen Weg betreten hat, kann über folgende sieben Stufen gehen:
1. Rechtes Erkennen des eigenen höchsten Zieles und der Wege zu dessen Erreichung.
2. Elementare ethische Selbstanpassung an den Vorsatz Gottes durch den Abbau ethischer Unvollkommenheiten und die Entfaltung notwendiger Eigenschaften. Die wichtigste der Letzteren ist die Liebe.
3. Selbstverfeinerung als Bewusstsein mit dem Ziel, in die höchsten Schichten des multidimensionalen Raums (Äonen, Lokas) zu gelangen; die feinste von ihnen ist die Wohnstatt des Uranfänglichen Weltenbewusstseins — Gott Vaters, des Schöpfers.
4. Quantitative Entwicklung des verfeinerten Bewusstseins.
5. Erlernen von Methoden der Verschmelzung mit Gott.
6. Festigung seiner selbst in der Verschmelzung mit dem Schöpfer.
7. Erlangung Göttlicher Fähigkeiten.
Diese Problemstellung mag vielen Lesern, die durch atheistische und sektiererische Propaganda irregeführt wurden, als überraschend bis unglaublich erscheinen. Doch genau das lehrt Gott die Menschen seit Beginn der Menschheitsgeschichte durch Propheten und auch persönlich, indem Er die menschliche Form annimmt und als Messias (Avatar, Christus)1 vor die Menschen tritt [7-18].
Der Sinn des Lebens eines jeden von uns besteht darin, sich als Bewusstseinsenergie zu entwickeln, zunächst innerhalb der eigenen zeitweiligen körperlichen Behausung und später auch jenseits davon, u.a. im endlosen multidimensionalen Universum. Diese Entwicklung geht auf zweierlei Art vonstatten: qualitativ und quantitativ. Ersteres schließt drei Komponenten ein: intellektuelle und ethische Entwicklung sowie Verfeinerung. Quantitative Entwicklung bedeutet ein direktes Größenwachstum des “Energieklumpens” eines individuellen Bewusstseins, das anschließend mittels spezieller Meditationstechniken in den Ozean des Universalen Bewusstseins des Schöpfers hineinfließt. Dieser wird in verschiedenen Sprachen unterschiedlich genannt: Gott Vater, Jehova, Allah, Tao, Ishvara, Uranfängliches Bewusstsein, Adibuddha, Svarog usw. Hierüber wie auch über alles, was Gott den Menschen sagt, ist in [14] einschließlich notwendiger Kommentare zu lesen. Im vorliegenden Lehrbuch beschränken wir uns auf eine kurze theoretische Darlegung und gehen dann weiter zur Erörterung praktischer Methoden, die dabei helfen, das ZIEL zu erreichen.
Das Universum ist multidimensional. Dies ist keine mathematische Spekulation, sondern eine für den Menschen direkt erkennbare Realität. Räumliche Dimensionen sind seit jeher religiösen Praktikern bekannt. Man nannte sie auf Griechisch Äonen und im Sanskrit Lokas. Im Agni-Yoga war der Begriff “Schichten” üblich. (Genaues darüber siehe in den Büchern [10-12,15-17]).
Die höchste und primäre Raumdimension ist die Wohnstatt des Uranfänglichen Kosmischen Bewusstseins, welches, wie in der Bhagavad Gita [14] genau dargelegt wurde, periodisch eine “manifestierte” Welt erschafft, und zwar durch Verdichtung von als Elementarteilchen verstreuter kosmischer Energie (Protoprakriti) zur Materie. Auf den so entstandenen “Inselchen” kompakter Materie werden winzige Partikeln anderer Art von zuvor verstreut vorhandener Energie (Protopurusha) angesiedelt, deren Aufgabe darin besteht, sich über vielfache Inkarnierung in organische Körper bis hin zur Göttlichkeit zu entwickeln und anschließen in das Uranfängliche Bewusstsein einzufließen und dieses so mit sich selbst zu bereichern.
Dieser Prozess der Seelenentwicklung beginnt mit einer elementaren Herausbildung von Energieklümpchen auf Kristallen. Danach folgen Inkarnierungen in pflanzliche, tierische und später in menschliche Körper. Die Aufgabe eines Menschen als der abschließenden Entwicklungsphase der Einzelseele besteht darin, sich dahingehend anzustrengen, so bald wie möglich zur Göttlichkeit zu “kommen” und mit dem Schöpfer zu verschmelzen.
Die “Welterschaffung” ist kein gesamtkosmisches Phänomen. Astronomen beobachten immer wieder die Geburt neuer Stern- und Planetensysteme. Andere solche Systeme, die bereits ihre Zeit gelebt haben, gehen in von Gott geschaffenen “Schwarzen Löchern” unter [14,28]. Dies ist ihr “Ende der Welt”. Hierbei gehen alle Seelen, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht die Göttlichkeit erreicht haben, zu Grunde und zerfallen erneut zum Protopurusha-Zustand. Der stoffliche Bestandteil der zerfallenden “Inselchen” und materiellen Körper wird dann zu Protoprakriti und damit zum Baustoff für weitere Erschaffungen. Protoprakriti und Protopurusha zusammen werden als “Akasha” bezeichnet2. Physikern ist die Akasha-Energie in Form von Neutrinos bekannt.
Über die Beschaffenheit des multidimensionalen Universums haben wir in fast jeder früheren Veröffentlichung gesprochen. Hier sei nur noch erläutert, dass sie mit dem Phänomen vergleichbar ist, wie verschiedene, ihrer Schwingungsfrequenz nach unterschiedliche Radiowellenbereiche gleichzeitig in ein und demselben Raum koexistieren, wobei sie einander nicht überschneiden und sich auch fast nicht wechselseitig beeinflussen. Sie alle befinden sich in der multidimensionalen Tiefe unter der feststofflichen Welt einschließlich unserer Körper, wobei wir sie üblicherweise nicht wahrnehmen. Analog dazu können auch Geister, die grobstofflichere Äonen bevölkern, nicht sehen und nicht wahrnehmen, was in den “tieferen”, feineren Äonen vorgeht — auch wenn sie von dort aus gelenkt werden.
In einen verfeinerteren Äon umzusiedeln ist nur im verkörperten Zustand möglich, und zwar durch spirituelle Anstrengungen. Eine Umwandlung (“Transmutation”) der Bewusstseinsenergie erfolgt denn auch nur in einer spezialisierten “Transmutationsfabrik”, einem Körper, der in der Lage ist, die aus gewöhnlicher Nahrung absorbierte Energie für eine Transmutation und ein Größenwachstum des “Bewusstseinsklumpens” zu nutzen. Hieraus wird verständlich, dass weder Gebete noch irgendjemands “Fürsprachen” in der Lage sind, eine Seele aus höllischen in paradiesische Äonen zu bringen. Die Legende, Jesus Christus habe Sünder aus der Hölle befreit, enthält eine Fehlinformation: Er rettete nicht unverkörperte, sondern verkörperte Sünder, indem Er ihnen die Lehre Gottes über die Befreiung von irdischem und nichtirdischem Leid schenkte. Und der Weg dazu ist die Bewusstseinsverfeinerung durch zärtliche Liebe, Vergebung und Mitgefühl, durch die Verbannung eigener Zorngefühle und aller Grobheit sowie durch Überwindung des Egozentrismus.
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In der Literatur wird, so sei bemerkt, der Begriff “vierte Dimension” mitunter nicht angemessen gebraucht. Dies ist sogar im “Buch Jesu” [28] der Fall, wo Jesus diesen Terminus ebenfalls verwendete, als Er mit einem Gegenüber “in dessen Sprache” sprach, indem er also dessen Worte in der diesem jeweils geläufigen Bedeutung benutzte. Im genannten Buch kommt dieser Begriff sogar in zwei verschiedenen inadäquaten Bedeutungen zum Einsatz: einmal als Wohnstatt des Gott-Vaters und das andere Mal schlicht als Gesamtheit der immateriellen Äonen. In Wirklichkeit aber ist, vom Standpunkt der Begriffsbildung selbst ausgehend, die “vierte Dimension” eben eine materielle Welt, in der die Existenz nicht durch drei, sondern durch vier “Dimensionen” bestimmt wird, und zwar Länge, Breite, Höhe und Zeit. Im Übrigen: Zeitbedingt (auf jedem Planeten unterschiedlich) ist in der Schöpfung alles, einschließlich des an Planeten lebenden Heiligen Geistes.
Die “Besiedlung” einer neuen “Schöpfungsinsel” beginnt damit, dass sich dort Geister niederlassen, die bei ihrer Evolution auf anderen “Inseln” den Zustand des Heiligen Geistes (Brahman) erreichten. Sie werden zu “Erbauern” und “Aufsehern” der Lebensevolution auf jungen Planeten. Später werden diese Äonen mit jenen bevölkert, die diese Evolutionshöhen bei einer Inkarnierung bereits auf dieser “Insel” erlangten. Der gesamte Raum in und um unseren Planeten ist erfüllt von ineinander verschmolzenen oder sich getrennt manifestierenden riesigen Bewusstseinen, die sich in ihrer Gesamtheit der Heilige Geist oder Brahman nennen.
Wie dem Leser somit bereits klar sein dürfte, ist der Heilige Geist keineswegs eine “Emanation” des Gott-Vaters (bzw. von Gott Vater und Gott Sohn). Nein! Der Heilige Geist ist ein Lebendes Bewusstsein — verfeinert, uns liebend und erziehend, sich beständig innerhalb und außerhalb unserer Körper befindend. Er freut sich immer, wenn wir Ihm unsere Aufmerksamkeit schenken — mit Liebe und mit der Bereitschaft, Seine Hilfe anzunehmen, um uns Ihm — Seinem Zustand — zu nähern.
Gleiches kann auch vom Bewusstsein des Schöpfers gesagt werden. Allerdings liegt dieses noch tiefer in der Multidimensionalität und ist unvergleichlich umfassender. Es ist unendlich. Es ist, wie das Bewusstsein des Heiligen Geistes, im Inneren (in der Tiefe) unter jeder kleinen Zelle unserer Körper. Die Entfernung zu Ihm ist, wie es Jesus Christus schön formulierte [14,28], nicht größer als die Dicke eines feinen Papierblattes. Da ist es nicht nötig, auf der Suche nach Gott irgendwohin zu fliegen oder sehr weit weg zu fahren: Er ist genau hier und jetzt in uns. Nur in einem anderen Äon. Was uns von Ihm trennt, ist nichts anderes als unsere eigene Grobheit, bedingt durch religiöse Unwissenheit und die Unentwickeltheit unserer Liebe.
Wir sollen Gott im Inneren, in der Tiefe unseres eigenen spirituellen Herzens suchen. Diese bekannte Formel ist nicht bloß eine schöne Metapher, sondern ein ganz konkreter Hinweis darauf, in welche Richtung wir uns bemühen sollen. Wenn wir nun die traurige Tatsache der nahezu totalen spirituellen Degradierung der Menschenmassen beobachten, dann ist die Ursache davon vor allem darin zu sehen, dass ihnen selbst wahre spirituelle Kenntnisse fehlen. Und schuld daran sind nicht nur ruchlose Politiker, sondern auch Anführer von abwegigen religiösen Massenorganisationen, die es ihren “Herden” beibringen zu hassen, zu saufen, zu töten und ihr Vertrauen nicht in Gott, sondern in ausgedachte “Götter” zu setzen. Auch dazu, immer und immer wieder angeblich “rettende” Körperbewegungen zu machen und “Gebete” zu wiederholen, welche die Gläubigen oft direkt für die Hölle programmieren, anstatt dass sie Liebe und Seelenfeinheit entwickeln.
Neben den höchsten Äonen gibt es viele andere, die sich untereinander an Fein- bzw. Grobstofflichkeit unterscheiden. Die feinsten von ihnen nennen sich paradiesisch, die gröbsten höllisch. Wenn wir nach der Trennung von unserem verstorbenen Körper die Hölle vermeiden wollen, dann müssen wir schon jetzt lernen, dauerhaft nur in hellen, lauteren und feinen Zuständen des Bewusstseins (Seele) zu existieren. Denn nachdem wir uns vom Körper getrennt haben, verbleiben wir in ebendiesem Zustand, den wir zu Lebzeiten im Körper am meisten gewohnt waren. Wir gelangen dementsprechend in einen Äon, der durch uns ähnliche Wesen bevölkert ist: böse, grausame, gereizte, furchtsame, lügnerische — oder aber sanftmütige, friedvolle, zärtlich liebende und fürsorgliche.
Unsere Liebe zu Gott — falls sie da ist und falls wir richtig verstehen, was Gott ist und wie man zu Ihm gehen soll —, sollte uns aber noch zu größeren spirituellen Höhen führen als in ein Paradies, und zwar zur Verschmelzung mit dem Schöpfer in Seinem höchsten Äon. Das ist es, was Er von uns erwartet. Denn darin besteht Seine Evolution, Sein Leben. Wenn wir Ihn lieben, dann sollten wir es auch tun.
Es wäre für uns gut, uns real und so stark in Gott zu verlieben, dass wir uns nach Ihm sehnen, dass wir uns ohne Ihn keinen Platz auf der Erde finden. Unsere Verliebtheit in Ihn sollte einer leidenschaftlichen Verliebtheit in einen Menschen ähnlich werden. Das bedeutet auch und gerade die Bestrebung nach einer realen Verschmelzung, einer Verschmelzung der Bewusstseine, etwa so, wie einander brennend liebende Menschenseelen sich vereinigen.
Um sich so in Gott zu verlieben, muss man so viel wie möglich über ihn erfahren. Er kann denn auch real erkannt werden, nicht nur mit dem Verstand. Doch er wird nur für jemand hörbar, sichtbar und fühlbar, der seinem Seelenzustand nach Ihm nahe gekommen ist. Er ist die Liebe. Darum kann nur jemand, der ebenfalls zu einer großen, feinen und starken Liebe geworden ist, Gott auf diese Weise spüren. Dann wird die Verschmelzung mit Ihm nicht bloß ein leeres Wort, sondern Lebenspraxis schlechthin.
Wer die Verschmelzung mit dem Schöpfer erreicht hat, wird für immer zu Seinem untrennbaren Teil. Er kann aber, wenn nötig, etwa um eine Mission auf der Erde oder einem anderen Planeten zu erfüllen, sich mit einem Teil seiner selbst erneut herauslösen und dabei mit Ihm verschmolzen bleiben. Jesus schilderte dies in Analogie zum Weinstock (Joh 15): Aus dem “Erdreich” des Bewusstseins des Universalen Gott-Vaters erwächst ein “Stamm” — das Bewusstsein eines Göttlichen Lehrers (wie Jesus Christus selbst einer ist); die “Zweige” an diesem “Stamm” sind die engsten Apostelschüler (s. auch [14]). Gerade so, als solche “Stämme”, manifestieren sich für verkörperte Menschen die Göttlichen Lehrer. Sie können dabei verschiedene materielle Körper haben (d.h. verkörpert sein), oder aber auch keine. Aber auch diejenigen, die jetzt einen Körper haben, verfügen über die Fähigkeit, gleichzeitig mit anderen Teilen ihres Bewusstseins an einem beliebigen Ort des Planeten zu wirken. Sie (als Bewusstseine) sind denn auch unvergleichlich größer als unser Planet; in ihren Körpern platzieren sie nur einen winzigen Teil ihrer selbst.
Einen Körper hat gegenwärtig unter anderem der Göttliche Lehrer Sathya Sai Baba [8,14,15,35]. Und Er hilft würdigen Schülern Gottes zusammen mit Jesus, Krishna, Babadschi aus Haidakhan, Huang Di, Chaitanya, Assyris, Juan Matus, Jenaro, Ngomo, Maenuel (Alexander Svirskij), den Jesus-Aposteln Philippus, Andreas, Johannes, Markus und vielen, vielen Anderen [15].
… Ich will es jetzt nochmals für diejenigen formulieren, denen der Unterschied zwischen heidnischen “Göttern” und individuellen Manifestationen des Gott-Vaters noch nicht endgültig klar ist. Die Konfusion um diese Frage liegt darin, dass nahezu alle religiösen Menschen die richtige Vorstellung von der Multidimensionalität des Raums fehlen lassen.
