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Göttliche Gleichnisse/Sulia SuliaDas Gleichnis über die LiebeEs war einmal ein Mann. Eines Tages hörte er die Worte: „Gott ist die Liebe!“ Und er beschloss, sich auf die Suche nach der Liebe zu machen. Er begann, darauf zu achten, was andere Menschen über die Liebe sagten. * * * Er hörte Sätze wie: … „Ich liebe Fleisch!“, sagte ein Mann. Er schlachtete ein Lamm, briet es und aß das Fleisch… … „Ich liebe die Jagd!“, sagte ein anderer Mann. „Ich kann jeden Vogel im Flug treffen! Und ich kann jedes Tier im Dickicht aufspüren, töten und ihm das Fell abziehen.“ … „Ich liebe es, Pelze zu tragen!“, sagte ein hübsches Mädchen. … „Und ich liebe Blumen!“, fügte ein anderes hübsches Mädchen hinzu… Sie stellte Blumensträuße in Vasen und schaute ihnen mit Entzücken dabei zu, wie sie verwelkten und starben… Und die Blumen wussten nichts von ihrer „Liebe“! Wie schade, dass Blumen, die dem Tod geweiht sind, zum Symbol von Liebe und Schönheit geworden sind!… … Ein anderer Mann erklärte: „Ich liebe meine Frau so sehr und meine Leidenschaft für sie ist so groß, dass ich sie — wenn sie mich mit einem anderen Mann betrügt — töten werde!“ … „Ich liebe den Ruhm mehr als alle Frauen!“, sagte der Feldherr. „Für Momente des Ruhms gebe ich alles her!“ Und er suchte sich Feinde, sandte seine Armee in den Tod und nahm anderen das Leben — für einen Augenblick des Ruhms… … „Ich liebe die Macht!“, sagt der Kaiser. „Ich bestimme die Gesetze in diesem Land! Alle müssen meinen Wünschen gehorchen! Alles geschieht auf mein Geheiß: ich kann Gnade gewähren oder hinrichten lassen, Frieden schließen oder Krieg beginnen!“ … Der Mann hörte auch: „Wir lieben Gott! Für unseren Glauben sind wir bereit zu sterben! Für unseren Glauben sind wir bereit zu töten.” * * * Der Mann erschrak über das, was er gehört hatte… Und er rief aus: „Das kann keine Liebe sein!“ Und die Berge hallten wider: „Das ist keine Liebe!…“ Und die Blätter rauschten: „Das ist keine Liebe!…“ Und die Vögel riefen: „Das ist keine Liebe!…“ Und die Flüsse murmelten: „Das ist keine Liebe!…“ Und die Brandung des Ozeans donnerte: “Es ist keine Liebe, wenn jemand etwas für sich selbst will und Blut vergießt!…“ Und der Mann ging weiter… * * * … Eines Tages sah er in einem anderen Land ein freundliches Kind und fragte: „Was liebst du?“ „Ich liebe meine Mama, ich liebe meinen Papa, ich liebe diese Blumenwiese! Ich liebe diesen kleinen Fluss und diesen Wald! Ich liebe es, Lieder zu singen und zu tanzen, ich liebe es zu arbeiten und ich liebe es zu spielen! Alle freuen sich über meine Liebe! Und alle lieben mich!“ … Der Mann sah einen anderen Menschen, der verliebt war, und fragte auch ihn… Dieser antwortete mit den Worten der Liebe, die er seiner Geliebten gesagt hatte: „Ich wünsche dir Glück, meine Geliebte, auch wenn du jetzt bei einem anderen Mann bist… Ich wiederhole: Sei glücklich, meine Geliebte! Sei glücklich! Du sollst wissen, dass ich mich für dich freue!“ … Der Mann sah ein Kornfeld und einen schönen Garten, der aussah, als würde die Erde selbst blühen. Und er sah die Person, die all dies gepflegt hatte. Der Mann fragte: „Was liebst du?“ Die Person antwortete: „Ich liebe die Erde! Ich baue Gärten, Getreide und Blumen an, und sie schenken mir dafür Früchte, Schönheit und Duft. Wer einen Garten pflegt und allem seine Liebe schenkt, erntet wunderschöne Früchte!“ … Der Mann wanderte durch ein Land, in dem Ordnung und Frieden herrschten, und sah den Wohlstand im Leben der Menschen. Er fragte den Herrscher dieses Landes: „Was liebst du?“ „Ich liebe dieses Land und alle Menschen, die hier leben!“, antwortete der weise Herrscher. „Und ich bin bereit, Demütigungen zu ertragen, um einen Krieg zwischen meinem Land und einem anderen zu verhindern und Frieden zu bewahren!“ … Und der Mann ging weiter, hörte zu und beobachtete… Und er sah einen Meister der Seele, der Gott mit ganzem Herzen liebte, und fragte ihn: „Bitte sag mir: Was ist die Liebe, die Gott lehrt? Wie erkennt man sie und wie unterscheidet man sie von dem, was keine Liebe ist?“ Und der Meister antwortete: „In dem Wunsch, etwas für sich selbst zu haben, liegt keine Liebe! Da gibt es nur Leidenschaften, Launen und egoistische Wünsche… Liebe ist das Fundament des Universums! Und Liebe ist genauso das Licht der Seele!“ Und dann lehrte der Meister: „Der durchsichtige Fluss des Wassers fließt und nährt alle — so liebt Gott! Die Erde trägt und erhält alles Lebendige — so liebt Gott! Die Sonne scheint und teilt ihr Licht mit allem und jedem — so liebt Gott! Du sollst ebenso lieben — indem du allen zärtlich deine Fürsorge gibst! Die Liebe, die sich selbst verschenkt — das ist das Licht der Seele! Entfalte die Liebe in dir — und du wirst Gott sehen und fühlen können!“
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