Das Kriterium ist folgendes: Ein Teil des Gott-Vaters ist nur jemand, der in Verschmelzung mit dem Uranfänglichen Weltenbewusstsein verweilt. Dieses befindet sich im höchsten, uranfänglichen, für das gesamte endlose Universum Einen Äon, der jenseits eines kosmischen “Spiegels” liegt im Verhältnis zu allen Manifestationen der Schöpfung, darunter sogar zum Heiligen Geist (Brahman).
Alle heidnischen “Götter” hingegen sind entweder fiktive Folklorefiguren oder wirklich existierende Geister der einen oder anderen (aber nicht der höchsten) evolutionären Entwicklungsstufe.
Gott in Seinen Aspekten als Schöpfer, Höchster Lehrer und Ziel ist für uns alle eins, auch wenn in Ihm eine Vielzahl wechselseitig aufgelöster vollkommener Bewusstseine Platz findet. ie sind dadurch vereint, dass sie alle in der Wohnstatt des Allerfeinsten Bewusstseins verweilen und, von ihr ausgehend, auf verschiedenen “Inseln” der Schöpfung wirken.
Ist es jetzt klar?
Das heißt: Es bleibt nur noch, dorthin vorzudringen und sich dort in Verschmelzung mit dem Schöpfer zu festigen.
Ein prinzipieller Markstein zu Beginn des spirituellen Weges ist es, die Funktionen des spirituellen Herzens (Energie des Anahata-Chakra im mittleren Dantian) zu realisieren. Diese Energiestruktur des Organismus ist das Organ, das Emotionen der Liebe erzeugt.
Sehr wenige Menschen besitzen ein entwickeltes Anahata-Chakra “von Geburt an” (d.h. noch seit ihrer letzten Inkarnation). Manchen Frauen gelingt es, die Funktionen dieses Organs durch eine harmonische Ehebeziehung “offen zu legen”; denn der weibliche Organismus mit seinen charakteristischen Hormonen, den erogenen Milchdrüsen, die unmittelbar ans Anahata geknüpft sind, und mit der Möglichkeit, in der Sorge für die Kinder die Liebe zu vervollkommnen, bietet einer Seele, die in einen weiblichen Körper inkarniert ist, einen unvergleichlichen Vorteil vor dem “starken” (an Grobheit und Gewaltsamkeit) Geschlecht. Für alle anderen Menschen besteht die einzige Möglichkeit, sich radikal umzuwandeln, in der Anwendung spezieller Psychotechniken, die von spirituellen Schulen des Hinduismus, Taoismus und Buddhismus, des Christentums, des Islam und anderer religiöser Traditionen ausgearbeitet worden sind. (Die entsprechenden Kapitel dieses Buches schildern die in unserer Schule entwickelte Abfolge von Techniken, die nach unserer Auffassung einen mit Blick auf Lernzeit und Dauerhaftigkeit optimalen Effekt bietet).
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Gott ist die Liebe. Er selbst sagt das [7-9,14]. Dasselbe kann jeder bestätigen, der Gott wirklich kennen gelernt hat. Auch wir, um Ihm ähnlich zu werden, müssen lernen, die Liebe im wahrsten Sinne zu sein. Dies beginnt damit, sich anzugewöhnen, bewusst und “stabil” im eigenen Anahata-Chakra zu leben; hierbei tritt die Bewusstseinsenergie in den Zustand der Liebe ein. Danach weiten wir uns in diesem Zustand allmählich aus, um zunächst viel größer als der Körper zu werden; danach umfassen wir mit unserem spirituellen Herzen die ganze Erde und später, nachdem wir uns bis zu dem nötigen Grad verfeinert haben, umarmen wir mit unser Liebe Gott… So werden wir zu “kosmischen spirituellen Herzen” und fließen dann in den Ozean des Universellen Schöpfers ein.
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Um aber dieses einfache Schema ins Leben umzusetzen, muss man sehr viel tun. Das ganze Problem hier liegt darin, dass Er keine Unwürdigen an sich heranlässt.
Nun beginnen wir davon zu sprechen, wie das angeführte Schema schrittweise, ganz von vorne, zu realisieren ist. So, dass auch Unwürdige ebenfalls einer vollkommenen Selbstverwirklichung bereits in diesem Erdenleben würdig werden können.
Wir haben bereits den gesamten spirituellen Weg des Menschen in Begriffen des Patanjali-Systems erörtert [11]. Um uns nicht zu wiederholen, wollen wir dasselbe noch über die Analyse einer Formel für spirituelle Entwicklung besprechen, die vom Avatar Babadschi dargelegt wurde [14-16,18,37]. Diese Formel lautet: “Wahrheit — Schlichtheit — Liebe — Karma-Yoga (Dienen) — Zerstörung des eigenen niederen Ich um der Verschmelzung mit dem Ich Gottes willen.
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Die fleischliche Ankunft des Gesandten Gott Vaters, Jesus Christus, auf der Erde wurde mehrfach durch jüdische Propheten vorhergesagt. Doch als Jesus kam, erkannten nur wenige Juden in Ihm einen Christus; gerade sie wurden erste Schüler und Verbreiter einer für diese Region der Erde neuen Lehre Gottes. Die offizielle Synagoge aber erkannte Jesus dennoch nicht als einen Gesandten des Gott-Vaters an und… wartet seither nun schon fast zweitausend Jahre auf einen anderen Christus (siehe z.B. [29]).
Ähnliches beobachten wir auch jetzt in allen Massenorganisationen, die sich christlich nennen: Auch sie können Gott, wenn Er auf der Erde in einem menschlichen Körper vor die Menschen tritt, nicht bemerken. Jesus Christus selbst hat prophezeit: “Wenn ihr den seht, den keine Frau geboren hat, dann werft euch auf euer Gesicht und verehrt ihn. Jener ist euer Vater.” (Evangelium nach Thomas, 16; s. [6,14]). Aber gerade so kam auf die Erde 1970 der Avatar Babadschi [14-16,18,37] — und die “Christen” erkannten Ihn nicht. (Heute wirkt auf der Erde ein weiterer Avatar — Sathya Sai Baba [8,14]; Er predigt erneut dieselbe Eine und Ewige Lehre des Gott-Vaters — und wieder erkennen die Hierarchen keiner einzigen Massenkirche Ihn an!).
Gott ist zum Konkurrenten für viele religiöse Organisationen geworden: Er kann ja ihre “Herden” zu sich “abwerben”. Wer wird dann für den Unterhalt all derer sorgen, die von ihrer Kirche leben? Deshalb macht beispielsweise die russische Orthodoxie ihren Gläubigen Angst: “Alles, was aus dem Osten kommt, ist vom Teufel”, “Seid ihr nicht mit uns, kommt ihr in die Hölle”… Doch Jesus Christus inkarnierte ja im “Mittleren Osten”, in Judäa. Auch Krishna, Babadschi und Sathya Sai Baba sind aus dem Osten. Ist also Gott “aus dem Osten”? Dagegen kam dieses “Christentum” zu uns nach Russland eigentlich “aus dem Westen”, aus Griechenland…
Ist es nicht Zeit, sich zu besinnen?
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Babadschi ist einer der Vertreter des Gott-Vaters, Sein Teil. Er inkarniert periodisch auf der Erde, um den Menschen als Avatar zu helfen. Eine Seiner Inkarnationen war gegen Ende des 19. Jahrhunderts; sie wurde beschrieben von Yogananda [25]. Eine weitere ereignete sich von 1970 bis 1984 erneut im nördlichen Indien, wo Er sich den Menschen zeigte, indem er für sich sogleich einen erwachsenen Körper materialisierte und in diesem 14 Jahre lang lebte.
Auch heute hilft Babadschi zusammen mit Jesus Christus, Sathya Sai Baba, Krishna und anderen Göttlichen Lehrern als individuellen Manifestationen des Gott-Vaters würdigen Schülern Gottes, aber jetzt in nichtverkörperter Form.
Aus Seiner letzten irdischen Inkarnation hinterließ Babadschi den Menschen eine kurze und prägnante Version der Lehre Gottes. Ihr “Kern” ist die oben angeführte prägnante und erschöpfende Liste über all das, was wir Menschen tun sollten. Das Wichtigste für uns ist jetzt, richtig zu verstehen, was hinter diesen Worten steht, um es dann vollständig zu erfüllen.
Dieser Punkt der “Babadschi-Formel” impliziert das Verstehen dessen, was Gott und die Evolution des Kosmischen Bewusstseins ist, was mein Platz darin ist und was ich konkret tun soll. Dies versteht heute kaum jemand.
So ist in Indien heutzutage ein beliebter “Volksgott” der märchenhafte (erdichtete) Ganesha, ein Mensch mit einem Elefantenkopf, der angeblich im Himmel aus dem Koitus anderer Götter geboren wurde. In der “christlichen” Welt wird behauptet, unser Gott sei Jesus Christus, und die Moslems hätten einen anderen, “selbstverständlich falschen” Gott — Allah. Und das, obwohl Allah wörtlich übersetzt “Gott Vater” bedeutet. Gerade zu Ihm sollen wir, wie Jesus Christus predigte, unsere Liebe und unser Bestreben richten.
Basierend auf der hebräischen Bibel (Altes Testament), die räuberische Angriffskriege, Tötungen, Gewaltanwendung und Grausamkeit “sanktionierte”, aber auch auf der im Neuen Testament stark “beschnittenen” Lehre Jesu Christi (s. [14]), sind sowohl Gott Vater, der in Jesu Prophezeiungen den zentralen Platz einnahm, als auch die Liebe den meisten “Christen” verloren gegangen. An ihre Stelle traten eine typisch heidnische “Götterbildung” in Form der Verehrung von Jesu Mutter Maria als einer “Himmelskönigin”, “offizielle” Verfluchungen anderer Kirchen, der Moslems und aller Juden (obgleich paradoxerweise sowohl Jesus wie Seine Eltern, Seine Apostel und die ersten Christen ja ebenfalls Juden waren!), Kriege im Zeichen des Kreuzes, Misshandlungen und Folter, Etablierung von Satan, Teufeln, Dämonen, Hexen und Vampiren als die “Herde” zusammenschweißenden Hauptobjekten der Aufmerksamkeit, ein aggressiver Expansionismus usw. Dieses “Christentum” vernichtete unter anderem die aufgeklärten und reinen spirituellen Traditionen unserer fernen russischen Vorfahren, die bei weitem nicht alle “Heiden”, also Anbeter von Geistern und erdichteten “Göttern” waren. Viele waren sogar direkte Schüler des Gott-Vaters. Zu diesen Göttlichen Lehrern, die damals im Territorium Russlands arbeiteten, gehörte Assyris (nicht zu verwechseln mit dem ägyptischen Osiris). Eine starke spirituelle Schule des Assyris befand sich in Nordrussland bei Nowgorod. (Ich hatte das Glück, einem Seiner damaligen fortgeschrittenen Schüler, der gegenwärtig in einem weiblichen Körper inkarniert ist, zu helfen, in die Wohnstatt des Vaters einzugehen. Der nichtverkörperte Assyris arbeitet auch jetzt, unter anderem im Gebiet Russlands, und hilft würdigen Schülern Gottes).
Über viele Jahrhunderte nach der “Taufe” bestand in unserem “christlichen” Staat mit dessen “christlichen” Herrschern eine beliebte Arten von Bestrafung darin, Menschen auf Pfähle aufzuspießen beziehungsweise bei lebendigem Leib zu verbrennen. Besonders grausame Geschichtskapitel der russischen Orthodoxie waren die Zeit ihrer Entstehung in Russland und danach die Vernichtung der “Altgläubigen”, die den Reformen des Patriarchen Nikon nicht zustimmten. Und heute haben nur wenige bemerkt, dass der von General Dudajew angeführte Versuch des tschetschenischen Volkes, sich vom russischen Joch zu befreien, eine Reaktion auf die Expansion der Orthodoxie in ein Land mit alten islamischen Traditionen war.
… Der Autor dieses Buches selbst begann seine Abkehr von der atheistischen Primitivität und erwarb erste religiöse Erfahrungen mithilfe der russisch-orthodoxen Kirche und kennt sie daher gut genug “von innen”. Und er ist ihr sehr dankbar. Und er ist sicher, dass sie ungeachtet all ihrer Mängel den Menschen real zu einem spirituellen Erwachen verhelfen kann, was bei ihm selbst der Fall war und bei vielen anderen der Fall ist. Er begegnete in ihr auch vielen ehrbaren, aufrichtig glaubenden Geistlichen, die es anstrebten, besser zu werden und anderen zu helfen… Doch ihre Stimmen sind nicht zu hören: Sie werden von aggressiven religiösen Geschäftemachern zum Schweigen genötigt.
Ein intelligenter Mensch muss daher selbst lernen, den Unterschied zu sehen zwischen dem wahren Christentum als der Lehre Jesu Christi und jenen ihrer Abarten, die es unter verschiedenen Namen gibt. Darunter gibt es auch solche, die geradezu bis zur Perversion entstellt sind.
… Im Buddhismus haben sich ebenfalls viele Sekten entwickelt, in deren Weltauffassung es für Gott keinen Platz mehr gibt. Auch bei ihnen steht natürlich die Angst an erster Stelle: die Angst eben vor allerlei Dämonen und Vampiren; es werden Methoden zum “bioenergetischen” Schutz vor ihnen ausgearbeitet… Ich habe bereits ein Beispiel [8] von Kursen angeführt, bei denen man, selbstverständlich für viel Geld, lernen kann, die unteren Körperöffnungen mit durchaus materiellen Pfropfen zu stöpseln — andernfalls stürzten durch ebendiese Öffnungen die Menschen, die diese Techniken nicht kennen, direkt in die Hölle… Solche Trainings “mit allem Ernst” kommen von denselben entarteten buddhistischen Sekten. Auch das Töten von Tieren gilt bei ihnen keineswegs als Vergehen. Und dies, obwohl der Begründer der Buddhismus, wie auch der Begründer des Christentums [7,14], das absolute Gegenteil lehrten.
Man muss jedoch verstehen, dass diese Primitivität auf keinen Fall für den Buddhismus insgesamt charakteristisch ist: Die gesunden buddhistischen Schulen setzen sich genau zum Ziel, mit einem gereinigten Bewusstsein in die höchsten, feinsten Lokas zu gelangen und dort mit dem Uranfänglichen Bewusstsein zu verschmelzen (welches gelegentlich auch als Adibuddha — Urbuddha — bezeichnet wird).
… Beim Massenislam wiederum fehlt — bei der insgesamt korrekten Aufmerksamkeitsausrichtung der Gläubigen auf den Schöpfer — eine deutlich ausgeprägte Tendenz dazu, Verfeinerung und Liebe zu lernen. Im Gegenteil: Für den islamischen “Fundamentalismus” (d.h. die gegenwärtigen Versuche, Sitten aus der Gründungszeit des Islam zu oktroyieren) ist die Kultivierung von Gewalt bezeichnend… (Vermerkt sei, dass ein “Fundamentalismus” bei weitem nicht in allen islamischen Ländern präsent ist.) Dagegen stehen Verfeinerung und Liebe — der einzige Weg zu einer realen Annäherung an Gott und zu Gott-Erkenntnis [14] — derzeit wohl nur bei gesunden sufischen Schulen des Islam im Mittelpunkt.
… Eine weitere pseudoreligiöse Strömung in Russland ist die Astrologie. Obwohl darin mitunter auch von Gott gesprochen wird, existiert Er in der Astrologie faktisch nur als ein hohler Klang… Er, der Schöpfer, der Herrscher und das Ziel von allem, ist dort ein bedeutungsloses abstraktes Symbol, verdrängt durch… Planeten und Sterne. Als ob nicht Er selbst, persönlich oder durch den Heiligen Geist und andere Geister, uns ununterbrochen in Übereinstimmung mit unseren ethisch wesentlichen Entscheidungen ununterbrochen auf irdischen “Weiden” erzieht, indem Er in unmittelbarer Nähe von uns verweilt, dicht an jeder Partikel unseres Körpers und unserer Seele. Nein — dies tun ferne Planeten und Sterne…
… Wieder andere Menschen trinken, einer aktuellen russischen Mode entsprechend, aus religiösen Beweggründen über lange Zeit und in großen Mengen eigenes Urin. Sie vergiften dadurch ihr Gehirn und bauen mental schnell ab.
… Das in Russland derzeit vorherrschende religiöse Klima kann allenfalls intelligente junge Menschen von der Religion abbringen und jene verderben, die ihren Intellekt noch nicht so weit entwickelt haben, um Wahrheit von Lüge unterscheiden zu können. Für Psychiater wäre es beispielsweise gut, die Regierenden über eine schizophrenieartige Psychose ins Bild zu setzen, die für russische “Gläubige” sehr charakteristisch ist (obgleich diese sich in der Regel nicht an Ärzte wenden und stattdessen gerade bei denen, die sie verkrüppelten, hoffnungslos nach der Heilung suchen). Diese Krankheit ist absolut typengleich für alle Kranken, seien es Opfer von “christlichen” Perversern oder Pseudobuddhisten oder einfach von ignoranten “extrasensitiven Magiern”. Diese Unglücklichen, denen eingetrichtert wurde, dass sie, anstatt lieben zu lernen, anstatt ihren Mitmenschen in allem Guten und dadurch auch Gott zu dienen und sich so weiter zu entwickeln, sich vielmehr vor dem Teufel, vor Dämonen, Zauberern und Vampiren fürchten sollen und diese durch “Schutzmagie” (Beschwörungen, spezielle “Schutzgürtel”, “Bekreuzigung” vor allem, was man berührt, u.dgl.) abwehren müssen; diese Menschen gewöhnen sich an, in Angst, Unruhe und im Hass auf “Feinde” zu leben. Solche gröbsten Gefühlszustände machen sie in der Tat zu Höllenbewohnern. Allerlei nichtverkörperter Abschaum, der diese Äonen bevölkert, wird für sie nun völlig wahrnehmbar und jagt ihnen noch mehr Angst ein. Es beginnen Besessenheiten mit allen gut bekannten Symptomen von Fehlverhalten…
Diese bis ins Gegenteil reichende Entstellung der Lehre Gottes führt breite Menschenmassen in die Hölle. Und da dieses Phänomen für Russland so typisch ist und noch zunimmt, wird die Perspektive einer noch schnelleren Entartung der Nation immer aktueller.
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Manch einer mag sich jetzt denken: Der Autor kritisiert bloß alle; er will sich sicher selber als “Retter” “hinstellen”! Nein, nicht mich “will ich hinstellen”, sondern Gott. Ich brauche weder Ruf noch Ruhm; ich habe für mich ein bescheidenes und stilles Mönchsleben gewählt. Ich will den Menschen helfen. Ich diene Gott.
… Es ist für Menschen charakteristisch, keine Notiz von Gott zu nehmen. Stattdessen sind sie fixiert auf herrliche Kleider, wohlgeformte Stimmen und hochnäsige Manieren verschiedener, oft krimineller und ignoranter Anführer, die um des eigenen Ruhmes und des Geldes willen handeln. Und dies, obwohl noch im Alten Testament Gottes Ratschlag niedergeschrieben wurde, nicht auf spirituelle Führung durch Menschen zu vertrauen, sondern sich auf Gott zu orientieren! Auch ich sage genau dasselbe, trotz allem Hass und aller Verleumdungen, die mir entgegengeschleudert wurden, trotz der Vergeltungsdrohungen… Aber ich kenne Gott. Sie hingegen kennen nur ihre Sekten. Darin liegt unser grundsätzlicher Unterschied vor dem Angesicht Gottes. Und wir gehen in entgegengesetzte Richtungen…
… Ja, Gott führt ungläubige Menschen nicht auf Direktem Wege zu sich. Dies sind Worte aus dem Koran. Und der Gerade Weg zu Ihm ist der Weg der Liebe: Liebe zu Menschen und allen Lebewesen, zur Schöpfung und zum Schöpfer. Es ist der Weg zu Ihm als dem richtig verstandenen ZIEL. Es ist der Weg seelischer Selbstreinigung von all dem, was nicht Göttlich ist, darunter von Grobheit, Gewaltsamkeit und jeder Form von Egozentrismus, welcher durch Gott-Zentrismus zu ersetzen ist. Und all das ist machbar.
… Wenn es euch auch nur einmal vergönnt wäre, in die Arme eines in menschlicher Gestalt erscheinenden nichtverkörperten Jesus zu gelangen und Seine Göttliche Liebe, Feinheit und Zärtlichkeit in Verbindung mit der grenzenlosen, durch das Verschmolzensein mit der Kosmischen Bewusstheit des höchsten Äons bedingten Kraft und Göttlichen Weisheit zu spüren, dann würde es sofort klar, was genau Gott im Menschen schätzt und wie Er uns sehen will! Doch um dieser Umarmung würdig zu werden, müssen wir näher an Ihn herankommen — nicht körperlich, sondern nach seelischen Eigenschaften.
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… Eine mögliche Antwort auf die Frage “Was ist Wahrheit?” lautet: “Im Körper des Absoluten geht eine Evolution vonstatten3. Unser ZIEL ist der Schöpfer. Unsere Aufgabe ist es, aus einem Teil des Absoluten zu einem Teil des Schöpfers zu werden und Ihn durch uns selbst zu bereichern. Dazu müssen wir zu einer starken, weisen und dem Uranfänglichen Bewusstsein gleich verfeinerten Liebe werden.”
Schlichtheit ist gescheite Natürlichkeit in Lebensweise und Verhalten, es ist Bescheidenheit und die Abwesenheit von Hochmut und Geltungsdrang. Schlichtheit ist eine Voraussetzung für Liebe — und diese ist ein notwendiges Attribut spiritueller Kämpfer, als welche Gott uns sehen will.
Sie wird am besten geformt durch das Nahesein an der natürlichen Umwelt, durch die Fähigkeit, sich auf diese harmonisch einzustimmen. Gerade dort, in der Abgeschiedenheit von Gehölzen, Feldern und Seen, ohne schön bemalte Augenlider und geschminkte Lippen, ohne Ohrringe, ohne elegante Synthetikkleidung oder sogar überhaupt ohne Kleidung, können wir die Schönheit der Schöpfung und des Schöpfers lieben und die Hilfe Gottes optimal annehmen, indem wir unser Bewusstsein in Gottes Schöpfungswerke und in den Heiligen Geist einfließen lassen.
Schlichtheit kommt auch wunderschön in der Liebe zu anderen Menschen zum Vorschein: im Lächeln, in der Freundschaftlichkeit, in der Zärtlichkeit, in der Offenheit zu Freunden.
Allerdings gehört zu allem ein Maßempfinden. So wäre es etwa taktlos, nackt herumzulaufen unter Menschen, die einen nicht verstehen, um so die eigene “Schlichtheit” zu propagieren; ein harmonischer, spirituell geprägter Akt ist das mit Sicherheit nicht.
So auch bei sexuellen Beziehungen: Eine “Schlichtheit”, die zu Geschlechtskrankheiten und ungewollten Schwangerschaften führt, die mit Gewaltsamkeit und Selbstsucht einhergeht, ist nun gar nicht das, wozu uns Gott aufruft.
Eine “Spontaneität” beim Ausdruck eigener Kapricen, Bedürfnisse und Wünsche, wie sie heutzutage bei manchen pseudospirituellen Sekten und Zirkeln propagiert wird, hat mit der Wahrheit ebenso wenig gemein.
Über wahre Schlichtheit verfügen nur maßvolle Menschen des Sattva-Guna4 und solche, die noch höher aufgestiegen sind.
Dagegen verstehen Menschen des Tamas-Guna unter Schlichtheit entweder Gefühlsduselei oder Gewalt, Grobheit und Rangelei oder auch betrunkenes Grunzen im Schlamm.
Wahre Schlichtheit gehört zu einer “Gott-zentrierten” Bildung. Sie ist nicht für jene, die von Ihm weit entfernt sind.
Liebe ist die Haupteigenschaft Gottes. Um mit Ihm zu verschmelzen (oder wenigstens, für den Anfang, der Hölle zu entkommen), müssen wir liebreiche Emotionen und Werke lernen und dabei entgegengesetzte Zustände und Taten in uns ausschließen, wie immer die äußeren Umstände auch sein mögen.
Liebe ist das Wichtigste, was Gott von uns will. Und wir haben keine andere Möglichkeit, Ihn zu erkennen und mit Ihm zu verschmelzen, als dass wir selbst zur Liebe werden.
Liebe sind emotionale Zustände, anders gesagt: Zustände der Bewusstseinsenergie. Und Bewusstseine (Seelen) sind wir. Jedes Mal, wenn wir aus dem Zustand der Liebe austreten, entfernen wir uns von Gott. “Jeder Austritt aus dem Zustand der Liebe führt zur Anhäufung von negativem Karma”, sagte mir einmal Gott [4,11,14.16].
Menschen geben die Schuld für ihre Nöte und Krankheiten allen außer sich selbst. Dabei sind ja gerade wir selbst immer daran schuld. Ich zeigte dies an Beispielen aus meinem Leben in [14].
Es ist von grundsätzlicher Wichtigkeit zu verstehen, dass ein fester und stabiler Zustand der Liebe nicht anders erreicht wird als durch eine psychische Selbstregulierung. Hierzu gehört die Arbeit mit Chakren, in erster Linie mit dem Anahata-Chakra. (Entsprechende Methoden sind nachstehend dargelegt.)
In alten Zeiten wurde im Christentum eine Praktik zur “Öffnung” des spirituellen Herzens entwickelt, die als “Jesus-Gebet” bekannt wurde. Der spirituell Strebende wiederholte dabei fortwährend einen Gebetsaufruf an Jesus. Dies verhalf dem Gebet bei manch einem nach mehreren Jahren zum “Durchbruch” ins spirituelle Herz, und sie erkannten so, was die Liebe in der Tat ist. Das ganze Leben eines solchen Menschen veränderte sich dadurch grundlegend (genauer darüber s. [16]). Später, als bei der russischen Orthodoxie der “Brjantschaninow’sche” Dämonismus die Oberhand gewann, hieß es bei der Kirche zunehmend, die Geheimnisse des Jesus-Gebets seien “verloren gegangen …
… Früher einmal hatte Gott, der mein aufrichtiges und intensives Bestreben zu Ihm und zur Unterstützung anderer Menschen sah, mir dabei geholfen, ein erstaunlich effektives System von Methoden zur “Öffnung” und Entfaltung des spirituellen Herzens zu entwickeln. Diese Methoden fanden in einer Reihe meiner Bücher [11,13,15,16] teilweise Erörterung und wurden seinerzeit in Russland und einigen anderen Ländern umfassend unterrichtet. Hier sei jedoch gleich vorweggenommen: Nur wenigen von Tausenden Schülern gelang es, eine reale und genügend vollständige Erkenntnis des Gott-Vaters zu erreichen. Woran lagen die “Abgänge”? An der Unfähigkeit der Übrigen, die einzelnen Punkte der “Babadschi-Formel” vollkommen zu verinnerlichen. So mangelte es der überwältigenden Mehrzahl der Schüler an jenem Bestreben zur Gott-Erkenntnis, das ihnen erlaubt hätte, die Aufmerksamkeit in genügendem Maße auf Gott zu lenken, weg von Gegenständen der materiellen Welt. Andere gaben, von Sektierern eingeschüchtert, auf.
An und für sich können Psychotechniken einen Menschen nicht zu Gott bringen; sie dienen nur als ausgezeichnete und notwendige Hilfsmittel. Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg ist indes die Fähigkeit, mit einem entwickelten Intellekt die volle Wahrheit zu begreifen und ein unnachgiebiges, liebevolles Streben nach dem Hauptziel zu entwickeln; mit anderen Worten: sich in den Schöpfer zu verlieben.
Die spirituelle Entwicklung eines Menschen sollte unbedingt umfassend sein. Sie sollte sowohl eine intellektuelle Komponente einschließen wie eine ethische und später auch eine psychoenergetische. Auch die Liebe kann beim Menschen nicht allein durch Anahata-Übungen in einem Unterrichtssaal gedeihen. Die sich entwickelnde Liebe muss das ganze Leben und alle Lebensbereiche füllen. Sie muss sich äußern im fortwährenden Verweilen des Bewusstseins in einem “Anahata-Zustand”, in einem aufrichtigen, respektvollen und taktvollen Umgang mit jedem bekannten und unbekannten Menschen, in der Leichtigkeit, Beleidigungen zu vergeben und zu vergessen, anstatt sich zu rächen, und auch in einem Verhalten, bei dem niemand unverdientermaßen gekränkt oder betrübt wird. Sie muss die aufopferungsvolle Bereitschaft hervorbringen, anderen sogar zu eigenem Nachteil zu helfen; die Interessen anderer, dessen würdiger Menschen sind höher zu stellen als die eigenen. Sie muss sich nicht nur auf Gott und die Menschen ausbreiten, sondern auch auf Tiere und Pflanzen; niemand kann mit Recht denken, seine Liebe sei weit entwickelt, wenn er bereit ist, Pflanzen unnötig zu töten und zu verletzen, wenn er, um die eigene Esslust zu befriedigen, ein Ernähren mit Tierkörpern gut heißt. Gott verweist die Menschen ständig auf die Notwendigkeit einer reinen, “tötungsfreien” Ernährung: Davon sprachen u.a. Gautama Buddha, Jesus Christus und Babadschi; dasselbe bekräftigt derzeit Sathya Sai Baba [7-8,14]5. Dagegen bestehen die Anführer entarteter Religionssekten auf das glatte Gegenteil, um ihr “Recht auf Sünde” beizubehalten und den “Massencharakter” ihrer Kirchen zu gewährleisten, dies auf Kosten der betrogenen Massen, die auch noch für den Unterhalt ihrer Lügenhirten sorgen.
Liebe muss tadellos sein bei Beziehungen zu Kindern; sie soll sich etwa darin äußern, dass man nicht reizbar ist. Allerdings ist beim Erziehen zu Anstand und Disziplin eine gewisse Strenge zu wahren — um der Kinder selbst willen.
Auch im Bereich der Sexualität sollte jeder die Qualität seiner Liebe untersuchen, denn gerade hier treten menschliche Laster sehr deutlich zu Tage. Jede Form von Gewaltsamkeit und Zwang beim Sex, auch in Worten und sogar in Gedanken, steht in Opposition zur Liebe. Dasselbe ist der Fall, wenn ein Mann sich nicht darum kümmert, eine unerwünschte Schwangerschaft seiner Partnerin zu verhindern. Ein weiteres Beispiel ist Passivität der Frau beim Geschlechtsakt, wenn sie also dem Mann nicht ihre Liebe schenkt, sondern nur egoistisch auf die eigene Befriedigung wartet und danach oft noch beleidigt ist, dass er “es nicht richtig macht”. (Alle Menschen unterscheiden sich ja voneinander in ihrer Sexualität. Und ein neuer Partner weiß nie im Voraus, wie er es dir besser besorgen kann.) Wahre Sexualität ist eben die Kunst, sich selbst die eigene Liebe durch sexuellen Umgang zu schenken. Und nur, wenn auf beiden Seiten Liebe und Schenken sich begegnen, können die Partner zu einer Harmonie finden.
Ich bin überzeugt, dass sehr vielen Frauen ein Buch von Barbara Kiesling helfen könnte, in dem wunderschön beschrieben wird, wie die Frau gerade ihre sexuelle Liebe praktisch schenken kann [27]. Allerdings würde ich nicht zu allem raten, wovon dort die Rede ist. So erhöhen häufige oral-genitale Kontakte ganz entschieden die Wahrscheinlichkeit von Infektionen. Auch ist sexueller Umgang mit vielen Partnern auf einem ernsthaften spirituellen Weg absolut unzulässig. Denn hierbei kommt es zu intensivem Energieaustausch mit ihnen, wodurch ihre möglichen energetischen Grobheiten, Verschmutzungen und Krankheiten übernommen werden könnten [9,14,16,28].
Ich befasste mich früher viele Jahre mit Sexualpsychologie und -physiologie. Damals, noch in der atheistischen Zeit meiner Entwicklung, hatte ich den starken Wunsch, andere Menschen mittels ehelicher Harmonie und gesunder Kinder glücklich zu machen. Einmal aber erlebte ich die Folgen von launenhaftem Egoismus einer Frau, die mich um sexologische Hilfe ersuchte, weil sie keine Orgasmen hatte. Ich will davon genau erzählen, weil dies im Weiteren erlaubt, eine Reihe von ethisch äußerst wichtigen Themen zu betrachten. Für diese Hilfe, die für mich ein schwieriger Akt von Selbstaufopferung war, blieb sie mir nachher fast ein Jahr lang aufrichtig dankbar. Viele Monate später jedoch trafen wir uns “zufällig” bei einem Lehrgang, zu dem man mich eingeladen hatte. Sie wollte damals nicht am Unterricht teilnehmen, saß nur da, kuschelte sich an meinen Körper und erzählte die ganze Zeit… nur von ihren sexuellen Erfolgen. Ich war entsetzt und ließ sie eine Tonbandaufnahme mit meinem Vortrag über die Unvereinbarkeit sexueller Spielereien und eines spirituellen Weges hören. Sie fühlte sich derart beleidigt, dass sie beschloss, sich zu rächen, und beschuldigte mich wegen… Vergewaltigung. Dazu legte sie sich auch eine tatsächlich ekelerregende Version zurecht, obwohl es bei mir nicht die geringsten Anzeichen für Gewaltsamkeit oder exzessive Sexualität gibt. Und was ich damals auf ihre Bitte hin und mit ihrem vollen und aktiven Einverständnis getan hatte, tat ich nicht um meinetwegen, sondern nur für sie, wobei ich meine Abneigung sorgfältig verbarg, um sie nicht zu kränken.
Mit ihrer üblen Nachrede erzürnte sie eine Bande von Primitivlingen, die durch meine frühere, vom Weg zu Gott abgekommene Schülerin zusammengezimmert wurde. Diese arrangierten dann einen hinterhältigen Überfall auf mich, verletzten tödlich meinen Körper und verurteilten diesen so zu einem langsamen und qualvollen Sterben. Später brachte Gott mich jedoch in denselben Körper zurück und half mir dabei, Wege zur Genesung zu finden [16]. Ich wurde dadurch besser: Gott riss mich auf diese Weise aus der Anhaftung an eine große Vielzahl von Schülern, deren spirituelles Arbeitspotenzial inzwischen versiegt war. Ich lenkte meine Aufmerksamkeit fortan nur noch auf Ihn, wurde zu einem echten Mönch und legte innerhalb kurzer Zeit einen riesigen Abschnitt der “letzten Geraden” meines Weges zu Ihm zurück. Und die Mitglieder jener Bande, welche sich eine “spirituelle Gruppe” nannten, hatten, sogar nachdem sie erfahren hatten, dass ich übel verleumdet worden war, dennoch nicht bereut und taten nichts, um ihre Schuld zu lindern. Und das, obwohl ich mich nicht an ihnen rächte und sie sogar persönlich vor einer justizrechtlichen Bestrafung für ihr Verbrechen rettete. Sie gingen bloß in die Kirche, bekamen dort die “Absolution” und kamen so wieder zur Ruhe…
Denken wir übrigens nach: Hat jenes “Väterchen” ihnen damals geholfen oder aber geschadet? Was ist besser für einen Mörder: in tiefer Reue versinken und versuchen, sich zu bessern, oder aber mit einer Lüge beruhigt und selbstzufrieden davonkommen?…
… Ein jeder macht sein Schicksal selbst, indem er die ihm von Gott gegebene Willensfreiheit wahrnimmt. Der eine entwickelt sich in aufopfernder Liebe und hilft anderen. Ein anderer lässt launenhafte Selbstsucht, Hass, Grobheit oder Grausamkeit in sich wachsen. Die Ersteren erdulden und vergeben; sie “halten sich heraus” aus der Feindseligkeit und bewahren sich dadurch in der Liebe und im Bestreben zum Schöpfer — und erreichen Ihn. Die Letzteren dagegen werden zu “Abfällen der Evolution”. Die einen können mit vollem Recht als Christen bezeichnet werden. Die anderen aber, obwohl sie mit Kreuzen behängt in die Kirche gehen… Wie sind sie zu nennen?
… Nachher stieß ich oft auf Kopfschütteln: Wie denn? Warum hatte ich den ganzen Abschaum “nicht bestraft”? Aber wie konnte man sie bestrafen? Die Namen, Telefonnummern und Adressen des Anführers der Bande und eines der Verbrecher beim Innenministerium melden? Das wäre genug gewesen, um sie alle “hinter Gitter zu bringen”. Was mich damals aber davon abhielt, war die Frage: Werden sie besser, wenn sie ihre Strafen “abgesessen” haben? Sicher nicht!
Oder wenn man sie, sagen wir, einen nach dem anderen zu Krüppeln geschlagen hätte? Doch auch dadurch wären sie nicht besser geworden. Wie in der ersten Vergeltungsversion wären sie dann, umgekehrt, in evolutionärer Beziehung nur noch schlechter geworden und hätten sich in ihrer emotionalen Grobheit noch gefestigt. Denn der Mensch kann infolge von Gewalt bestenfalls aufhören etwas zu tun, er mag sich sogar entschuldigen (nicht aufrichtig), aber die Seele wird dadurch nicht klarer, die Reue kommt nicht.
Und was wäre mit Töten? Aber töten kann man ja nur den Körper. Der Mensch selbst bleibt! Mehr noch, er verliert dann die Möglichkeit, sich in dieser Inkarnation zu bessern. Es sind nur Atheisten und “Gläubige” mit demselben Entwicklungsniveau wie die Mitglieder jener Bande, die töten, prügeln und Vergeltung üben.
Deshalb habe ich nicht den geringsten Zweifel an der Richtigkeit meiner Entscheidung, ihnen die Möglichkeit gegeben zu haben, sich durch Buße zu reinigen — vielleicht erst viele Jahre später, wenn sie erwachsener geworden sind. Vielleicht werden ihnen ja sogar meine Bücher dabei helfen. Denn wenn sie nicht bereuen, so haben sie sich in ihrem Schicksal bereits schreckliche Zukunftslektionen vorprogrammiert… Welche Strafe kann noch furchtbarer sein als diese?
Ich erzähle davon so detailreich, um an lebenden Beispielen zu erläutern, dass die inständige Empfehlung der wahren Religion Gottes — nicht rächen — einen objektiven Sinn hat [14]. Das Problem hat aber noch zwei Seiten. Die erste: Es war ja Gott, der meine Tötung stattfinden ließ. Wie auch alle anderen Tötungen und sonstigen Übeltaten. Und Er tat das ja für mich. An wem sollte man sich also “rächen”?…
Mir ist klar, dass dies für Anhänger primitiver religiöser Sekten frevelhaft klingt: Sie sind ja überzeugt, dass alles “Böse” von einem mächtigen Teufel erzeugt wird, mit dem der schwächliche alte Mann auf der Wolke — der gütige Gott — gar nicht fertig werden könne… Wenn man aber jene Wahrheit versteht, dass Gott Vater der Universale Bewusstseinsozean ist, der immer in unmittelbarer Nähe einer jeden kleinen Zelle unseres Körpers ist und dass alle Teufel und Dämonen nichtige Tröpfchen primitiver Bewusstseiten und dem Ozean der Weisheit absolut untertan sind, wobei der Vorsatz des Ozeans nicht darin besteht, uns auf der Erde zu bedienen und uns um jeden Preis ein paradiesisches Leben zu schaffen, sondern darin, dass wir vollkommen werden und in Ihn einfließen, dann erst werden die Rolle unseres gemeinsamen Lehrers, Gottes, im Leben eines jeden von uns und die Weisheit der Macht Seiner vollkommenen Liebe verständlich.
… Und die andere Seite des Problems ist: Man darf sich im Bestreben zu Gott durch nichts ablenken lassen, weder durch neue Sexualabenteuer noch durch die Anhäufung irdischer Reichtümer, noch durch Selbstbehauptung unter den Menschen, noch durch “Feinde”. All das sind Fallen für jene, die Gott nicht lieben. Wer aber tatsächlich Gott liebt, der geht zu Ihm, ohne sich von Unnotwendigem ablenken zu lassen. Und Rachsucht ist ja gerade ein extremer Ausdruck des niederen Ich beim Menschen, welches dem Ich Gottes entgegensteht.
* * *
… Gott hat unsere Sexualität nicht nur als Mittel der Fortpflanzung konzipiert, sondern auch als Weg zu spiritueller Vervollkommnung. Sie kann es zwei sich liebenden Menschen sehr erleichtern, ihre Liebe in Zärtlichkeit, Fürsorglichkeit, Selbstaufopferung und Bewusstseinsvereinigung wachsen zu lassen. Dies bereitet sie darauf vor, mit dem Bewusstsein des Höchsten Geliebten, unseres Schöpfers, zu verschmelzen. Sexuelle Liebe kann direkt die Entwicklung des spirituellen Herzens fördern, wovon wir bereits gesprochen haben. Denn sie lehrt uns (wenn alles gut geht) den Frieden — einen untrennbaren Bestandteil der Vollkommenheit und eine der Eigenschaften Gottes, die wir uns aneignen sollen.
Doch dies alles bezieht sich nur auf Menschen mit einer sattvischen, reinen Sexualität, welche auf ihrem spirituellen Weg real vorwärts kommen. Sie beschleunigt dann wesentlich ihren Fortschritt. Dagegen kann Sexualität bei grobfühligen und selbstsüchtigen Menschen, deren spirituelle Herzen unentwickelt sind, diese noch weiter verderben und sie in die Hölle treiben.
Ein Unheil für die spirituelle Evolution vieler Menschen ist die erdenweite Verbreitung eines lieblosen und pervertierten “Christentums” geworden. Dieses hat nicht zuletzt die sexuelle Liebe mit einem Bann belegt und den Verzicht auf sie zu einer “christlichen Tat” erklärt. Es hat alle Empfängnisakte entweiht, indem es sie als “befleckt” bezeichnete — im Unterschied zu der angeblich “unbefleckten” (d.h. ohne einen Mann stattgefundenen) Empfängnis der Mutter von Jesus Christus. Es entstand geradezu ein Kult um das Jungfernhäutchen Marias der Gottgebärerin. (Wie mag sie wohl zu dem ganzen Gezänk um die Besonderheiten ihrer Genitalien stehen?!) Überhaupt wurde der menschliche Körper, speziell der einer Frau, als schamwürdig und schmählich erklärt. Sogar das Wort “Beine” auszusprechen war für “anständige” Menschen genierend. Worte, die sich auf Sexualität bezogen, galten als “unanständig”; sie erschienen zunehmend als Beschimpfungen, um andere Menschen zu verleumden. So entstand eine Sprache des Tamas-Guna, die auch heute weiter lebt — Schachmatt.
Wie sollten dann Menschen, die vom verabscheuungswerten “Laster” der Sexualität überwältigt waren, die diese bei sich selbst und besonders bei anderen hassten, ein reines Verhältnis zu ihr entwickeln, ohne welches man ja kaum erwarten kann, das Bewusstsein zu verfeinern, Liebe zu entfalten und Gott näher zu kommen? Die Menschen hatten zunehmend Angst vor dem, was ihnen ja gerade helfen konnte, besser zu werden. Männer riefen dazu auf, die Frauen gerade deswegen zu hassen, womit diese ihnen helfen könnten. Denn eine Frau ist — im Durchschnitt — wesentlich subtiler als ein Mann; hierzu prädestiniert sie nicht zuletzt ihr hormonaler Status. Sie steht — dieser Eigenschaft nach — Gott näher. Dies lehrte ja auch Jesus Christus [7,14,23], indem er sich an die Männern richtete:
“Achtet sie, beschützt sie; wenn ihr so handelt, werdet ihr ihre Liebe gewinnen… und ihr werdet Gott angenehm sein…
Liebt auch eure Ehefrauen und achtet sie…
Seid mild gegenüber der Frau; ihre Liebe veredelt den Mann, erweicht sein verhärtetes Herz, zähmt die Bestie in ihm und macht ihn zum Lamm.
Ehefrau und Mutter sind unbezahlbare Schätze, die Gott euch gegeben hat; sie sind die besten Zierden der Welt…
Wie einst Gott… Licht von der Finsternis trennte und Land von den Wässern, so besitzt die Frau die göttliche Gabe, beim Mann gute Absichten von schlechten Gedanken zu trennen.
Darum sage Ich euch, dass eure besten Gedanken hinter Gott den Frauen gehören sollen; die Frau ist für euch ein göttlicher Tempel, in dem ihr überaus leicht das vollkommene Glück bekommt. Schöpft aus diesem Tempel moralische Stärke; dort vergesst ihr eure Sorgen und Missgeschicke und erlangt wieder die verlorenen Kräfte, die ihr nötig habt, um dem Nächsten zu helfen.
Setzt sie nicht der Erniedrigung aus; ihr werdet damit nur euch selbst vor Gott erniedrigen und jenes Gefühl der Liebe einbüßen, ohne das nichts hienieden existiert.
Beschützt eure Frau, so dass sie euch und eure ganze Familie beschützen kann; alles, was ihr für eure Mutter, eure Frau, für eine Witwe oder eine andere Frau in Not tut, werdet ihr für Gott tun” /Das Leben des Heiligen Issa, 12,13-21/.
Doch das “Christentum” (und nicht nur dieses) erklärte die Frau zum “Ursprung der Sünde” und schrieb ihr vor, ihren Körper auf alle mögliche Art zu verbergen. Jahrhunderte hindurch waren in Russland die Frauen sogar verpflichtet, in fersenlangen Mänteln zu baden. Und sogar, in der Kleidung zu schlafen. In Russlands “Brjantschaninow’schen” Klöstern wird das bis heute streng befolgt: “Du könntest ja nachts im Schlaf sterben und müsstest dann nackt vor den Herrn treten! Welch eine Schande wäre das!”.
Eine weitere Gemeinheit ähnlicher Art ist die Erklärung, ein Teil der zur Welt gekommenen Kinder — durch Gott für eine Entwicklung auf der Erde inkarnierter Seelen — sei “illegitim”, weshalb die Mutterschaft der Frauen, denen Gott diese Seelen anvertraut hat, schmachvoll sei.
… Es gilt zu verstehen, dass gerade Menschen des Tamas-Guna, die im Laster leben und nichts als Laster um sich herum sehen, auf die ihnen eigene aggressive Art die “Zügel der Regierung” bei anfänglich heiligen religiösen Bewegungen an sich reißen und diese wie auch die Lehre Gottes allmählich ins Gegenteil verkehren. So auch beim sexuellen Lebensaspekt: Sie können, als der Hölle angehörig und von der Leidenschaft besessen, Gewalt zu üben, zu entehren und nur ihre niederträchtigen egoistischen Gelüste zu befriedigen, sich nicht vorstellen, dass für andere, sattvische Menschen, die Sexualität keine Lüsternheit ist, sondern ein Liebesgeschenk, ein Sich-Schenken. Und dass sie auch zu ihrem Dienst für Gott gehört!
… Ein Kloster ist — seiner Idee nach — eine spirituelle Schule. Doch in den “Brjantschaninow’schen” Klöstern, denen für Männer und denen für Frauen, wird den Mönchen nichts Gutes beigebracht. Diese Klöster sind einfach riesengroße “Wohngemeinschaften”, wo Ärger und Feindschaft brodeln, wo man sich sogar in Fastenzeiten reichlich von “getöteter Speise” ernährt, wo außer routinemäßigen täglichen Standardgebeten und Verbeugungen die Menschen nur mit gewöhnlicher Haushaltsarbeit beschäftigt sind. Sogar waschen dürfen sie sich nicht häufiger als alle vierzehn Tage ein Mal. Das nennt sich “Tötung des Fleisches”. Ihre Körper werden dann auch tatsächlich krank und verschlimmern ihren ohnehin schon schweren seelischen Zustand. Obendrein noch “brennen” viele der Klosterbewohner geradezu mit der ihnen verhassten sexuellen Leidenschaft. Vielleicht ist diese es sogar, vor der sie, irregeführt, hinter Klostermauern die Rettung suchen.
Mit wenigen Ausnahmen zeichnen sich Mönche durch eine überdurchschnittliche energetische Seelenrohheit aus, sowohl Männer als auch jene Frauen, die schon “in den Jahren” sind. Sie werden von den “Brjantschaninows” dazu geschult, ununterbrochen in negativen Emotionen zu leben, nicht zuletzt durch ständiges Erinnern an die Hölle und den Teufel und an die eigene hoffnungslose Sündhaftigkeit, geerbt noch von Adam und Eva, die Anno dazumal eine “Todsünde” begangen haben sollen… Sie versinken so im wahrsten Sinne in der Hölle, spüren sie und ihre Bewohner und machen dann auch anderen Menschen damit Angst. Damit versetzen sie diese, indem sie diese mystische Seuche ringsum verbreiten, in Furcht und zerren sie mit in die Hölle…
… Ich bin weit davon entfernt, zur Schließung solcher Klöster aufzurufen. Sie sind notwendig, und das aus vielen Gründen. Auch ich selbst hatte von ihnen früher einmal großen Nutzen, indem ich in ihnen lebte, arbeitete, beichtete und jeden Tag die Kommunion empfing. Es geht hier um etwas anderes, und zwar um spirituelle Genesung, darum, sie von dem “Brjantschaninow’schen” Satanismus zu reinigen und wieder in der Lehre Jesu Christi einzubetten.
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… Sexbegeisterung ist aber auch schlecht. Der Begriff “Ehebruch” ist nicht nur für Menschen von Bedeutung, sondern auch für Gott. Er bedeutet sowohl Übermaß an sexuellen Kontakten als auch Sex mit unangemessenen (dem spirituellen Entwicklungsgrad nach nicht übereinstimmenden) Partnern (genauer darüber siehe [14]). Das Risiko von sexuell übertragbaren Krankheiten ist gerade der Mechanismus, den Gott nutzt, um bei Menschen die Tendenz zu exzessivem Sexvergnügen “abzubremsen”. Im Kern geht es hier darum, dass wir uns bemühen sollten, unser Hauptaugenmerk auf die Suche nach Gott zu richten, ohne uns übermäßig von irgendetwas anderem ablenken zu lassen — wobei Sex nur eine von solchen Leidenschaften ist.
Das Thema “sexuelle Exzesse” ist derzeit besonders aktuell, weil in vielen Ländern, darunter auch in Russland, Pseudoschüler des indischen spirituellen Meisters Rajneesh (Osho) eingewandert sind. Die sich als “erleuchtet” nennenden “Swamis” (Mönche), die nichts über Gott wissen, die von Sex und bisweilen auch von Gewaltsamkeit besessen sind, in ihrem Inneren schwarz wegen energetischem Schmutz und krank bis auf die Knochen, machen sich Reklame durch den Namen des Lehrers und verdienen ihren Lebensunterhalt, indem sie totale Handlungsfreiheit beim Essen, bei Drogen und natürlich beim Sex predigen. Bekannt geworden ist ein Fall, wo in einem solchen “Ashram” (Kloster) alle dorthin mit Werbung gelockten Frauen via Gruppenvergewaltigung “eingeweiht” wurden. Ich selbst hatte Gelegenheit, sowohl Ausbrüche von Geschlechtskrankheiten wie rasche Diabolisierung (beim energetischen Seelenzustand) unter Opfern solcher Neuerungen zu beobachten.
… Ergo muss jeder bei Sex wie bei allem anderen die “goldene Mitte” zwischen zwei Extremen finden… Dann kann Sattva mit ihrer Reinheit und Harmonie kommen.
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Eine Bewusstseinsverfeinerung und die Erlangung wahrer Sattva als der notwendigen Stufe zur Erkenntnis des Heiligen Geistes und Gott Vaters sind nicht möglich, ohne dass man Konzeptionen der Schönheit in sich aufnimmt. “Schönheit: Auf dieser Formel festigt das Kosmos die Evolution”, lehrte uns Gott durch Elena Rerich [14,22].
Spirituelle Schönheit existiert auf zwei Stufen der Feinheitsskala der Gunas: in Rajas und Sattva. Rajas steht hier für Energie, Konzentration und Enthusiasmus. Es ist ein spiritueller Krieger mit unbeugsamer Willenskraft. Das Rajas-Motiv findet sich auch in Naturzuständen; es kann durch Tanz, Musik oder Kunst zum Ausdruck kommen. Beispielhaft für Letzteres sind Bilder von Nikolai Rerich.
Sattva ist eine subtile und von zärtlicher Liebe durchdrungene spirituelle Reinheit und Schönheit — die unmittelbarste Stufe zur Erkenntnis des Heiligen Geistes. In der Natur findet man den Sattva-Zustand im reinen Licht der aufgehenden Sonne, im frühjährlichen Gesang der Vögel, in der bezaubernden Stille eines ruhigen Abends.
Eines der besten Beispiele für hochsattvische Musik sind einige Kompositionen von Uma Shankarananda. Höchste Bewertung verdienen einige Lieder der Schule “Krishna-Bewusstsein”; es gibt auch herrlich klangschöne orthodoxe Gesänge und Glockengeläute.
Die sattvische Schönheit eines harmonischen menschlichen Körpers ist ebenfalls spirituell schön und kann auf die bei den meisten Menschen mangelnde Zärtlichkeit, Sanftmütigkeit, Ruhe und Friedlichkeit einstimmen. In russische Städte kam Sattva mit Gorbatschows Perestroika, vor allem in Form von Fotoplakaten mit der zarten Schönheit entblößter weiblicher Körper. Es war ohne Zweifel ein spiritueller Durchbruch. Doch sogleich gingen tamasisch gesinnte Geschäftsleute daran, das Thema zu entweihen, indem sie Fotos mit prall hervorstehenden Hinterteilen zur Schau boten…
So treten in ein und demselben Kunstgenre verschiedene Gunas zu Tage. Das Sattva-Guna lehrt Schönheit der Liebe, das Tamas-Guna entweiht sie. Fragen wir uns jetzt: Zu welchem Guna gehöre ich? Und was sollte ich im Zusammenhang damit tun?…
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Noch ein Federstrich zum Thema Liebe. Ich fuhr einmal lange mit dem Zug, arbeitete meine Demut auf und studierte die Situation: Meine Nachbarn waren eine sehr beleibte und gröbliche Mutter mit einem überdimensionalen Körper und ihr ungefähr 15-jähriger Sohn, Student einer Suworow-Oberschule und zukünftiger Offizier. Über den ganzen Weg, viele Stunden lang, brüllte die Mutter ununterbrochen durch den halben Waggon. Worüber? Sie… unterhielt sich einfach mit ihrem Sohn und schrie ihm dabei alles zu, was ihr so in den Sinn kam, alle ihre Gedanken. Etwa: “Söhnchen! Ich gehe jetzt in die Toilette den Apfelgriebs wegwerfen!… … Warum antwortest du nicht, wenn deine Mutter mit dir redet???!!!” Und das abgequälte, stumpfgesichtige “Söhnchen” konnte nur noch, zum Fenster abgewandt, schwach mit dem Kopf nicken…
Wie kann man das Verhalten dieser ihren Spross aufrichtig liebenden “Mutti” einschätzen? Gewaltanwendung? Ja. Taktlosigkeit? Ja. Man könnte noch weitere ihrer Eigenschaften nennen… Jetzt aber ist anderes zu unterstreichen: In ihrer Liebe fehlte Ruhe. Die Fähigkeit zu tiefer innerer Ruhe, besonders wenn keine energischen Handlungen nötig sind, ist eine sehr wichtige und wertvolle Eigenschaft. Es ist die Grundvoraussetzung für wirkliche Liebe. Die Versuche, ohne Ruhe zu lieben, nehmen gelegentlich Eigenschaften an, wie sie in dem geschilderten Beispiel verdeutlicht wurden. Eine solche “Liebe” kann nur ihre Opfer verletzen. Sie erzeugt bei ihnen lediglich das starke Bedürfnis wegzulaufen. Wenn man denn irgendwohin weglaufen kann…
… Den Zustand Gott Vaters in Seiner Wohnstatt kann man als zärtliche Ruhe beschreiben. Wir wollen das von Ihm lernen, wenn wir uns auf die Begegnung mit Ihm vorbereiten. Wahre Ruhe steht jedoch nicht im Widerspruch zu gesunder Tatkraft, sondern steht mit dieser harmonisch in Verbindung. Überlegen wir uns nun dieses Postulat und wenden es auf uns an.
Diese Aufgabe lösen helfen können, abgesehen von Empfehlungen dieses Buches, ein Studium über das beste spirituelle Erfahrungsgut des traditionellen Chang- und Zen-Buddhismus und die von diesen spirituellen Suchrichtungen ausgearbeiteten konkreten Mittel und Wege wie Teezeremonien, Steingärten, Meditationslandschaften, beste Erziehungs- und Ausbildungsmethoden für Samurais usw. [16,30,36,38].
Karma-Yoga heißt: “Weg zur Verschmelzung mit Gott durch Handlungen des Dienens”. Was bedeutet es nun, “Gott zu dienen”? Ein inkompetenter Leser könnte dabei an “Gottesdienst” denken. Und was ist das? Gebete… Und was sind Gebete? “Gib, o Herr! Gib, o Herr!”… Ja, für die meisten Gläubigen, die sich als Christen sehen, ist das Gebet eine Bettelei vor Gott. Darin sehen sie auch paradoxerweise ihre Pflicht, ihren “Dienst” an Gott…
Aber Gott braucht unsere Betteleien nicht. Er schenkt ihnen kein Gehör. Sonst würden Ihm “die Ohren weh tun” von dem ganzen durch Menschen erdachten Unsinn, von den Anrufungen an Ihn gleichsam wie an einen Diener, der dazu verpflichtet sei, allerlei zu servieren.
Was für Ihn wichtig ist, sind unsere Anstrengungen, besser zu werden und anderen Menschen dabei zu helfen. Er wünscht sich unsere aktive Beteiligung — eines jeden! — an Seiner Evolution. Und nicht passives Gejammer in Erwartung von “Barmherzigkeit” aus dem Himmel.
Anderen Menschen auf diesem Weg helfen: Das ist Dienst für Gott! Er selbst erklärte es direkt u.a. durch Babadschi und Sathya Sai Baba; viele schöne Worte widmete diesem Thema auch der Apostel Paulus [7,14]. Man darf diese Hilfe aber nicht eng sehen, nur als Predigen und religiösen Unterricht oder das Verfassen einschlägiger Literatur. Nein. Damit die Menschen fruchtbar auf der Erde leben und evolvieren können, benötigen sie auch noch Wohnung, Essen, Kleidung, Brennstoff, Transportmittel, Sicherheit, medizinische Hilfe, eine Ausbildung in Lesen, Schreiben und Wissenschaften und vieles andere. Darum heißt Karma-Yoga, anderen Menschen in allem Guten zu helfen. Was dagegen anderen Menschen schadet, ist kein Karma-Yoga, kein Dienst für Gott, sondern ein Dienst für diabolische Kräfte. Hierzu gehören die Herstellung und Verbreitung von Alkohol, Tabak und sonstigem “Giftkram”, das Töten von Tieren und das Verfüttern ihrer Körper an Menschen, das Predigen von Menschenhass, Angriffskriege usw. Ein überaus wichtiges Merkmal des Karma-Yoga ist auch das richtige Handlungsmotiv: Man handelt nicht um eines Vorteils oder einer Belohnung willen, etwa in Form von Bezahlung. Man handelt, um anderen zu helfen, um sie zu beschenken. Dies bedeutet aber nicht unbezahlte Arbeit. Es liegt dann aber schon bei demjenigen, dem geholfen wird, und bei Gott, für das materielle Wohlergehen des Gebenden zu sorgen. Mit anderen Worten: Wechselseitige “Kalkulationen” edelmütiger Menschen, die einander helfen, sind ein Austausch von Gaben. Alle nötigen Einzelheiten der “Gaben-Theorie” sind durch Gott im 17. Kapitel der Bhagavad Gita dargelegt worden [14]. Das Wichtigste dabei: Gott sieht nur jene Gaben als sattvisch, also wahrhaftig und rein, die einem würdigen Menschen zu rechter Zeit und am angemessenen Ort gegeben werden. Eine vollständige Definition von Karma-Yoga lautet somit: uneigennützige Unterstützung aller Würdigen in allem Guten.
Es ist sehr wichtig zu unterstreichen: Ein Mensch entwickelt sich richtig nicht durch Schmarotzertum und Bettelei, nicht durch endloses Wiederholen von Gebeten und Körperbewegungen bei religiösen Riten, sondern durch kreative Anstrengung und durch aktive Liebe zu anderen evolvierenden Wesen, die sich in aktiven Werken um ihres Wohlergehens willen äußert.
Sathya Sai Baba erläutert die Idee des Karma-Yoga an einem anschaulichen Beispiel. Er sagt: Wenn wir Mitglieder ein und derselben Familie sind, dann wollt ihr doch nicht beim Familienoberhaupt um einen Lohn für jede zuhause verrichtete Arbeit bitten. Gegen Geld arbeiten Fremde, nicht Angehörige. So dürft auch ihr, wenn ihr Gott als euren Vater empfindet, keine Geschäfte mit Ihm anstellen; ihr solltet vielmehr im Interesse Seines Werkes wirken, um Seinetwillen, um der Evolution willen, nicht um euch selbst willen [7-8,14-16,35].
Gerade wenn wir so handeln, hilft Gott uns dabei, uns sowohl intellektuell zu entwickeln als auch in der Liebe und Kraft.
Dieses Kapitel der Lehre ist das abschließende. Es beinhaltet die Verschmelzung des individuellen Bewusstseins eines Menschen, der in den höchsten Äon gelangt ist, mit dem Bewusstsein des Schöpfers. Hierbei löst sich die Selbstwahrnehmung im Ozean Seines Kosmischen Bewusstseins auf.
Sehr schädlich sind die Versuche von Anführern mancher Sekten, entweder die Selbstwahrnehmung der Schüler restlos zu zerstören, ohne ihnen ein neues Substrat für Selbstidentifikation zu bieten6, oder aber umgekehrt, ihnen einzuflößen, dass sie sowieso schon Gott sind. Die Selbstwahrnehmung eines Menschen sollte nicht zerstört, sondern übertragen werden. Das Erkennen Gottes und die Verschmelzung mit Ihm erfolgt nicht durch Suggestion oder Autosuggestion, sondern durch das stufenweise Eintreten eines richtig entwickelten Bewusstseins in immer feinere Äonen, die nach und nach erforscht und gemeistert werden. Anschließend lernt man, das eigene Bewusstsein zunächst mit dem Bewusstsein des Heiligen Geistes zu verschmelzen und danach mit dem des Schöpfers. Alle anderen Zielsetzungen sind Sackgassen und führen entweder zu Entwicklungsverzögerungen oder zur Kultivierung grober Laster und zum Weggang in eine Gott diametral entgegengesetzte Richtung. Dies droht mit Diabolisierung und Irrsinn.
Die Arbeit an diesem Punkt der “Babadschi-Formel” soll mit einer elementaren Korrektur des eigenen Verhaltens und der Selbstwahrnehmung beim Umgang mit anderen Menschen beginnen. Geradezu lächerlich erscheint aus Sicht des spirituellen Wachstums die Neigung vieler, anderen Menschen ihre Dominanz aufzuzwingen und als “erstrangig” und “wichtig” gelten zu wollen. Gewaltsamkeit, Überempfindlichkeit, Neid, Vergeltungssucht, Zornigkeit, Herrschsucht und Habgier, sexuelle Lüsternheit und auch jedes intensive Wollen von irgendetwas bei anderen Menschen oder bei Gott: Dies alles sind lasterhafte Manifestationen unseres niederen Ich. Sie müssen beseitigt werden.
Viele äußerst wertvolle und prägnante Gebotsformeln hierzu hinterließen uns Jesus Christus und Seine Apostel: Setze dich nicht an den ersten Platz, wenn du spirituell wachsen willst; werde zum Diener gegenüber anderen Menschen, nimm niemandem etwas übel, räche dich nicht, achte andere höher als dich selbst usw. [7,14]. Genau davon sprachen klar und prägnant Lao Tse und Juan Matus [14]7. Mir persönlich half seinerzeit sehr die mir von Gott gegebene Formel: “Werde der Nichtigkeit deiner irdischen Werke im Vergleich zur Größe des Kosmischen Gottes gewahr” [4,14,16].
Um die Manifestationen des eigenen “hervorstehenden” niederen Ich zu überwinden, sind eine tiefgehende Selbstanalyse und Bußarbeit notwendig. Die übliche orthodoxe oder katholische Beichte ist jedoch keine optimale Lösung. Es geht darum, dass es in Wirklichkeit gar keinen “Sündenerlass” gibt, allen voran nicht bei Gott. Der Zweck der Buße besteht nicht darin, Vergebung für bestimmte Verfehlungen zu erhalten, sondern darin, sich selbst von Lastern zu reinigen. Die “Sünden”, d.h. unsere Fehler, sind entweder die Folge von Unerfahrenheit und Unwissenheit oder aber konkrete Manifestationen jener seelischen Eigenschaften, die sich Laster nennen. Ich erwähnte bereits, wie meine Mörder, anstatt zu bereuen, “einen Kirchgang machten”, dort von einem “Väterchen” eine “Absolution” bekamen und sich so wieder beruhigten. An solchen Belogenen wie diesen Unglücklichen herrscht kein Mangel. Denn ihre religiösen Lügenhirten flößen ihnen ein, es sei durchaus annehmbar, lasterhaft zu bleiben und sogar schwerste Sünden zu begehen, wenn man nur, nachdem man “gesündigt” hat, in die Kirche zur Beichte gehe. Dann sei alles wieder in Ordnung, alles werde wieder gut…
Es wird aber nicht wieder gut. Die Befreiung von Lastern führt in Wirklichkeit über Selbstanalyse, Reue und danach über strenge Selbstkontrolle. Wenn ein Laster dann nicht sogleich verschwindet, dann muss man seine Manifestationen genau zurückverfolgen, von der Kindheit an (manchmal sogar in früheren Leben). Dabei gilt es, alle falsch behandelten Situationen gedanklich aufzuarbeiten. Mehr noch: Es ist zweckmäßig, mögliche zukünftige Manifestationen des Lasters im Voraus “durchzuspielen”. Wichtig ist auch, nach Möglichkeit zu versuchen, die eigene Schuld mit den von uns verletzten Menschen, Tieren oder sogar Pflanzen “auszubügeln”. Falls diese nicht mehr “am Leben” sind, wenden wir uns an sie als an nichtverkörperte Seelen. Denken wir daran: Die Anstrengungen, die wir zur Reinigung von Lastern unternehmen, nimmt Gott wahrlich an.
Einer “Buß-Bearbeitung” sind alle Ausdrucksformen eigener Nicht-Liebe zu anderen Wesen und zu Gott zu unterziehen, alle egoistischen Handlungen und Gefühle. So stürmen etwa viele stumpfsinnig-egoistische Menschen sogleich in U-Bahn- oder Bahnwaggons, sobald die Türen aufgehen, und sie lassen dabei nicht zuerst diejenigen herauskommen, die an der jeweiligen Haltestelle aussteigen. Desgleichen versperren sie beim Warten auf Autobusse und Straßenbahnen mit ihren Körpern den Bürgersteig, anstatt sich abseits zu stellen, um niemanden zu behindern. Oder beim Eingang in eine U-Bahn-Station: Die einen halten die Tür und helfen so dem dahinter Gehenden einzutreten, andere wiederum schauen sich nicht einmal um und lassen die Tür los, die dann auf ihren “Nächsten” zuprallt.
Selbstsüchtige Primitivlinge führen sich, auch wenn sie in eine gesunde spirituelle Schule kommen, auf die gleiche charakteristische Art auf. Im Unterricht geht es ihnen gut, sie schweben in Glückseligkeit, im Glück. Kaum aber ist der Unterricht zu Ende, wird es ihnen wieder schlecht: Sie haben sich ja schon daran gewöhnt, dass man es ihnen angenehm macht, und jetzt hat man damit aufgehört… Und da es ihnen jetzt “schlecht” geht, richten sie ihre aufwallenden negativen Emotionen gegen den Ausbilder und die Schule…
Ein egoistischer Mensch kennt nur sein persönliches Interesse und rebelliert, wenn auf seinem Weg ein Hindernis in Form von Bedürfnissen eines anderen Menschen auftaucht. Mehr noch: Jedes intensive Verlangen von was auch immer verweist auf eine lasterhafte Manifestation des niederen Ich des Wollenden. Solche Begehren können den Mechanismus bioenergetischen “Vampirismus” in Gang bringen und zur Ursache von Krankheiten bei Adressaten der Wünsche werden [16]. Auch wird das Schicksal der Wollenden dadurch “schwerer”.
Dagegen ist ein liebevoller Mensch stets zuvorkommend: Er ist darauf bedacht, niemanden bei irgendetwas zu behindern, sondern umgekehrt, er will nach Möglichkeit jedem helfen; die Bedürfnisse anderer sind ihm wichtiger als die eigenen. Er wird sich beispielsweise niemals in eine Tür vordrängen und andere dabei beiseite stoßen. Er ist immer höflich, wohlwollend, er ist darauf bedacht, niemanden mit was auch immer unnötig zu deprimieren, auch nicht mit seinen nicht gerade guten Zuständen wie Krankheit oder Müdigkeit. Im Sex ist er unaufdringlich und wartet, bis der Wunsch beiderseitig wird.
… Von großer Hilfe bei derartiger Selbstanalyse können die detaillierten Empfehlungen von Sathya Sai Baba zu diesem Thema sein [8,14].
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Ich fuhr einmal auf einem Landweg in einem überfüllten Lastwagen. Beim Einsteigen hatte ich alle Mitreisenden vorgelassen und trat als letzter ein. Mein Rucksack steckte heraus. Der Lkw überschlug sich. Mein Körper rollte sanft hinaus, sogar ohne irgendwo anzustoßen. Und was war mit denen, die es eilig gehabt hatten, die ersten Plätze einzunehmen? Es würde jetzt zu viel Zeit ein Anspruch nehmen, ihre Verletzungen aufzuzählen.
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… Wer sich von Grobheiten gereinigt und die Fähigkeit zur Einstimmung auf sattvische Naturphänomene erlangt hat, ist bereit für Meditationen zum Thema “Selbstauflösung” in der Harmonie des umgebenden Raums. Dies gelingt am besten an stillen Abenden, bei der Morgendämmerung, im Wald, in der Steppe oder an Gewässern. Meditiert wird nach folgendem Schema: Es gibt nur den harmonievollen Raum — den Wald, den See, die Steppe. Mich gibt es nicht. Hierbei dehnt sich das Bewusstsein vom Anahata-Chakra ausgehend aus und stimmt sich auf die subtile Reinheit der Naturwelt ein. Die nachfolgenden grundlegenden Etappen sind zunächst die Verschmelzung mit dem Heiligen Geist in der Pranava-Meditation (siehe unten) und danach die schrittweise Meisterung der “totalen Reziprozität” (Nirodhi) in den Äonen des Heiligen Geistes und Gott Vaters. So beendet ein Mensch für immer seine individuelle Evolution und wird zu einem Teil des Uranfänglichen Bewusstseins, des Schöpfers. Danach setzt er sein Schöpferleben bereits als Er selbst vor.
Die Doktrin vom Geraden Weg ist nicht durch Menschen erdacht. Nein. Sie kommt von Gott. Krishna hat sie detailliert dargelegt, Jesus Christus wiederholte sie und nach Ihm auch Babadschi und Sathya Sai Baba. Über dasselbe und unter Verwendung desselben Begriffes lesen wir auch im Koran und in buddhistischen Büchern [14].
Diese Doktrin kann in drei Hauptpunkten zusammengefasst werden:
1. Es gibt einen Gott — das Eine Kosmische Schöpferbewusstsein, das im höchsten Äon eines multidimensionalen Universums wohnt.
2. Er ist die Liebe.
3. Wir sollten Er werden, indem wir uns ebenfalls in die Liebe verwandeln, in ein “kosmisches spirituelles Herz”. Und es lohnt sich, das ganze Leben darauf zu verwenden, dies zu verstehen und zu bewerkstelligen.
Nun wollen wir methodisch auf die einzelnen Etappen dieses Weges eingehen. Sie lassen sich je nach Komplexität in mehrere Gruppen aufgliedern, und zwar in vorbereitende Methoden, Anfangs- und Hauptmethoden sowie höhere Methoden.
Die vorbereitenden Methoden sind dazu bestimmt, Glaubensansätze zu schaffen. Ein Glaube ist notwendig als Impuls für spirituelle Anstrengungen. Was aber ist Glaube?
Der Begriff umfasst viele Ebenen. So mancher definiert seinen Glauben etwa so: “Ja, ich weiß, es gibt da so etwas wie einen kosmischen Verstand, eine Art UFO…”. Andere sagen ganz dezidiert: “Ja, ich glaube an Gott!” Und bekreuzigen sich sogar dabei. Doch sie unternehmen nicht die geringsten Anstrengungen, um auch nur klar darüber zu werden, was Gott von ihnen will, geschweige denn davon, sich Seinem Willen gemäß zu ändern. Im Gegenteil: Sie trinken viel Alkohol, stehlen, hassen, töten und denken nur manchmal: “Und was ist, wenn es Gott nicht gefällt? Aber das hat ja noch Zeit!”. So wie es für mich beispielsweise völlig uninteressant ist, über die Herstellung von Golderzeugnissen oder über Diamantenbearbeitung zu hören, so uninteressant ist für sie das Thema Gott.
Ich kam einmal ins Gespräch mit einem orthodoxen Gemeindeältesten. Er meinte, er arbeite gerade an einer Dissertation. Ich sage ihm: Aber du und ich, wir sind doch in einem Alter, wo wir eher daran denken sollen, noch so viel wie möglich im religiösen Werk zu tun, und nicht daran, irdisches Wissen anzuhäufen… Wird Gott von deinem akademischen Grad einen Nutzen haben? Er aber sagt: “Nun, Gott, man weiß ja noch nicht, gibt es Ihn oder gibt es Ihn nicht, und die Dissertation habe ich ja fast schon in der Tasche!”…
Ein Glaube ist erst dann von wirklichem Wert, wenn darin auch die Liebe zu Gott enthalten ist. Denn nur Liebe kann einen Menschen dazu bringen, sich selbst aufrichtig verändern zu wollen, um so zu werden, wie es sich der Geliebte wünscht. Später kann sie dann zu einer Leidenschaft werden, die einen veranlasst alles zu verwerfen, was ihn auf dem Weg in die ausgebreiteten Arme des Schöpfers behindert. Dann tritt wahres Mönchtum ein: das Tete-a-tete mit Gott…
Um den Menschen nun dabei zu helfen, sich im Glauben zu bestärken, gibt es — aus der Sicht derer, die schon längst über diese Stufe hinaus sind —, derart alberne Verhaltensweisen wie rituelle Körperbewegungen, Gebete, Mantras, Gesänge und Tänze oder auch Verbeugungen vor Ikonenbildnissen von Gott, “Heiligen” und sogar Idolen. In diesem Stadium “arbeiten” noch Märchen davon, dass durch eine “Handauflegung” besondere mystische Kraft übermittelt werden könne oder dass es ungemein wichtig sei, zu einer “Parampara”, einer unmittelbaren Lehrernachfolge, zu gehören, die mit einer Verkörperung Gottes beginne. In Wirklichkeit gibt es auch unter “Handaufgelegten” nicht wenige energetisch diabolisierte, stumpfsinnige und aggressive Primitivlinge (wie etwa zeitgenössische faschistoide “Väterchen”), und auch Schüler von spirituellen Meistern entstellen mitunter sehr grob die ihnen vermittelte Lehre bereits “in der ersten Generation” der Sukzessionskette.
Bei all der offensichtlichen Albernheit der spielhaften Zeremonien, Initiationen, gemeinschaftlichen und individuellen Mantras u.dgl. “stimmt sich” Gott dennoch auf diese Spielereien von Menschen ein und hilft aufrichtig Suchenden, auf dieser Grundlage die schwierigen ersten Stufen des großen Weges zu bewältigen. Wenngleich also beispielsweise eine wirkliche Taufe durch den Heiligen Geist (wie u.a. vom Apostel Philippus beschrieben [14]) nicht einmal im Entferntesten an die gleichnamige Zeremonie in einer beliebigen Kirche erinnert, so akzeptiert Gott diesen Akt trotzdem bei einem aufrichtigen Glaubensneuling, wenn es ein Eid ist mit der festen Absicht, Ihn als das Ziel zu suchen und zu finden. Wenn es sich bei den Taufeempfängern aber etwa um Killertrupps handelt, die daraufhin blutige Verbrechen begehen… Sieht das dann nicht aus wie böser Spott über die Lehre und den um unseretwillen geschehenen Opfertod Jesu Christi? Gleiches gilt für die Kindertaufe: Zeigt nicht schon die gewöhnliche Lebenserfahrung auf die Nutzlosigkeit dieser Handlung? Denn Getaufte und Nichtgetaufte werden gleichermaßen krank und sterben, betrinken sich und werden zu Kriminellen.
Die Taufe ist ein Treueschwur vor Gott. Es ist keineswegs ein Akt von “Schutzmagie”. Diesen Schwur kann daher nur ein genügend erfahrener und erwachsener Mensch leisten, und zwar er selbst, nicht durch “Taufpaten”.
Im Übrigen ist das Schnürchen eines Leibkreuzes schon für manches Kleinkind zum Strick geworden…
Mit einem Leibkreuz wurden in Russland in der Zeit der Zwangstaufen auch bereits Getaufte gekennzeichnet. Man tat dies, um Taufverweigerer leichter aufzuspüren und zu foltern oder zu töten [32]. Für wen tragen die Nachfolger jener Schinderknechte heute ihre Kreuze? Glauben sie wirklich, dass dies gottgefällig ist? Die Wahrheit ist: Gott genügt es, wenn jemand in seiner Seele getauft ist — dieser ist ein aufrichtiger, echter Christ.
… Auf der anderen Seite aber können ein Gebet vor dem Essen, Ikonen im Haus, der Besuch von Kirchen, die Teilnahme an Ritualen, das Wiederholen von Mantras oder das Tragen eines Kreuzes an der Brust einen Menschen im Glauben bestärken, denn er wird so an Gott erinnert. Gott gibt dann einem würdigen Sucher Hinweise auf die Richtigkeit seiner anfänglichen Anstrengungen, indem Er auf seine Gefühlssphäre einwirkt und ihn mit Glücksempfindungen überströmt.
… Gleichwohl existieren keine “rettenden” Zeremonien. Daher sollte ein Mensch, der zu einem Liebesglauben gefunden hat, als Nächstes den Willen Gottes kennen lernen, nicht die Kanons der Organisation, in der sein Weg begann. Und er sollte sich auch redlich bemühen, um sich selbst als Seele, als Bewusstsein, zu verändern.
Wie wir sehen, gibt es nichts Schlimmes daran, dass Menschen in einem bestimmten Stadium ihrer Entwicklung in rituelle Formen der religiösen Praxis einbezogen werden. Dies ist bezeichnend für alle Epochen, Länder und Religionsformen. Und es hat auch keinen Sinn zu erklären, welche Rituale besser oder schlechter sind. Die orthodoxen zum Beispiel sind sehr schön. Andere auch. Je mehr Frieden, Harmonie, reine und ruhige Freude, Glücklichkeit und Liebe, umso besser. Religiöse Zeremonien sollen Gläubigen helfen, ebendiese Eigenschaften zu entwickeln.
Das Problem liegt nicht in der Form religiöser Praktiken, sondern in der Ideologie, die von den diese Praktiken fördernden Organisationen gepredigt wird. Hiervon haben wir bereits in den vorherigen Kapiteln gesprochen.
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Alle Menschen unterscheiden sich voneinander in ihrem psychogenetischen Alter, d.h. dem Seelenalter. Das körperliche (ontogenetische) Alter ist etwas ganz anderes. Jeder Mensch kann in der jeweiligen Inkarnation recht schnell und leicht sein bereits in früheren Erdenleben erarbeitetes Potenzial umsetzen. Dies gilt für das intellektuelle Potenzial, den Entwicklungsgrad der Chakren und die Größe des Bewusstseins, für berufliche Vorlieben und die Ausprägung bestimmter seelischer Eigenschaften. Wenn daher erwachsene Menschen in ihrer Fähigkeit, religiöse Fragen zu verstehen, grundverschieden sind, so ist das völlig normal. Normal ist unter anderem auch, dass eine enorme Anzahl von Gläubigen und auch deren Anführer bis zum Ende ihrer jeweiligen Inkarnation erst in einem einleitenden Stadium spiritueller Arbeit bleiben: In ihrer nächsten Inkarnation werden sie den Weg fortsetzen können. Dass dieses Stadium jedoch lediglich ein einleitendes ist, darüber muss informiert werden. Dies wird denjenigen, die genügend entwickelt sind, helfen, zu erwachen und weiter zu kommen.
Gläubige, die sich im Frühstadium ihrer religiösen Entwicklung befinden, vertrauen auf den “Erlösungscharakter” eines Glaubens an das Konzept ihrer religiösen Organisation und deren Rituale (manche von diesen gelten in der russischen Orthodoxie der größeren Bedeutsamkeit halber als “Mysterien”). Diese Menschen sind noch nicht in der Lage, Gottes Worte zu verstehen, auch nicht die aus heiligen Büchern. Meinungen und Gebote ihrer irdischen “Hirten” sind ihnen näher und teurer. Ein Beispiel: Obwohl Gott den Menschen auftrug nicht zu töten, haben sich “Christen” in der gesamten Geschichte des irdischen Christentums durch geradezu ungeheure Grausamkeit “berühmt” gemacht!8 Wie viele Kriege und Morde, Misshandlungen und Folter ließen sie sich doch zuschulden kommen! Was nun den Verzicht auf das Töten von Tieren angeht, so sind wohl kaum 0,001 Prozent der “Christen” darin dem Willen Gottes nachgekommen. Wo bist du denn, christliche Liebe?! Du bist unter “Christen” nicht zu sehen! Denn diese “Christen” sind keine wahren Christen!
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Das Anfangsstadium spirituellen Aufstiegs impliziert eigene reale Bemühungen, um sich selbst zu verändern. Das Erste, was ein Gottsuchender hierbei tun soll, ist es, das Konzept der Liebe anzunehmen. Aber nicht bloß als schönen Spruch, sondern als striktes Handlungsgesetz. Und keine praktischen Methoden, ob Hatha-Yoga-Übungen, Chakrenarbeit, “Frierbäder” oder sonst etwas kann uns Gott näher bringen (mitunter führen sie sogar in die andere Richtung), wenn wir Gottes Geboten über Liebe nicht wirklich folgen.
Nehmen wir etwa die Ernährung. Wenn wir uns mit grobstofflichen Energien von Leichen verunreinigen, dann erlaubt es uns nicht, das Bewusstsein soweit zu verfeinern, um der Wohnstatt des Schöpfers näher zu kommen. Wir werden dann, im Gegenteil, der Hölle entgegen treiben und schlechtes Karma für die nächste Inkarnation erzeugen.
Das Thema richtige Ernährung auf dem spirituellen Weg haben wir in [9,11,16] am ausführlichsten erörtert. Jetzt sei lediglich kurz angemerkt, dass es für jeden Menschen in der Regel notwendig ist, seinem Organismus mit der Nahrung genügend vollwertige Proteine zuzuführen. Sehr reich an solchen Proteinen sind Eier und Milchprodukte. Viel Eiweiß gibt es auch in manchen Pilzen, in Nüssen, Soja und einigen anderen Nahrungsarten. Deshalb ist der Verzehr von Tierfleisch aus medizinischer Sicht keinesfalls notwendig9. Und überhaupt, der Mensch ist biologisch gesehen kein Raubtier; sein Organismus ist anatomisch und biochemisch für ein Ernähren mit Tierkörpern nicht gut geeignet — deshalb leidet er auch daran [2,19].
Doch Erwägungen über Gesundheit und Karma sind nicht das Wichtigste. Das Wichtigste ist: Gott ist die Liebe. Und nur als Liebe lässt Er uns an sich heran.
Wir ernähren uns aber nicht nur mit physischen Lebensmitteln. “Nahrung” sind für uns, als Seelen, auch Eindrücke (in diesen Begriffen sprach davon u.a. der russische Religionspsychologe des frühen 20. Jh., G.I.Gurdjieff [16,34]). Und wenn man sich, wie es im Neuen Testament heißt, “vom Bösen abwenden und dem Guten anhängen” will, dann muss man unbedingt auch nach guter “Nahrung” dieser Art für sich suchen — in der Natur, in der Kunst, im Umgang mit spirituell gesinnten Menschen, in aktiver Einstimmung auf Harmonisches und Feines. Von groben Eindrücken, die allen voran von tamasisch gesinnten Menschen ausgehen, halte man sich fern. Das lehrte Jesus, das lehrte Babadschi, uns jetzt tut es Sathya Sai Baba; ihre entsprechenden Äußerungen zu diesem Thema finden sich in [14].
Der Verzicht auf äußere Grobheit ist lediglich eine Manier. Die Kernaufgabe heißt: Überwinden der inneren Grobheit, ob nach außen manifestiert oder scheinbar nicht. Dies wird erreicht durch systematische Kontrolle der Emotionen, also der Zustände unseres Bewusstseins.
Man muss wissen, dass jede Emotion über den Körper hinausstrahlt. Je weiter hinaus, desto stärker ist sie. Sie hat zudem eine Wirkung auf umgebende Menschen und andere Wesen.
Radikal gelöst kann die Aufgabe der Emotionsbeherrschung erst auf nachfolgenden, höheren Stufen der Arbeit. Aber wenn man sich dieses Ziel nicht jetzt schon setzt, nicht damit beginnt, sich an Selbstkontrolle zu gewöhnen, dann ist auch später kaum mit Erfolg zu rechnen. Jetzt ist im Kampf gegen grobe Gefühlsausbrüche und verschiedene Ausdrucksformen des Egoismus eine Bußarbeit, wie wir sie vorstehend ausführlich erörtert haben, durchaus angemessen.
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Wir haben davon bereits in anderen Büchern [9-17] viel gesprochen. Jetzt möchte ich darauf aufmerksam machen, dass ein oberflächlicher Umgang mit ethischen Fragen mitunter ins genaue Gegenteil des erwarteten Ergebnisses führt. So haben wir zum Beispiel erörtert, dass die Annahme des Mitgefühl-Idee ein erster Schritt zum Erlernen der Liebe ist. Doch verstehen alle richtig, was Mitgefühl ist? Es ist kein Versinken in depressive Gefühlszustände, kein “Für-jemand-Leiden”… Menschen, die in solche Zustände verfallen, werden unerträglich für ihre Umgebung, ganz besonders für diejenigen, für die sie “leiden”. Ein so beschaffenes Bioenergiefeld macht den Verletzten oder Kranken, mit dem man auf diese Weise “mitleidet” mitunter ganz “fix und fertig”. Das Opfer wünscht sich dann oft vor lauter Verzweiflung nichts so sehr als den “mitleidigen Bedränger” um jeden Preis loszuwerden — eine blanke, nicht mehr verstandesmäßig kontrollierbare Notwehrreaktion… Ein solches dem bioenergetischen Vampirismus [16] ähnelndes “Mitgefühl” zerstört geringstenfalls eine Liebe zwischen Menschen, zerrüttet Familien…
Nein: Mitgefühl steht keineswegs für “Schwermut”, sondern für eine reine, heitere und behutsame Einstellung möglichst zu allen Ausdrucksformen des Lebens, ein Ablehnen jeder Form von vorsätzlicher Schadenszufügung, die Bereitschaft, jedem in allem Guten zu helfen.
Das Anfangsstadium spiritueller Arbeit ist noch bei weitem nicht Sattva. Es ist Rajas. Die wichtigsten Eigenschaften, die hier zum Erfolg führen, sind Tatkraft und Konzentration. Es gilt, eine Fähigkeit zu großer spiritueller Anstrengung zu entwickeln. Diese Eigenschaften bilden sich sehr gut durch verschiedenartige dynamische Sportarten, besonders solche, die an lebende Natur binden (Touristik, Bergsteigen u.a.). Gut sind auch östliche Kampfkünste. Letztere dürfen allerdings auf keinen Fall zu mehr Aggressivität, zu Brutalität und Rohheit führen. Es ist auch wichtig zu verstehen, dass Kampfkunsttechniken allein einen Schüler grundsätzlich nicht auf eine höhere Stufe der Spiritualität bringen können: Letzteres erreicht man nur durch gezielte Arbeit mit den Chakren und durch Meditation, was bei den besten solcher Schulen auch praktiziert wird.
Bei einer beliebigen Lernvariante in diesem Stadium, sei es Karate oder Wandertouristik etc., müssen für Lehrer und für Schüler hohe moralische Grundsätze im Mittelpunkt stehen, in erster Linie der Grundsatz des Nichtschädigens (ausführlicher siehe [7-17]).
Für jeden lohnt es sich auch, über sein Dienen nach Prinzipien des Karma-Yoga nachzudenken und richtige Entscheidungen zu treffen. Und, wenn nötig, die eigene berufliche Tätigkeit zu wechseln oder aber vorerst einen neuen Beruf zu erlernen.
Unter den allgemeinen hygienischen Empfehlungen sind vier besonders zweckdienlich:
1. Den ganzen Körper täglich mit Seife waschen, am besten morgens.
2. Früh aufstehen und früh schlafen gehen.
3. Keine synthetische Kleidung tragen, speziell nicht solche, die unmittelbar an der Haut anliegt.
4. Wenn möglich, die Haut am ganzen Körper dem Sonnenlicht aussetzen: Es bringt Gesundheit, und die ist absolut notwendig. Im Winter sind zu diesem Zweck Quarzlampen bestens geeignet, zumal bei Erkältungsproblemen.
Weitere Ratschläge zur Hygiene und zur Befreiung von den üblichsten Erkrankungen finden sich in [11].
Wer emotional unausgeglichen ist, sich nur schlecht konzentrieren kann oder von unangenehmen Gedanken geplagt wird, dem ist ein Hatha-Yoga-Kurs durchaus zu empfehlen. Die noch im alten Indien ausgearbeiteten Übungen dieser Stufe erlauben es, bewusste Konzentration auf bestimmte Körperteile zu erlernen und Körper und Geist zu entspannen; dies wiederum führt zur Behebung vieler bioenergetischer Defekte im Körper und mitunter auch zur vollständigen Heilung chronischer Krankheiten.
Der Wirkungsmechanismus ist hier folgender: Bei einer fortgesetzten Praxis bestimmter Hatha-Yoga-Stellungen wird im Organismus Energie gespeichert und verlagert, was zur Entwicklung der entsprechenden Energiestrukturen führt. Die Empfindungen beim Erlernen mancher neuer Asanas haben ihre typische Dynamik: In den ersten Tagen des Trainings gibt es keine besonderen Empfindungen; es erfolgt nur eine allgemeine Anpassung des Körpers. In den darauffolgenden Tagen treten völlig neue, “geheimnisvolle” und angenehme Empfindungen zutage, ein “Durchspülen” des Körpers mit Energien, die, wie Flüssigkeitsstrahlen, bisweilen sogar mit innerlich hörbarem Rieselgeräusch, durch die Meridiane “hindurchströmen”. Der Praktizierende beobachtet mit Interesse diese Phänomene. Doch unerwartet und zu seinem Bedauern sind sie nach einer bis zwei Wochen wieder verschwunden: Die jeweilige Asana hat in dieser Phase ihre Rolle erfüllt. Und geschehen war dabei Folgendes: Unter Einwirkung der Asanas wurde ein bestimmter Meridian aktiviert. Solange er nicht gut leitfähig war, gab es interessante Empfindungen wie etwa angenehmes Rieseln. Als sich dann der Meridian vollkommen öffnete, begann die Energie nunmehr frei durch ihn zu fließen und das “Rieseln” hörte auf.
In den Anfangsstufen des Hatha-Yoga ist es notwendig, nach einem abgeschlossenen Übungskomplex oder sogar zwischen einzelnen Asanas neben allgemeiner Entspannung auch die Savasana auszuführen. Dies ist nötig, um die entstandenen energetischen Spannungen bei der noch schlechten Leitfähigkeit der Meridiane auszugleichen. Wenn man diese Bedingung missachtet, können neurotische Symptome wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen u.a. oder sogar Funktionsstörungen bei Sehvermögen und anderen Systemen des Organismus die Folge sein.
Einige entspannende Asanas sind nachstehend beschrieben. Weitere Übungen sind der entsprechenden Fachliteratur zu entnehmen.
Wenn man sich mit Hatha-Yoga beschäftigt und sich dabei “tötungsgebunden” ernährt, so führt dies immer zur Verrohung des Bewusstseins. Subjektiv empfindet man es als einen Zuwachs an Kraft. Doch es ist eine furchtbare Falle, denn mit einer verrohten Bewusstseinskraft programmiert man sich für die Hölle.
Dieselbe Funktion wie das indische Hatha-Yoga erfüllen auf dieser Stufe auch z.B. mehrere chinesische Systeme dynamischer Gymnastik, wo etwa durch weiches, fließendes “Treten von einem Bein auf das andere” die Körpermeridiane mit Leuchtbildern (kleine Sonnen u.a.) aufgearbeitet werden.
Hatha-Yoga-Übungen (oder sonstiges Training) können durch Übungen zur Entfaltung der Fähigkeit, starke Bildvorstellungen zu erzeugen, ergänzt werden. Dies wird dazu vorbereiten, höhere Meditationsformen zu beherrschen, und schafft notwendige Vorraussetzungen für die Erlangung des Hellsehens.
Beginnen kann man mit Einfachem: Stellen wir uns eine Tomate, einen Apfel oder eine saftige Birne vor; nun tasten wir sie ab, riechen sie, beißen ein Stückchen ab, spüren den Geschmack, schlucken genussvoll herunter…
Wir versetzen uns jetzt in die morgendliche Stille eines Sees: auf einem Boot, in feuchtem Schilfdickicht … An jedem Blättchen hängen winzige, zarte Tautropfen… Das Plätschern von Fischen, sausende Entenflügel, die Vögel im Schilf stimmen ihre Lieder an…
Oder wir sonnen uns im morgendlichen Sonnenlicht am Strand… Die warmzarten Sonnenstrahlen durchdringen beglückend den Körper und die Seele…
Oder wir sammeln Pilze: Wir schneiden und pflücken aus herabgefallenem Herbstlaub glitschige schwarze Pfeffermilchlinge…, bewundern einen großen starken Steinpilz…
Man kann sich viele solcher spielerischen Bildvorstellungen ausdenken. Sie sollten unbedingt auf Feinheit, Schönheit und Glückseligkeit einstimmen. Und sie sollen u.a. Sattva vermitteln.
Im Weiteren kann man das Training folgendermaßen komplizierter machen: Wir empfinden uns selbst als ein sattvisches Objekt: eine saftig-süße Birne, eine Erdbeere, eine delikat duftende Blume, eine zarte kleine Sonne. Man kann lernen, diese Bilder mit eigenem Bewusstsein, mit dem Ich-Empfinden zu füllen und im Brustkasten einzubetten — im Anahata-Chakra…
Sobald diese Fähigkeit gut entwickelt ist, wird es für uns nicht schwierig sein, das Bildnis eines beliebten Göttlichen Lehrers, das uns etwa von Fotos gut bekannt ist, ins Anahata einzuladen. Und Er wird dort “lebendig”: Er beginnt zu lächeln, zu sprechen… Doch das wird erst möglich, wenn wir es verdienen: Wenn wir ein tadelloses Leben führen, wenn wir uns im Sattva gefestigt haben, wenn wir wirklich intensiv die Lehre Gottes studieren und uns in Übereinstimmung mit ihr verändern.
Die Arbeit mit Bildvorstellungen hat noch eine andere Bezeichnung, die aus dem tibetanischen Buddhismus stammt: Visualisierung. Es sei jedoch gewarnt vor einer unkritischen Einstellung: Hinter manchen “Visualisierungsempfehlungen”, sei es in der Literatur oder in Auftritten ignoranter pseudobuddhistischer Prediger, stehen Sektenschulen, die, wie bereits erwähnt, vom wahren Weg abgekommen sind. So wird in der Literatur mitunter empfohlen, den eigenen Körper zu “schutzmagischen” Zwecken mit Bildnissen “zorniger Gottheiten” zu umgeben, anders gesagt, mit Teufeln und Dämonen. Auch diese Bildnisse werden irgendwann einmal real “lebendig” und füllen sich mit entsprechenden Eigenschaften der Hölle.
Ein früher bekannter Petersburger Mystiker und Arzt, engstirnig und mit gröbsten ethischen Lastern bedacht, wenn auch ein guter extrasensitiver Diagnostiker, ging einmal daran, diese schwarzmagischen Techniken zusammen mit seinen Schülern zu lernen. Das Ergebnis davon war nicht zuletzt, dass Menschen nach einem einfachen Gespräch mit ihm krank wurden. Und als die ganze Kompanie einmal den Unterricht einer anderen Gruppe sehen wollte, fielen dort die Schüler in Ohnmacht. Die Verrohung seines Bewusstseins wurde monströs; er verwandelte sich in einen Teufel im Fleische, fuhr aber dennoch fort, extrasensorische Heilkunde zu lehren und zu “heilen”. Solche Menschen können aber verständlicherweise nicht wirklich heilen; sie können nur schaden und “behexen”.
Es endete damit, dass ihn jemand in seiner eigenen Badewanne erstach, wovon ich aus einer Zeitungs-Todesanzeige erfuhr. Der Täter war vermutlich ein Opfer seiner “Heilpraktiken” oder einer seiner Kameraden.
Doch wir müssen nicht in die Hölle! Wir bereiten uns nicht darauf vor, zu Teufeln zu werden, sondern zu Gott! Darum wollen wir, dieses traurige Beispiel spiritueller Degradierung als eine Fremderfahrung zur Kenntnis nehmend, und von ihm distanzieren und weitergehen zur Wohnstatt von Reinheit, Licht, Zärtlichkeit und Liebe. Darauf wollen wir uns einstimmen, das wollen wir werden.
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Wenn Sie schon über Fähigkeiten verfügen, die anderen Menschen nützlich sein, dann versuchen Sie, diese Ihren Freunden beizubringen. Ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Anstrengungen werden dann vereint und Sie werden gemeinsam wachsen und sich auf die nächsten Stufen spirituellen Wachstums vorbereiten.
Die Hauptmethoden sind jene, die es ermöglichen, alle Energiestrukturen des Organismus so rein und intakt zu machen, um Gott zu erspüren, um Samadhi (Gefühlszustände beim Kontakt mit dem Bewusstsein Gottes in den Aspekten Heiliger Geist oder Schöpfer) zu erreichen und das verfeinerte Bewusstsein weiter zu entwickeln und zu stärken, um danach, auf den höchsten Stufen, zum vollkommenen Sieg der Verschmelzung mit dem Schöpfer in Seiner Wohnstatt zu gelangen.
Im Hinduismus und Buddhismus sind diese Methoden als “Raja-Yoga” bekannt. Auch der chinesische Taoismus und der moslemische Sufismus blicken auf entsprechende Traditionen zurück. Es gab diese auch im Gebiet Russlands vor der “Taufe”, was am hohen spirituellen Status einiger, die hier jetzt reinkarniert sind, zu sehen ist. Im christlichen Milieu ist von ihren spirituellen Praktiken dieser Ebene nur das “Jesusgebet” bekannt10.
Raja-Yoga basiert auf der Arbeit mit Chakren und danach mit Hauptmeridianen und dem “Kokon”. Ziel der Arbeit mit ihnen ist es, sie soweit zu “säubern”, um sich durch sie mit der Göttlichen Feinheitsebene zu vereinigen. Hieraus wird klar, dass das bei einer Reihe von Schulen übliche “Buntmachen” der Chakren faktisch eine Schädlingstätigkeit ist und auf eine grobe spirituelle Inkompetenz der Anführer dieser Schulen zurückgeht. Denn die subtilste Farbe ist zartes Weiß. Jede andere ist von der Verfeinertheit des Schöpfers ganz offenkundig weiter entfernt.
Ein weiterer charakteristischer Fehler bei der Chakrenarbeit besteht darin, die Entwicklung des Ajna-Chakra und von dessen “Fenster” (Trikutta) in den Mittelpunkt zu rücken, was angeblich zur Erlangung des Hellsehens führe. Dieser Trend hat eine sehr alte Geschichte, denn er nimmt seinen Anfang im Missverstehen der Worte Krishnas in der Bhagavad Gita [14] (8:10), wo Er empfiehlt, Energie durch das Trikutta hindurchzuleiten. Aus den nachfolgenden Zeilen der Gita (8:12) wird jedoch ersichtlich, dass es um die Energie des Atman geht (s. auch [15]). Bei den vielen Schulen hingegen, deren Anführer selbst noch nicht zur Erkenntnis des Atman gelangt sind, versucht man dies mit gewöhnlichen Bioenergien zu tun, was zur Aktivierung eines der (ursprünglich) gröbsten Chakren und folglich zur Verrohung des gesamten Bewusstseins führt. Solche Menschen bekommen u.a. einen “durchbohrenden”, unangenehm scharfen Blick. Diese Tendenz hält sie für lange Zeit in ihrer spirituellen Entwicklung zurück. Und das Hellsehen, das sich bei manchen Schülern durch diese Arbeit einstellt, hat keinerlei realen Wert; es verleiht nur das Sehen der Gefühlsaura um den Kopf anderer Menschen herum und taugt allenfalls dazu, über ihre Zustände zu “spionieren”.
Wahres Hellsehen kommt über die Strukturen der unteren “Wahrnehmungsblase” (s. unten) zu Stande. Es erlaubt, die Energien verschiedener Feinheits- bzw. Grobheitsstufen in einem multidimensionalen Raum zu sehen. Seine Erlangung bietet im Endeffekt die Möglichkeit, verschiedene extrafeine Manifestationen des Bewusstseins Gottes direkt zu betrachten.
Die Arbeit mit Chakren und anderen subtilen Strukturen des Organismus ist unvereinbar mit dem Gebrauch von Alkohol (auch nicht in Form von Kwass und alkoholhaltigen Milchprodukten) und sonstigen Psychodelika, da diese jene feinen Strukturen zerstören. Verstöße gegen diese Regel rufen schwere Erkrankungen hervor.
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Eine fruchtbare Arbeit mit subtilen Energiestrukturen und das Meditationstraining sind nicht gut möglich, wenn der Übungsraum mit Leuchtröhren beleuchtet ist, da diese eine grobenergetische Wirkung entfalten. Unzulässig ist auch das Tragen synthetischer Kleidung, weil diese einen wesentlichen Teil des Bioenergienspektrums nicht durchlässt und die Energievorgänge im Körper beeinträchtigt. (Letzterer Hinweis gilt nicht für Mäntel, die man nur bei Regen anzieht.) Uhren und sonstige Metallgegenstände sollten während der Übungen vom Körper abgenommen werden: Eine Uhr wird durch bioenergetische Arbeit magnetisiert und geht kaputt, und alle Metallerzeugnisse schaffen Energiebarrieren.
Über die Unvereinbarkeit psychoenergetischen Trainings wie auch jeder ernsthafter spiritueller Arbeit mit einer “tötungsgebundenen” Ernährungsweise haben wir bereits gesprochen. Die Missachtung dieser Regel führt zum Energieaufbau aus grobstofflichen Energien.
Der Unterricht auf dieser Arbeitsstufe gelingt am besten in Gruppen, in einem Raum, der an die Größe der Gruppe angepasst ist. Eine allzu große Halle ist schlecht, weil die Gesamtenergie der Gruppe sich darin zerstreut.
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Erste ernsthafte Informationen (von den uns bekannten) zur Rolle und Funktion der Chakren und zu Methoden der Arbeit mit ihnen wurden in [11,13,15,16] dargelegt. Frühere Phantasien des in Russland bekannten Autors Aurobindo Ghosh zu diesem Thema sind vollkommen haltlos und haben viele Leser bei dem allgemeinen Defizit an esoterischer Literatur im Vor-Perestroika-Russland lediglich irregeleitet.
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Wenden wir uns nun konkreten Informationen zur Arbeit auf dieser Stufe spirituellen Aufstiegs zu. Die nachstehenden Übungsvorschläge sind von uns bereits mehrfach veröffentlicht worden; sie haben sich im jahrelangen Unterricht sehr vieler Menschen praktisch bewährt und ihre optimale Wirksamkeit unter Beweis gestellt.
Am Anfang eines jeden Unterrichts sind eine emotionale Einstimmung und eine Reinigung der Umgebungsenergien sehr sinnvoll. Hierzu gibt es eine schöne Technik, das so genannte “Buddha-Kreuz”. Sie wird wie folgt ausgeführt: Man nimmt am besten die so genannte Schülerstellung ein; dabei sitzt man mit aufrechtem Rücken auf den Fersen, Fußspitzen nach hinten, Hände an den Hüften. Wir senden nun Wellen unseres Wohlwollens und unserer Liebe aus dem Brustkasten nach vorn in den Weltraum mit der Formel: “Mögen alle Wesen friedlich sein! Mögen alle Wesen ruhig sein! Mögen alle Wesen glücklich sein!”. Jeden dieser drei Zustände erzeugen wir zuerst in unserem Brustkasten und strahlen ihn dann nach vorn aus. Danach wiederholen wir alles nach rechts, nach hinten, nach links, nach oben und nach unten. Es ist eine kraftvolle Methode, um sowohl sich selbst als auch die Energien des umgebenden Raums und der darin befindlichen Wesen zu harmonisieren.
Danach sind, besonders in den ersten Unterrichtsstunden, körperliche Aufwärmübungen sehr wichtig. Sie ermöglichen nicht nur, die Energien des Körpers “anzuspornen” und überflüssige Gedanken abzulegen, sondern lehren auch bewusste Konzentration auf jeweils arbeitende Körperteile. Letzteres wird später bei der Chakrenarbeit von Nutzen sein.
Wir stehen. Mit Bein- und Oberkörperbewegungen lassen wir unsere locker herabhängenden Arme vor- und zurückschaukeln; danach machen wir mit ihnen gleichzeitig kreisende Bewegungen. Konzentration auf die Gelenke. Wir sehen dort aufflammendes Licht.
Wir spannen die Armmuskeln an, biegen die Arme in den Ellbogengelenken und richten sie wieder gerade. Wir beobachten, wie aus dem ganzen Körper Licht in die arbeitenden Muskeln fließt.
Wir halten die Arme nach vorn. Schnell bewegen wir unsere entspannten Hände, spannen die Finger an, biegen diese und richten sie wieder gerade. Wir bewegen die Hände bei angespannten Vorderarm- und Handmuskeln. Nun lockern wir die Spannung, entspannen den ganzen Körper.
Wir biegen den Kopf bei entspanntem Hals links und rechts, vor und zurück. Lassen wir ihn kreisen. Drehen wir den Kopf um die Senkrechtachse herum. Wir sehen den Halsteil der Wirbelsäule als eine Achse mit aufgesetzten Wirbelkugeln. Weißes Licht strömt die Achse hinauf. Wir spannen den Hals an. Dieselben Übungen wiederholen wir bei angespanntem Hals. Ein weißer Lichtstrom geht über das gesamte Halsdurchmesser nach oben. Wir lösen jetzt die Spannung, entspannen alle Muskeln. Den senkrecht bleibenden Kopf bewegen wir nach den Seiten und rundherum im Verhältnis zu den reglosen Schultern.
Arme über den Kopf. Wir fassen mit einer Hand die andere am Handgelenk und ziehen diese über den Kopf mit einer Seitenbeuge: Wir dehnen die Seitenmuskeln des Oberkörpers.
Die Arme sind gehoben. Wir machen Seitenbeugen mithilfe des Brust- und danach des Lendensegments der Wirbelsäule. Wir spannen die Oberkörpermuskeln an und vollführen Beugungen und Wendungen des Körpers. Der Oberkörper füllt sich mit Licht. Wir lockern die Spannung und machen bei entspannten Muskeln Körperwendungen um die Senkrechtachse herum mit maximaler Drehung des Kopfes. Konzentration im Rückgrat.
Wir bewegen das Becken (ohne es zu beugen) nach den Seiten bei entspannten Muskeln und ohne die Beine zu biegen. Konzentration im Rückgrat unterhalb des Nabels.
Wir heben ein Bein so, dass die Hüfte parallel zum Boden wird. Nun drehen wir mit dem Fuß und zeichnen damit gleichsam einen Kreis auf dem Boden. Konzentration im Sprunggelenk. Wir sehen dort aufflammendes weißes Licht, fühlen Wärme.
Wir machen Kreisbewegungen mit dem Unterschenkel. Konzentration im Kniegelenk. Nun lassen wir den Unterschenkel von Seite zu Seite schaukeln. Das Knie bleibt dabei an gleicher Stelle. Konzentration in den beiden Hüftgelenken.
Wir zeichnen einen Kreis mit geradem, nach vorn und danach seitwärts und nach hinten gestrecktem Bein. Jetzt dasselbe mit dem anderen Bein.
Nach der Aufwärmung ruhen wir uns aus in einer der drei folgenden Stellungen (Asanas):
Erste: die “halbe Schildkröte”.
Setzen wir uns auf die Fersen (Fußspitzen nach hinten) und rücken die Knie auseinander. Legen wie die Stirn auf den Boden und strecken die Arme mit zusammengelegten Handflächen auf dem Boden vor. Entspannen wir vollständig Körper und Geist. Beobachten wir, wie mit tiefer werdender Entspannung der Bauch mehr und mehr durchhängt. Es ist eine ausgezeichnete Übung, um körperliche und geistige Ermüdung zu beseitigen. Man führe sie etwa 10 Minuten lang durch.
Zweite Asana: das “Krokodil”. Diese Stellung gibt es in zwei Varianten:
Legen Sie sich auf den Bauch. Stellen Sie die Ellbogen vorn und rücken diese etwas weiter vor, den Kopf legen Sie mit dem Kinn auf die Handflächen.
Zweite Variante: die Ellbogen nach vorn geschoben, die Unterarme liegen übereinander auf dem Boden, Kopf und Oberkörper sind angehoben und werden durch die statische Anspannung der Rückenmuskel gehalten.
In beiden Fällen fühlen Sie sich als glückliches kleines Krokodil, das zu sommerlicher Zeit aus dem Wasser gestiegen ist und sich nach dem Baden auf einer Sandbank niedergelassen hat, um sich ein wenig in der lieben Sonne zu wärmen. Die Sonne wärmt Ihren Rücken — und Sie zerfließen in der Glückseligkeit ihrer den Körper durchtränkenden zärtlichen Wärme.
Die bioenergetische Reinigung sollte sowohl gleich im ganzen Körper als auch in dessen einzelnen Segmenten und entsprechenden Chakren vor sich gehen. Der Reinigungstechniken sind viele, und jede von ihnen erlaubt es, eine weitere Portion Schmutz loszuwerden. Dies bedeutet: weniger Krankheiten, besseres Befinden, Annäherung an das Endziel.
Betrachten wir nur einige allgemeine Reinigungsübungen aus der Pranayama-Reihe.
Beugen Sie sich stehend leicht nach rechts so, dass der rechte Arm herunterhängt, ohne den Körper zu berühren. Spüren Sie ihn gut vom Schultergelenk bis zur Hand. Stellen Sie sich vor, dass im Brustkasten bei jedem Atemzug eine Pumpenkammer sich aufbläht und sich wieder zuzieht, in die Luft-Licht durch einen Schlauch-Arm befördert wird. Achten Sie besonders auf die Ausatmung. Versuchen Sie dies deutlich zu empfinden. Der “Schlauch” sollte im Durchmesser so dick sein wie der ganze Arm, und nichts darf die Bewegung von Luft-Licht durch ihn behindern. Dieselbe Übung machen Sie nun mit dem anderen Arm und anschließend nacheinander mit beiden Beinen. Dorthin kommt ein “Schlauch” aus dem Brustkasten jeweils durch die entsprechende Körperseite.
Unter Ihren Füßen visualisieren Sie jetzt zwei Gefäße, zum Beispiel Fässer. Eines davon ist leer, das andere voll mit weißem flüssigem Licht. Sie berühren mit einem Schlauch-Bein dieses Licht und pumpen es durch die Körper-Pumpe in das andere Fass um. Mit jeder Einatmung weitet sich die innere Pumpenkammer in Körper und Kopf aus und zieht das Licht aus dem vollen Gefäß durch das Bein ein. Mit jeder Ausatmung zieht sich die Kammer wieder zu, das Licht ergießt sich durch das andere Bein ins leere Fass. Das Licht spült den ganzen Körper drinnen durch.
Wenn das Fass mit dem Licht leer wird, füllen Sie es wieder auf, und das andere Fass stoßen Sie ins Feuer, damit all der ergossene Schmutz verbrennt. Breiten Sie den Körper über den Fässern aus. Wiederholen Sie die Übung. Danach tun Sie noch einmal dasselbe mit Fässern unter den Armen. Auf diese Weise füllen Sie den Körper vollends mit hellweißem Licht.
Nach den Pranayamas ruhen Sie sich in einer der Entspannungsstellun